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Coronavirus

Menschenauflauf im Fichtelgebirge trotz Corona: „Erschreckend viele“ Ausflügler aus ganz Franken

Im Fichtelgebirge liegt momentan Schnee. Grund genug für viele Menschen, trotz Corona dorthin zu fahren, um zu wandern oder zu rodeln. Aber gab es deswegen auch vermehrt Verstöße gegen die Corona-Regeln? Das bt hat bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Land nachgefragt. 

Trotz Corona sind die Pisten und die schneebedeckte Natur voll mit Menschen – auch im Fichtelgebirge. In den vergangenen Tagen haben viele Menschen ihre Zeit genutzt und sich in der freien Natur aufgehalten.

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Viele Menschen im Fichtelgebirge

Die Parkplätze und Nebenstraßen in Neubau, am Fichtelsee und an der Bleaml Alm im Fichtelgebirge waren am Wochenende überfüllt, erklärt Matthias Bachhofner, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Land, dem bt auf Nachfrage. Dass im Fichtelgebirge viel los war, bestätigen auch die Bilder vieler Menschen in den Social Media Kanälen Facebook und Instagram.

Trotzdem habe dies nicht zu Verstößen gegen den Infektionsschutz geführt. „Bei Wanderern, Familien oder Ausflüglern konnten wir keine Corona-Verstöße feststellen“, sagt Bachhofner. Diejenigen die es gegeben hätte, seien an anderer Stelle aufgetreten. Dennoch fragt er sich, ob alles was erlaubt ist auch moralisch gerechtfertigt ist.

Weite Anfahrt für zwei Stunden Schlittenfahrt

Wie viele Menschen von weiter her tatsächlich da waren, kann Bachhofner nicht sagen. Nur eines: „Es waren erschreckend viele.“ Da seien Kennzeichen aus Coburg, Lichtenfels und Nürnberg dabei gewesen. Deswegen bleibt die Frage: Ist es notwendig in der aktuellen Lage viele Kilometer Anfahrt in Kauf zu nehmen, für zwei Stunden Schlittenfahren oder Wandern?

Für Bachhofner gibt es eine eindeutige Antwort: „Nein.“ Das Geschehen im Fichtelgebirge ist weder ein Einzelfall, noch ein regionales Phänomen. Auch Winterberg in Nordrhein-Westfalen oder der Harz schaffen es derzeit mit ähnlichen Meldungen in die Nachrichten.

Abstand halten in Corona-Zeiten

„Natürlich kann jeder die Natur genießen, wenn der Abstand gehalten wird“, erklärt Ministerpräsident Markus Söder im Interview mit Bild live. Dennoch bleiben die Skipisten in Bayern geschlossen.

Denn zum Beispiel in Österreich, habe das Öffnen der Skipisten zu einer Überlastung geführt. Diese mussten dann wieder geschlossen werden. Ähnliche Szenen spielen sich derzeit in Deutschland ab, sagt Söder. Deswegen rät er dazu, konsequent zu bleiben.

Corona-Regeln gelten auch im Freien

„Wir müssen es gerecht machen und gerecht heißt ‚für alle das Gleiche'“, sagt Söder. „Nur so haben wir eine Chance von den hohen Infektionszahlen wieder runterzukommen.“ Der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil findet, dass man den Menschen nicht verweigern kann, bei dem Wetter vor die Tür zu gehen.

Jedoch stimmt auch er Söder zu, dass Spazierengehen und Schlittenfahren möglich sei, aber sich trotzdem an die Corona-Regeln gehalten werden müsse. In Winterberg waren es aber viel zu viele Menschen, die gleichzeitig die Natur genießen wollten. Deswegen rollte eine Hundertschaft der Polizei an und löste die Situation auf. Soweit ist es im Fichtelgebirge allerdings nicht gekommen.

Auch interessant: Ministerpräsident Markus Söder kritisiert die Europäische Kommission, wegen der Impfstoffbeschaffung. Denn aktuell müsse die Hälfte des verfügbaren Impfstoffs zurückgehalten werden. 

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler