Mit pinkem Irokesen: Blinker findet in Bayreuth sein “perfektes Publikum”

Beim Uni Open Air hat bt-Frederik Eichstädt mit dem Mannheimer Sänger Blinker gesprochen. Dabei entstand ein munteres Gespräch über Musik, Serien und kuriose Geschichten, die das Leben schreibt. Das Video dazu finden Sie über dem Text.

Disclaimer: Das Video sollte, aus Gründen der Harmonie, niemals an Casper oder Jeff Bezos herangetragen werden.

Einer, der im Kopf bleibt

Blinker fällt auf. Der pinke Irokese, der vom  Kopf des Mannheimer Künstlers in die Luft steht, bleibt im Gedächtnis. Doch es ist nicht nur die Frisur des Mannes, an die man sich erinnert. Denn Blinker hat viel zu erzählen. Er war schon mit Musikern wie Clueso oder Mine auf der Bühne gestanden und hat einen Song mit Disarstar und Philipp Dittberner gemacht. Am Samstag stand er beim Uni Open Air in Bayreuth auf der Bühne.

Mit einem Becher Mate in der Hand trifft sich der Künstler nach seinem Auftritt zum Interview mit dem Bayreuther Tagblatt. Er hat ein Lächeln auf den Lippen.

Es war hammermäßig. Ich war vorher noch nie in Bayreuth. Alle waren unfassbar lieb, haben zugehört, sich bewegt und an den richtigen Stellen geklatscht. Nur gute Leute.
(Blinker)

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Aus der Masse herausstechen

Blinker heißt eigentlich Wieland Johannes Stahnecker. Als bt-Redakteur Frederik Eichstädt im Interview inne hält um danach konzentriert den echten Namen des Künstlers auszusprechen, grinst der Mannheimer und dirigiert den Redakteur mit seinen Armen. Er hat Spaß dabei.

Blinker ist in guten Verhältnissen aufgewachsen. In seiner Familie werden die Leute etwas “Anständiges”. Doch Blinker interessiert sich mehr für eingängige Melodien als für ein Jura-Studium und geht voll in seiner Musik auf. Einen großen Wert legt er dabei auf den Inhalt seiner Texte. Da geht es viel um kleine Details, um eine politische Message und um viele kleine Wahrheiten des Lebens. Im Song “Broke” fragt er zum Beispiel „Was bringt die Rolex, wenn man keine guten Zeiten hat?”. Die Menschen beim Uni Open Air in Bayreuth sind dabei die perfekten Zuhörer für seine Lieder, findet der Künstler:

Gerade die Studenten beschäftigen sich den ganzen Tag ja sowieso viel mit Inhalten. Da haben sie eh schon gespitzte Ohren. Für einen Musiker wie mich, der sich bei den Texten viel Mühe gibt, ist das sehr dankbar. Ich bin auf offene Ohren gestoßen.
(Blinker über sein Publikum in Bayreuth)

Aus dem Leben gegriffen

Seine Texte schreibt Blinker dann, wenn sie ihm eben einfallen. Als Künstler verläuft das alles nicht nach einem bestimmten Schema. Manchmal kommt die Inspiration auf Toilette, manchmal beim Duschen, andere Male aber auch am Schreibtisch. Das könne man nicht pauschalisieren.

Die Inspiration für seine Lyrics nimmt der Mannheimer direkt aus dem Leben. Er sieht dahin, wo die Dinge passieren. Sei es aus Gesprächen seiner Mitmenschen oder auf lustigen Bildern im Internet: Inspiration findet man überall.

Ich habe auf 9Gag schon irgendwelche Memes gefunden, die ich sau witzig fand. Dabei habe ich aber auch festgestellt, dass deren Inhalt eigentlich deep ist. Da habe ich mir dann die Sätze herausgenommen, zu Ende gedacht und in meinen Songs verwendet.
(Blinker)

Eine gute Zeit

Auch sein Auftritt in Bayreuth hat Blinker inspiriert. Mit einem Lächeln auf den Lippen ist Stahnecker für jeden Smalltalk zu haben und quatscht bereitwillig mit jedem, der ihm so in den Weg kommt. Er ist zweifelsohne gekommen, um eine gute Zeit zu haben.

Nach einem anderen Interview fällt Blinker auf, dass er und die Interviewerin früher miteinander zur Schule gegangen sind. Sie lachen und schließen sich in die Arme. Es sind Geschichte, die das Leben schreibt. So wie die Musik von Blinker.