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Fußball-Europameisterschaft

Die Fußball-EM in Bayreuther Biergärten während Corona? Wirt: „Das ist uns zu heiß“

Die Fußball-EM steht vor der Tür. Lassen Bayreuther Gastronomen sie auch rein? Das bt hat sich umgehört, in welchen Bayreuther Biergärten und Kneipen man das Event sehen kann – und in welchen nicht.

Nur noch wenige Tage bis zur Fußball-EM 2020. Die findet 2021 statt – wegen Corona mit einem Jahr Verspätung. Wie wirkt sich das auf das gemeinsame Mitfiebern in Bayreuther Biergärten und Kneipen aus? Das bt hat nachgefragt. Seit Montag (7. Juni) schaffen weitreichende Lockerungen in der Außen- und Innengastronomie den rechtlichen Rahmen.

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Die Fußball-EM 2021 – in welchen Bayreuther Biergärten und Kneipen man sie sehen kann und wo nicht

„Also wir hängen draußen ein oder zwei Monitore auf. Da zeigen wir dann erst mal die Deutschland-Spiele der Vorrunde. In der K.o.-Phase dann auch andere Spiele.“ Das sagt Andrea Bauernfeind vom Liebesbier in Bayreuth. „Wer die Europameisterschaft gezielt im Liebesbier sehen möchte, der sollte besser reservieren – am besten online.“ So sei für das Liebesbier die Planung im Rahmen des Hygienekonzepts einfacher. Auch die Gäste müssten nicht enttäuscht vor Spielbeginn enttäuscht nach Hause gehen, weil kein Platz frei wäre, so die Geschäftsführerin des Liebesbier.

Direkt neben dem Liebesbier, auf dem Gelände der Maisel’s Bier Erlebnis Welt entsteht ein neues Smart-Hotel. Ende September soll es fertig gestellt sein.

In dieser Kneipe gibt es viel Platz für Fans der Europameisterschaft

Auch im Dubliner Irish Pub ein paar Straßen weiter kommen Fußballfans auf ihre Kosten. „Wir planen mit einem Großbildschirm innen und zwei Monitoren draußen“, sagt der Betreiber Ralph Neidhardt. „Allein drinnen haben wir sehr viel Platz für unsere Gäste. Wir können und werden Fußballfans genauso zufriedenstellen wie diejenigen, die nicht wegen der Europameisterschaft zu uns kommen.“ Mit einem kreativen Kniff hatte das Dubliner in Bayreuth bereits während des Lockdowns „öffnen“ können, ohne gegen die Corona-Regeln zu verstoßen.

Fußball-EM in abgespeckter Form – „das ist uns zu heiß“

Auch im Herzogkeller, nach eigener Aussage dem „größtem der Bayreuther Biergärten“, wird Fußball übertragen – allerdings mit angezogener Handbremse. „In der bekannten Form ist das dieses Jahr nicht angebracht“, sagt Geschäftsführer Andy Göß. Der Bayreuther Herzogkeller hat seit dem 18. Mai wieder geöffnet.

Im Herzogkeller heißt das konkret: Bild ja, Ton nein. „Die Spiele sollen eher Hintergrundkulisse sein. Für uns als Gastronomen hängt da zu viel dran, wenn es zu Verstößen gegen die Hygiene-Auflagen kommt. Deutschland schießt ein wichtiges Tor, dazu noch der Alkohol – das ist uns zu heiß.“ Security-Personal solle auf dem Herzogkeller aus Kostengründen keines eingesetzt werden müssen, so Göß.

Fußball-EM? – „Wir haben gar keinen Fernseher“

Lassen sich also alle Bayreuther Biergärten oder Kneipen von König Fußball umarmen? Nein. Im Heimathafen in der Kanzleistraße gibt es kein 90-minütiges Highlight des Tages. Laut Website möchte der Heimathafen seinen Gästen „einen Platz zum Wohlfühlen schaffen“. Für Fußball ist da kein Platz. „Wir haben auch gar keinen Fernseher“, heißt es aus dem Heimathafen. 

In einem beliebten Biergarten am Stadtrand von Bayreuth verhält es sich ähnlich. Weder in der Sudpfanne noch im Storchenkeller als angeschlossenem Biergarten in Oberkonnersreuth werde Fußball übertragen, so der Chef Georg Schmitt gegenüber dem bt.

Biergarten bei Bayreuth: Wo die Gästen abschalten bleibt der Fernseher auch aus

Und wie schaut es bei Bayreuther Biergärten etwas außerhalb aus? Praktisch genauso. Die Ausflugsgaststätte Schlehenberg hinter Wolfsbach setzt auf den Charme grüner Bäume statt auf den eines akkurat gemähten Stadiongrüns am Bildschirm. „Wir haben bei gutem Wetter auch so schon viele Gäste“, sagt die Wirtin Gerda Stadler.

Sportübertragungen mit Anspannung und Emotionen unter den Zuschauern sucht man am Schlehenberg vergeblich. „Die Leute kommen zu uns, um in der Natur abzuschalten.“ Selbiges gelte also auch für den Fernseher, wenn Jogis Jungs spielen.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit