Mäßiges Umweltzeugnis für die Region

Wie gesund lebt es sich in der Region? Die Bausparkasse Mainz will das für verschiedene Orte in Deutschland, in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und der Europäischen Umweltagentur, herausgefunden haben und hat die Daten in einer Karte aufbereitet. Die Karte ist allerdings nicht sehr genau. Die Datenerhebung schert  den gesamten Postleitzahlen-Bereich 95 über einen Kamm.

Viele Faktoren beeinflussen unsere Gesundheit. Gerade in Großstädten sind die Feinstaub-Belastung und die Stickstoffdioxid-Belastung oft erschreckend hoch. Die ultrafeinen Partikel gelangen vor allem durch Emissionen von Autos und Lastwagen, Kraft- und Fernheizwerken oder Öfen und Heizungen in Wohnhäusern in die Atemluft und können Lungenerkrankungen hervorrufen. Doch auch Lärm, künstliches Licht, überschrittene Ozonwerte oder der Nitratgehalt im Wasser haben Auswirkungen auf unsere Lebensqualität und Gesundheit.

Wie sieht es also im Postleitzahlen-Bereich 95 aus?

  • Die Werte haben sich laut der Datenerhebung in den vergangenen zwei Jahren von „gut“ auf „mäßig“ verschlechtert
  • Die Radonbelastung ist gestiegen
  • Die Lärmbelastung ist gestiegen
  • Die Hochwassergefahr ist groß

Erfreulich ist, dass die Umweltbelastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid sehr niedrig ausfällt. Auch der pH-Wert des Bodens und der Nitratgehalt im Grundwasser liegen im grünen Bereich. In Bayreuth lebt es sich also nach wie vor gesund.

Bedenklich sind die hohen Radon-Werte und die gestiegene Lärmbelastung. Screenshot: Bausparkasse

Bayreuth ist nicht mit Radon belastet

Dass in der Stadt eine erhöhte radioaktive Strahlung besteht, ist trotz gestiegener Werte in der Karte nicht der Fall. Das bestätigt auch die Stadt Bayreuth. “Im Fichtelgebirge beziehungsweise in Nordostoberfranken gibt es Bereiche mit einer erhöhten natürlichen radioaktiven Belastung. Radon ist Teil der natürlichen Radioaktivität”, erklärt Pressesprecher Joachim Oppold. Demnach müssen sich die Bayreuther keine Sorgen machen, denn der Postleitzahlen-Bereich umfasst117 Städte und Gemeinden in den Landkreisen Bayreuth, Wunsiedel, Hof, Kulmbach, Tirschenreuth und Neustadt.

Lärm-Aktionsplan für Bayreuth

Ähnlich verhalte es sich bei den Daten der Studie zum Punkt Lärm. Zwar bestätigt Oppold: “Für die Stadt Bayreuth existiert ein Lärm-Aktionsplan mit entsprechender Fortschreibung. Er war zu erstellen, weil drei Bundesstraßen durch das Stadtgebiet führen und insgesamt mehr als 50 Personen von erhöhten Verkehrslärmbelastungen betroffen sind”, doch aus der reinen Existenz eines Lärm-Aktionsplanes könne nicht pauschal auf eine hohe Lärmbelastung im Stadtgebiet geschlossen werden. Zudem seien keine Aussagen über die Umsetzung der Maßnahmen getroffen, die in den Plänen verankert und in Bayreuth zu einem Großteil bereits umgesetzt seien.

Keine erhöhte Hochwassergefahr

Hochwasser in Bayreuth? “Für das Stadtgebiet Bayreuth sind uns in den Zeiträumen 2016 und 2018 keine Hochwassermeldungen bekannt”, sagt Oppold. Die Stadt Bayreuth habe zudem in den vergangenen Jahren massiv in den Hochwasserschutz im Stadtgebiet investiert, zuletzt mit dem Bau eines Rückhaltebeckens im Stadtteil Oberkonnersreuth für rund 1,4 Millionen Euro. Die Einstufung in “Hochwassergefahr groß” trifft also wie auch bei der Erhebung der Radon-Werte eher auf andere Regionen im Postleitzahlen-Bereich zu.

Für weitere Informationen zu den Werten in der Region gelangen Sie hier direkt zur Karte.