Bildung

Luitpoldschule in Bayreuth: Hilferuf der Lehrerinnen sorgt für Handeln von Bayreuther Politikern

Ein Hilferuf von Lehrerinnen der Bayreuther Luitpoldschule hat die Politik erreicht. Abgeordnete und die BG setzen sich für die Schule ein. 

Ein Hilferuf aus der Luitpoldschule in Bayreuth hat die Politik erreicht. Im kommenden Schuljahr sollen die ersten Klassen zu viele Schüler haben, in denen der Migrationsanteil 50 Prozent übersteigt. Bei einem solchen Migrationsanteil dürfe die Klassenstärke 25 Schüler nicht überschreiten. Bayreuther Politiker wollen die Luitpoldschule unterstützen.

Landtagsabgeordneter Tim Pargent zur Luitpoldschule

Der Bayreuther Landtagsabgeordnete und finanzpolitische Sprecher der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag, Tim Pargent, hat sich in einem offenen Brief an Staatsminister Piazolo gewandt. In dem Brief bezieht sich Pargent auf einen Hilferuf der Lehrerinnen der Bayreuther Luitpoldschule zur Teilung der neuen ersten Klassen des neuen Schuljahres.

Im Koalitionsvertrag zwischen CSU und FDP von 2008-2013 wurde der Abbau von großen Schulklassen vereinbart, schreibt Pargent. Seither gelte, Klassen, in denen der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund 50 % übersteigt, sollten generell auf 25 Kinder gesenkt werden.

An der Luitpoldschule in Bayreuth solle keine Klassenteilung vorgenommen werden, obwohl der Migrationsanteil deutlich über 50% liege und die Höchstschülerzahl überschritten werde. Angeblich werden die Schülerzahlen der Luitpoldschule und der angrenzenden Schule im Stadtteil Birken aufgrund des gemeinsamen Schulsprengels aufaddiert, so dass der durchschnittliche Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund rechnerisch gesenkt wird. Die Situation an der Luitpoldschule in Bayreuth kann so nicht hingenommen werden.

BG: Bayreuther Partei setzt sich für Luitpoldschule ein

Angelique Gareiß (BG) ist Schulpflegerin der Luitpoldschule. Als solche erreichte sie ein verzweifelter Hilferuf von Lehrerinnen der Luitpoldschule, weil Klassen trotz hohem Migrationanteil wegen eines bürokratischen Rechentricks nicht geteilt werden, teilt die BG mit.

Da der Luitpoldschule die Außenstelle Birken mit geringem Migrationsanteil zugerechnet wird, wird die Teilung nicht genehmigt, obwohl der Migrationsanteil von 50 Prozent bei einer Klassenstärke über 25 weit überschritten werde.

Angelique Gareiß hat sich nun zusammen mit Fraktionsgeschäftsführer Frank Hofmann an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) gewandt. Die Teilung sei erforderlich, um „den hohen Sprachförderbedarf und den für die Klassenleiter deutlich höheren Zeitaufwand für die notwendige Elternarbeit bewältigen zu können“.

Daraufhin hat Schulreferentin Manuela Brozat erklärt, dass die Klassenteilung nicht Aufgabe der Schulpflegerin sei, sondern des staatlichen Schulamts. Zumindest sagte Brozat zu, mit dem Schulamt über das Thema zu reden.

Unterdessen hat Stephan Müller, Fraktionsvorsitzender der Bayreuther Gemeinschaft, angekündigt, dass er das Problem zum Gegenstand einer Petition zum Bayerischen Landtag machen wird, die er nächste Woche formuliert.

Anette Kramme setzt sich für zusätzliche Klasse in Bayreuth ein

Die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme (SPD) macht sich für eine dritte erste Klasse im kommenden Schuljahr an der Luitpoldschule in Bayreuth stark. In einem Schreiben bittet sie Bayerns Kultusminister Michael Piazolo um Unterstützung. In den bislang geplanten zwei neuen Klassen werden jeweils rund 27 Kinder unterrichtet werden, teilt sie mit.

Der Migrationsanteil werde nach ihren Angaben in beiden Klassen rund 60 Prozent betragen. Normalerweise wäre die Schülerzahl hier auf 25 zu begrenzen, um insbesondere den hohen Sprachförderbedarf bewältigen zu können. “Diese Regelung greift hier leider nicht”, so Anette Kramme.

Problem sei die Schule im Stadtteil Birken, die zum gleichen Sprengel gehört. “Hier ist der Migrationsanteil mit fünf Prozent nur marginal. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler beider Häuser wird nun zusammengerechnet mit dem Ergebnis, dass sich ein Migrationsanteil von 48 Prozent ergibt. Damit ist eine Begrenzung der Schülerzahl nicht mehr zwingend.”

Für sinnvoll hält Kramme diese Regelung nicht: “Große Klassen stellen ohnehin schon eine Herausforderung für alle Lehrer dar. Wenn nun noch bei einem Großteil der Klasse sprachliche Probleme hinzukommen, ist vernünftiges Lehren und Lernen nur noch unter sehr erschwerten Bedingungen möglich. Das will ich vor dem Hintergrund gleicher Bildungschancen nicht einfach so hinnehmen.”

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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