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Nachrichten aus Bayreuth

Nach der Absage der Bayreuther Festspiele – Ersatzprogramm in Planung

Seit Dienstagabend steht fest, dass die Bayreuther Festspiele 2020 endgültig nicht stattfinden werden. Hotels, Gastronomie und Einzelhandel haben mit dieser Absage schwer zu kämpfen. Deshalb wird jetzt überlegt, wie diesen drei Branchen geholfen werden kann. 

Am Dienstagabend sind die Bayreuther Festspiele 2020 abgesagt worden. Die Absage trifft Bayreuth hart: vor allem die Hotellerie, Gastronomie und den Einzelhandel. Deswegen gibt es Überlegungen über ein Ersatzprogramm und darüber, wie den drei genannten Branchen geholfen werden könne.

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Durch die Corona-Pandemie müssen viele Unternehmen auf die Soforthilfe der Regierung zurückgreifen, um ihre Existenz zu sichern.

Ersatzprogramm für August

Der Kulturreferent der Stadt Bayreuth, Benedikt Stegmayer, sagte im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt bereits, dass sich der Ausfall nicht kompensieren lasse. Dennoch stünden Überlegungen bezüglich eines Ersatzprogramms an. Auch Dr. Manuel Becher von der Bayreuther Marketing und Tourismus GmbH (BTMG) nannte den Ausfall „einen harten Schlag“. Trotzdem versucht Becher optimistisch zu bleiben. „Wir wollen das Beste draus machen und ein attraktives Kulturprogramm für August auf die Beine stellen“, verrät Becher. Doch wie das aussehen soll, weiß er noch nicht.

Die Absage der Festspiele ist noch keine Woche her. Trotzdem arbeite das Team bereits an einer Lösung, wie dieses Kulturprogramm aussehen könnte. „Wir müssen dann natürlich prüfen, inwiefern das machbar ist. Die Grundvoraussetzung ist, dass Corona entweder vorbei oder zumindest im Griff ist.“

Hoffnung auf loyale Wagnerianer

Becher hofft auf alle loyalen Wagnerianer, die bereits ein Zimmer gebucht haben. „Ich hoffe, dass sie trotzdem kommen. Bayreuth ist auch ohne die Festspiele im August attraktiv.“ Deswegen denkt Becher, dass auch andere Menschen nach Bayreuth kommen könnten, wenn ein alternatives Programm zustande käme. Denn die Betten der Hotels müssten gefüllt werden. „Wir wollen die drei am stärksten betroffenen Bereiche unterstützen: die Hotellerie, die Gastronomie und den Einzelhandel“, sagt er.

Ein Jahr überbrücken

Gabi Krauss hat den Laden „Scandi Club“ am Marktplatz. Die Absage der Festspiele kam für sie nicht überraschend. „Ich hatte damit gerechnet. Die Festspiele haben ja einen langen Vorlauf. Wie hätte das mit den ganzen Proben auch funktionieren sollen?“, sagt Krauss. Obwohl die Situation derzeit schwierig ist, versucht sie optimistisch zu bleiben. „Bayreuth wird das schaffen. Das eine Jahr muss überbrückt werden und dann geht’s weiter.“ Dafür müsse sich aber die Stadt etwas überlegen. „Es dürfen ja vier verkaufsoffene Sonntag im Jahr gemacht werden. In diesem Jahr sollten die ausgeschöpft werden.“

Viele kleine Veranstaltungen

Krauss glaubt nicht, dass in ihrer Branche jemand dagegen wäre, dieses Jahr an vier Sonntagen zu arbeiten. „Jeder ist dann doch wieder froh zu arbeiten und dass er überhaupt noch eine Arbeit hat.“ Für die Geschäftsführerin wäre es auch denkbar, viele kleine Veranstaltungen im Rahmen der Möglichkeiten anzubieten. „Es muss ja nichts großes sein, wo viele tausend zusammenkommen. Aber hier und da mal sowas wie ein Kinderfest hilft auch schon weiter.“ Aktuell nutzt sie die Zeit um ihren Laden wieder auf Vordermann zu bringen. „Wir putzen und machen alles sauber, damit es dann wieder weitergehen kann.“

Manns Bräu auch betroffen

Auch das Traditionslokal Manns Bräu von Gastronom Christian Hacker ist betroffen. „Wir bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten an und da wird sich der Ausfall auf jeden Fall bemerkbar machen“, sagt Hacker. Trotzdem denkt er, dass es andere Lokale härter trifft als ihn. „Wir haben viele Stammgäste, die immer wieder kommen.“ Aktuell bietet er weder einen Lieferservice noch ein Mitnahme-Geschäft an. „Wenn die Zahlen sich innerhalb der nächsten Woche stabilisieren, werde ich vielleicht Essen to-go anbieten“, sagt Hacker. Zumindest will er darüber nachdenken.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler