Mit Witz & Charme: Bayreuths Gottesdienst auf Rädern

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Die Sonne scheint. Ein Reisebus fährt die Straßen Bayreuths entlang. Er ist mit über 50 Personen fast gänzlich gefüllt. Inmitten des Ganges steht Hannes Schott. Der ist Pfarrer in der Lutherkirche Bayreuth. Doch heute, ist der Bus seine Kirche, beim ersten Bayreuther Busgottesdienst am 1. Juni 2019.

Gute Laune im Reisebus

Der Andrang auf die Messe im Reisebus war im Vorfeld groß. Weil sich so viele Teilnehmer angemeldet haben, musste der Pfarrer auslosen wer noch einen Platz im Bus bekommt. Als es dann so weit ist, scherzt Schott noch mit einigen Besuchern herum. Mit einem Grinsen im Gesicht. Man merkt, der Prediger, der nebenberuflich auch als Kabarettist auftritt, freut sich schon auf den Gottesdienst auf vier Rädern.

Nach dem obligatorischen Orgelstück, in diesem Fall dargeboten auf einer deutlich kleineren tragbaren Version, beginnt der Pfarrer seine Predigt. Im Mittelpunkt steht die Busfahrt. Schott zitiert aus einem Buch.

Du steigst ein in den Bus des Lebens
an der Hand deiner Eltern.
Manche Mitreisenden kennst du,
manche lernst du kennen
und manche siehst du nie.”
(Manuela Thoma-Adofo aus “Aus dem Weg, den niemand kennt. Eine Sterbebegleiterin mit Herz und Humor erzählt”)

Der Prediger greift die Metapher auf legt seine Gedanken zum Leben als Busreise dar. Dabei würden insbesondere Vergleiche zwischen Gott und dem Busfahrer hinken, da man während der Fahrt nicht mit dem Busfahrer sprechen solle. Mit einem Augenzwinkern schließt Schott an, dass Gott hingegen sehr wohl möchte, dass man während der Fahrt des Lebens ständig mit ihm in Kontakt bleibt.

Abendmahl mit Aussicht

Die Andacht im Bus hat alles, was zu einem normalen Gottesdienst gehört. Neben Gebeten, Predigen und Liedern bietet die Messe auf vier Rädern allerdings mehr: eine wunderschöne Aussicht bei Sonnenschein. So geht die Tour nicht nur durch Bayreuth, sondern auch durch das nähere Umland, über Mistelgau und Co. bis auf einen kleinen Parkplatz, wo bei besten Bedingungen das Abendmahl abgehalten wird.

Ein Abschluss mit Augenzwinkern

Als der Gottes-Express wieder in Bayreuth einrollt, ist der Applaus groß. Die Mitfahrer klatschen für alle Beteiligten wie den Pfarrer, den Busfahrer und alle weiteren Mit-Organisatoren. Zum Ende beschließt Hannes Schott die Tour mit einem Witz.

Ein Busfahrer und ein Pfarrer kommen in den Himmel. Petrus lässt den Busfahrer eintreten und umsorgt ihn mit köstlichen Leckereien, Wein und allem, was das Herz begehrt. Der Pfarrer muss draußen warten. Nach etwas Wartezeit fragt der Pfarrer dann: “Wieso wird der Busfahrer bevorzugt?” Petrus erklärt: “Bei deinen Predigten haben die Leute geschlafen, bei seinen Fahrten haben alle im Bus gebetet.”

Ein Lächeln auf den Lippen

Auch am Ende der Tour hat Schott immer noch ein Lächeln auf den Lippen. Es habe ihm großen Spaß gemacht und auch unter den Teilnehmern, sieht man viele zufriedene Gesichter. Sodass die Vermutung nahe liegt, dass der erste Bayreuther Busgottesdienst nicht der letzte seiner Art gewesen ist.