Nach Rekordsommer: Die Futtervorräte sind aufgebraucht

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Nach dem Dürresommer 2019 ziehen die Bayreuther Landwirte eine erste Bilanz. Die Rede ist von besorgniserregend schlechten Erträgen. Das habe Folgen für Landwirtschaft und Verbraucher.

Die Dürre in Oberfranken hat fatale Auswirkungen. Symbolbild: pixabay

Angespannte Futtersituation

Schon im Sommer 2018 habe man mit massiven Einschränkungen zu kämpfen gehabt. Die Einbußen ließen sich da allerdings noch mit den Futtervorräten der Vorsaison abdecken. Doch der zweite heiße Sommer in Folge werde nun zum Problem für die Bauern im Landkreis Bayreuth.

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Besonders dramatisch ist die Situation bei der Grünfutter-Ernte. Der erste Schnitt war noch in Ordnung, ein zweiter und dritter war allerdings kaum vorhanden. Die Futtervorräte sind inzwischen aufgebraucht. Uns bleibt nichts anderes übrig, als überregional einzukaufen.

(Harald Galster, stellvertretender Kreisobmann im Kreisverband Bayreuth des Bayerischen Bauernverbandes)

“Ohne Wasser geht eben nichts”

Um auf die veränderten Witterungsbedingungen einzugehen habe man den Fokus bereits auf Mais gelegt. Dieser vertrage die Hitze am besten. Doch auch hier würden sich qualitative Einbußen bemerkbar machen. Die Maiskolben seien aufgrund der anhaltenden Dürre meist nicht voll ausgebildet.

Mais verträgt die Hitze am besten. Trotzdem fehlt auch hier die Masse und Qualität. Symbolbild: pixabay

Besonders kritisch stuft Galster Früchte im Allgemeinen ein. Diese würden aufgrund der Dürre überhaupt nicht wachsen. Um sich als Landwirt auf die neuen Wetterbedingungen einzustellen, brauche es, nach Aussage des stellvertretenden Kreisobmanns des Bayreuther Bauernverbandes, mehrere Jahre.

Egal was man säht, alles braucht Wasser. Wir müssen aber lernen sparsamer mit dem Bodenwasser umzugehen. Das kann durch mehr Humusbildung oder weniger tiefe Bodenbearbeitung geschehen. Bis das allerdings Erfolg bringt, dauert es.

(Harald Galster)

Entwarnung für die Verbraucher

Auch wenn die Situation für die Bauern in der Region sehr angespannt ist, werden die Verbraucher laut Galster nur wenig von den Problemen zu spüren bekommen. Wenn es keine regionalen Produkte gebe, dann würde von den Supermärkten eben überregional eingekauft, so Galster. Einzig bei den Kartoffeln, die hauptsächlich regional eingekauft würden, könnten sich die Preise für die Verbraucher ändern.

Anhand der Preise für Kartoffeln könnten die Verbraucher die derzeitigen Probleme der Bauern zu spüren bekommen. Symbolbild: pixabay

Ich glaube nicht, dass die Verbraucher viel von unseren Problemen spüren werden. Einzig bei den Kartoffeln könnte es zu geringen Preissteigerungen kommen. Auch hier ist das Angebot dieses Jahr sehr niedrig.

(Harald Galster)