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Gesellschaft

Fifty-Fifty-Taxi für die Stadt Bayreuth: Allerdings mit einer Einschränkung

Das Fifty-Fifty-Taxi wurde vom Bayreuther Stadtrat am Mittwoch (22. Juli 2020) auch für die Stadt Bayreuth entschlossen. Allerdings wird es eine Altersbeschränkung geben.

Die Stadt Bayreuth möchte zusammen mit dem Bayreuther Landkreis ein Fifty-Fifty-Taxi einführen. Dabei sollen nachts junge Menschen von Freizeiteinrichtungen – wie Discos – die Hälfte der Taxikosten zahlen – die andere Hälfte übernimmt die Stadt Bayreuth. Der Landkreis Bayreuth hat dieses Konzept bereits beschlossen.

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Update vom 22. Juli 2020: Stadtrat beschließt Fifty-Fifty-Taxi mit einer Einschränkung

Der Vorschlag ein Fifty-Fifty-Taxi einzuführen, wurde am Mittwoch (22. Juli) vom Stadtrat besprochen. Das Konzept an sich unterstützten alle Mitglieder des Stadtrates. Es gab allerdings eine Diskussion um eine Altersgrenze.

In der Vorlage an Anlehnung des Bayreuther Landkreises gab es keine Altersgrenze für Menschen, die das Fifty-Fifty-Taxi nutzen können.

Altersbeschränkung wird gefordert

Thomas Bauske (SPD) kann diesen Vorschlag nicht mittragen, da in diesem Vorschlag alle Bürger umfasst werden. Das sei kein Ersatz für den Discobus und demnach nicht speziell für junge Menschen. Dem schließen sich einige weitere Mitglieder an.

Gert-Dieter Meier (DU) fasst das bezuschussen von Taxifahrten für Alle zusammen: „Wenn es so beschlossen wird, subventionieren wir Taxiunternehmen.“

Auch Tobias Peterka (AfD) sagt, dass dieses Konzept weit über die ursprüngliche Idee hinausgeht, wenn man allen Bürgern das Taxifahren verbilligt. Außerdem gibt er zu bedenken, dass man dadurch den Konsum von Alkohol schmackhafter macht.

Technische Lösung via App?

Andreas Zippel (SPD) fügte hinzu, dass dieses Problem auch technisch gelöst werden könnte, indem es in der App eine Altersbegrenzung eingestellt wird. In der Stadt ist diese festgesetzt, im Landkreis nicht.

Der Stadtrat stimmte zuerst über die Einführung einer Altersbeschränkung ab. Mit 15 Gegenstimmen beschloss der Stadtrat eine Altersbeschränkung von 27 Jahren beim Fifty-Fifty-Taxi einzuführen. Ohne Gegenstimmen wurde im Anschluss das Fifty-Fifty-Taxi einstimmig beschlossen.

Jugendausschuss vom 13. Juli 2020: Fifty-Fifty-Taxi im Landkreis Bayreuth

471 Fahrten wurden in einer Testphase getätigt. Davon kamen 121 Fahrten aus der Stadt Bayreuth – die restlichen 350 aus dem Landkreis. Insgesamt entstanden dabei Taxikosten in Höhe von 13.878,00 Euro. Für die Stadt Bayreuth sind dadurch 3.359,47 Euro Kosten angefallen, teilt Sozialreferentin der Stadt Bayreuth Manuela Brozat mit.

Weiter kam bei dem Testlauf heraus, dass 41 Prozent der Fahrgäste über 28 gewesen sei, sowie 34 Prozent das Taxi nach 3 Uhr nachts genutzt hatten, berichtet Brozat.

Anlehnung an Landkreis Bayreuth

Brozat erklärt, dass der Landkreis die Federführung bei dem Projekt haben wird. Im November 2020 soll das Projekt starten, wobei der ursprüngliche Termine im September wegen der Corona-Pandemie und der Schließung der Discos verworfen werden konnte.

Brozat erklärt, dass alle Taxiunternehmen an dem Projekt teilnehmen sollen und es keine Altersbeschränkung geben wird, da dies vom Landkreis bereits beschlossen wurde. „Dann kommen wir nicht zusammen“, erläutert Brozat.

Kritische Stimmen im Jugendausschuss

Da es keine Altersbeschränkung gibt, sieht das Jugendreferat dieses Projekt kritisch, da es sich nicht mehr um eine Prävention handle, sondern um individuellen Personenverkehr. Die fehlende Altersbeschränkung bemängelten auch einige Mitglieder des Jugendausschusses.

Einzig Silke Launert (CSU) erklärte, dass es keine Altersgrenze benötige, da die ÖPNV-Anbindung im Kreis Bayreuth nachts besonders schlecht sei: „Der ist zur Zeit nicht vorhanden“, fasst sie zusammen.

Christopher Süss (JB) sagte, dass man sich ab einem gewissen Alter die Taxifahrt auch leisten könne und dann auch ein sicherer und verantwortungsvollerer Fahrer sei.

Jugendausschuss stimmt einstimmig für Projekt

Angestoßen wurde das Projekt durch die CSU-Fraktion. Helmut Parzen (CSU) erklärte, dass sein Sohn ihn auf die Idee gebracht hatte, da es dieses Projekt bereits in anderen oberfränkischen Landkreisen gebe. „Man zahlt die Hälfte und nicht mit dem Leben. Als Stadt und Landkreis müsse man gemeinsam dieses Projekt angehen“, sagt Parzen.

Der Jugendausschuss beschloss einstimmig dieses Projekt dem Stadtrat zu empfehlen. Dieser wird dann entscheiden, ob das Projekt auch in der Stadt Bayreuth umgesetzt wird.

Bayreuther Tagblatt - Christoph Wiedemann

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Christoph Wiedemann