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Tiere

Diese Hunde können Leben retten – die Stadt Bayreuth öffnet ihnen jetzt ihre Türen

Die Stadt Bayreuth macht sich für Assistenzhunde stark. Die Hunde helfen Menschen mit Behinderung entscheidend im täglichen Leben.

Assistenzhunde helfen gehandicapten Menschen im Alltag entscheidend weiter. Die Stadt Bayreuth erlaubt den Helfern auf vier Pfoten jetzt den Zugang in all ihren Behörden. Bereits Ende letzten Jahres wurde sehbehinderten Menschen der Zugang zu Neuem Rathaus und Schlossgalerie erleichtert.

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Stadt Bayreuth öffnet sich für Assistenzhunde

Margit Lebershausen von der Fachstelle Inklusion strahlte am Montag (19. Juli 2021) mit der Sonne vor dem Neuen Rathaus um die Wette. Dort hatten sich Bayreuther Politiker und Hundebetreuer mit zwei Hunden versammelt, um über den nächsten vollzogenen Schritt bei der Inklusion behinderter Menschen in Bayreuth zu berichten. Assistenzhunde sind ab sofort in den Dienstgebäuden der Stadt Bayreuth willkommen. Ein entsprechender türkiser Sticker im Eingangsbereich sagt ab sofort: „Assistenzhund willkommen“.

Diese beiden Hunde, Matou und Raven, waren auch die Stars dieses Treffens. Was sie und andere Assistenzhunde können, fasste unter anderem Anette Kramme zusammen. Kramme, Parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete aus Bayreuth, freute der Anlass sichtlich. „Assistenzhunde – das ist es!“, fasste sie das Bedürfnis vieler Menschen mit Behinderung zusammen. Sie berichtete über Erfahrungen aus ihrem persönlichen Umfeld, wo so ein Assistenzhund früher entscheidend hätte helfen können, nur die Zeit offensichtlich noch nicht reif war. „Assistenzhunde können über 200 Befehle ausführen und sogar Wäsche aufhängen und bei Bedarf auch signalisieren ‚Pass auf! Sei vorsichtig!'“, wusste sie zu berichten.

Assistenzhunde: per Gesetz Zugang zu allen öffentlichen Gebäuden

Das ist zwar im Bayreuther Rathaus nicht notwendig, aber auch dort können sie Menschen mit Behinderung helfen. „Sie haben ein außerordentliches Gespür für mögliche Gefahren und helfen ihren Besitzern solche Klippen zu umschiffen.“

Kramme war maßgeblich bei der Gestaltung eines bundesweiten Assistenzhundegesetzes beteiligt. Dieses Gesetz erreicht nun Bayreuth. Wo gewöhnlichen Hunden der Zutritt mitunter nicht erlaubt ist, dürfen die intelligenten Helfer nun mit rein. Die Stadt Bayreuth soll erst der Anfang sein. Das Landratsamt oder die Regierung von Oberfranken könnten die nächsten Stellen werden, wo solche Hunde erlaubt werden. Auch der Einzelhandel sei willkommen mitzumachen. „Schon über 100.000 Geschäfte bundesweit machen mit. Am besten sollen alle einen entsprechenden türkisfarbenen Sticker am Eingang anbringen.“

17 Arten von Assistenzhunden

Diese Hunde haben nochmal andere Fähigkeiten als etwa Blindenhunde betont Kramme. „Assistenzhunde können etwa einen nahenden epileptischen Anfall oder eine Asthmaattacke erkennen, ebenso wenn sich eine posttraumatische Belastungsstörung Bann bricht.“ Diese Fähigkeiten unterstreicht auch Zweiter Bürgermeister Andreas Zippel: „Für Außenstehende sind Hunde pure Emotionen. Für die Bedürftigen sind sie jedoch Teilhabe pur.“

Wichtig sei bei den Tieren, dass sie die Bedürfnisse und Gefühle ihrer Partner erkennen, so Manfred Burdich von dem Therapiehundezentrum aus Kronach. „Sie schenken den betroffenen Menschen Selbstständigkeit und Lebensqualität.“

Bereits vor über einem Jahr mahnte eine Stadtratsfraktion mehr Inklusion in Bayreuth an – und erhielt dafür Unterstützung von landespolitischer Ebene.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit