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Nachgefragt

Nach Brand in Kulmbacher Tiefgarage: Kommt jetzt das Parkverbot für E-Autos in Bayreuther Parkhäusern?

Kulmbach im September 2020: In einer Tiefgarage brennt ein Auto. Die Folge: Parkverbot für E-Autos, aus Sicherheitsgründen. Kommt auch in Bayreuth ein derartiges Parkverbot? Das bt hat nachgefragt.

Die Entscheidung der Stadt Kulmbach, den E-Autos das Parken in der Tiefgarage zu verwehren hat hohe Wellen geschlagen. So spricht der ADAC von einer Unverhältnismäßigkeit und davon, dass das nicht nachvollziehbar sei. Tatsächlich nämlich war es ein Verbrennungsmotor, der im September 2020 in der Tiefgarage am EKU-Platz in Kulmbach Feuer gefangen und den immensen Schaden verursacht hatte. Am Samstag (9.1.2021) hatte ein Jeep auf der A9 bei Trockau lichterloh gebrannt. Die Insassen konnten sich noch retten. Erschreckend: Alle nachfolgenden Autos fuhren vorbei ohne zu helfen – bis auf einen.

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Nach Brand in Kulmbacher Tiefgarage: Kommt jetzt das Parkverbot für E-Autos in Bayreuther Parkhäusern?

Um es gleich vorweg zu sagen: Nein! In Bayreuth wird es laut Auskunft der Stadt auf Nachfrage des bt keine solchen Maßnahmen geben. Drei Parkgaragen und ein Parkplatz sind in der Obhut der Stadtwerke Bayreuth. An ein Parkverbot für E-Autos sei nicht zu denken, so Joachim Oppold, Pressesprecher der Stadt.

Auffällig ist, dass es keine grundsätzlich ausformulierten Begründungen gibt contra der Entscheidung aus dem Kulmbacher Rathaus. Immerhin ist seit dieser klar, dass ein Akku eines E-Autos sehr schwer zu löschen ist, wenn er erst einmal brennt.

E-Autos als Perspektive zur CO2-Neutralität

Es war im September letzten Jahres: Da, wo man Handy, Computer oder Kühlschrank kauft, gibt es jetzt sogar Autos. Klingt komisch ist aber so und macht sogar Sinn. Den hat Euronics Baumann am Freitag (18.9.2020) einer interessierten Öffentlichkeit erklärt und die Autos vorgestellt.

Uwe Baumann von Euronics Baumann in Bayreuth (und Kulmbach) erklärt auf Nachfrage des bt, dass E-Autos die Perspektive für die von den Bundesregierung festgelegte CO2 Neutralität sind. Diese Autos – wo es sie doch endlich gibt – jetzt mit einem Parkverbot zu verbannen, könne er nicht verstehen.Das sieht bekanntlich auch der ADAC so. Der ausschlaggebende Brand ist einem Verbrenner zuzuordnen.

„Fehler bei der Politik“: Bayreuther Stadträtin zum Parkverbot für E-Autos

„Das ist typisch für das Versagen der Politik“, sagt Louisa Hübner, die jüngste Bayreuther Stadträtin. Ihr Problem sei, dass erst reagiert werde, wenn etwas passiert. Den E-Autos jetzt eine Bannmeile aufzudrücken sei flach und nicht weit genug gedacht. „Warum hat man nicht vorher an die entprechenende Ausrüstung der Feuerwehren gedacht?“, fragt Hübner. Bayreuths jüngste Stadträtin findet die Reaktion im Nachbarlandkreis Kulmbach auf einen Brand eines Autos mit Verbrennermotor in einer Parkgarage nicht zielführend, gar kontraproduktiv zum geplanten CO2 Ausstieg Deutschlands. „Vorher überlegen“, sagt sie. Längst hätten Feuerwehren entsprechend ausgerüstet werden müssen. Dass das offenbar nicht passiert ist, sein ein Fehler bei der Politik.

Gerne hätte das bt bis zum Redaktionsschluss einen Statusbericht der Situation im Kulmbacher Rathaus erfahren. Schließlich gibt es wohl so etwas wie einen Shitstorm aufgrund des Parkverbots für E-Autos in öffentlichen Parkgaragen. Das war offenbar aufgrund der Brisanz des Themas nicht möglich.  Weitere Informationen zu diesem Thema folgen.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß