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Finanzen

Stadtwerke Bayreuth: Verlust in Höhe von 470.000 Euro wegen Bussen und Bäder

470.000 Euro Verlust wegen Bussen und Bädern: Am Freitag (7.8.2020) haben die Stadtwerke Bayreuth ihr Jahresergebnis für 2019 präsentiert. 

Die Bayreuther Stadtwerke haben am Freitag (7.8.2020) in einem Pressegespräch das Jahresergebnis für 2019 präsentiert. Dabei zogen die Bäder und der Stadtbusverkehr das Ergebnis nach unten. Im Jahr 2020 mussten die Busse zusätzlich wegen des Coronavirus umgerüstet werden.

Jahresergebnis 2019 der Bayreuther Stadtwerke

Der Umsatz der Stadtwerke wurde gesteigert – von 131 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 137 Millionen Euro, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth GmbH, Jürgen Bayer. Daneben wurden 2019 mehr Investitionen getätigt als im Vorjahr: Die Stadtwerke investierten zwölf Millionen Euro und somit drei Millionen mehr als 2018 (neun Millionen Euro).

2020 werden die Stadtwerke noch mehr investieren, kündigten die Stadtwerke an. Die Zahl der Investitionen solle auf 18 Millionen steigen. Das größte Projekt sei ein Projekt mit der Uni: die Wärme-Kälte-Zentrale-Süd. Hier bestehe das Ziel darin, aus erneuerbaren Energien, Wärme zu gewinnen. “Wir freuen uns, dass auch dieser Wärme-Markt als erneuerbarer Markt gesehen wird”, sagte Geschäftsführer Bayer.

Große Gewinne mit Energie und Wasser – Verluste mit Bussen und Bädern

Große Gewinne machten die Stadtwerke mit der Energie und Wasser GmbH. Die Stadtwerke erzielten alleine damit einen Gewinn von 9 Millionen Euro. Demgegenüber stehen 7,8 Millionen Verluste für den Betrieb des Stadtbusverkehrs, mehrerer Parkeinrichtungen und der Stadtwerke-Bäder. Daneben gingen 1,5 Millionen Euro als Gewinnabführung an die Mitgesellschafterin der Energie- und Wassersparte. Insgesamt machten die Stadtwerke 470.000 Euro Verlust im Jahr 2019.

“Unterm Strich bleibt für das Wirtschaftsjahr 2019 ein Verlust in Höhe von 470.000 Euro. Grundsätzlich gilt auch für dieses Jahresergebnis: Die Verluste der Bäder und der Stadtbusverkehrs hängen einfach wie ein Mühlstein an unserem Hals, und das obwohl unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich ihr Bestes geben.”

(Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth GmbH)

Coronavirus in Bayreuth

Innerhalb einer Woche haben die Stadtwerke 100 Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. So wurden Ansteckungen vermieden und es haben sich keine Mitarbeiter der Stadtwerke auf der Arbeit angesteckt. Eine Prognose für die Verluste des Jahres 2020 lasse sich derzeit nicht abgeben, sagte Bayer. Es wisse noch niemand, wie sich die Pandemie in den nächsten Monaten weiter entwickelt. “Natürlich wird das Ergebnis 2020 kein gutes werden.”

Coronavirus: Deutlicher Rückgang der Fahrgäste in Bayreuth

Pro Jahr gibt es rund sechs Millionen Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr bei den Stadtwerken Bayreuth. Durch Corona sei die Anzahl der Menschen im ÖPNV drastisch gesunken. Dennoch wollten die Stadtwerke während der Corona-Pandemie den Gästen die Fahrten anbieten. Zunächst sei nur der Busfahrplan nachts etwas ausgedünnt worden. Derzeit sei man dabei, die Busse sicherer zu machen und weiter umzurüsten. Bislang habe sich kein Busfahrer in Bayreuth mit Corona angesteckt.

Die Pandemie machte sich für die Stadtwerke deutlich bemerkbar. Im öffentlichen Nahverkehr war die Kundenfrequenz in der Anfangszeit von Corona bis zu 80 Prozent abgesunken. Schulverkehr habe gar nicht mehr stattgefunden, sagte Jürgen Bayer. Die Auslastungsquote betrage mittlerweile nur rund 80 Prozent.

Je nach der weiteren Entwicklung der Pandemie werde die Entwicklung weiter zögerlich bleiben. Für die Stadtwerke bedeute dies Einnahmeneinbußen. Der Staat Bayern hat sich bereiterklärt, gewisse Verluste, die im ÖPNV entstanden sind, auszugleichen.

Dramatische Situation bei den Bädern in Bayreuth

In der Hand der Stadtwerke sind mehrere Bayreuther Bäder wie das Kreuzsteinbad, die Lohengrin Therme oder auch das Stadtbad. Im Jahr 2019 sind 85.000 Menschen ins Stadtbad gegangen. Das sind 15.000 weniger als im Vorjahr. Im Kreuzsteinbad reduzierte sich die Zahl der Gäste von 167.000 auf 146.000. Bei der Lohengrin Therme sieht es anders aus: Im Jahr 2018 kamen 190.000 Gäste, 2019 waren es dann 194.000.

Bei den Bädern sei die Situation wegen Corona aktuell ganz dramatisch, sagte Jürgen Bayer. Hierbei seien die Stadtwerke verpflichtet gewesen, die Bäder zu schließen. Mittlerweile gebe es strenge Hygienemaßnahmen. Derzeit dürften maximal 1.2000 Personen gleichzeitig ins Kreuzer. Auf zwei Schichten aufgeteilt seien das 2.4000 Menschen. Die normale Auslastung ist weit höher – bis zu 7.000 Badegäste könnten im Normalfall kommen. Aufgrund der Pandemie gelte allerdings “Safety First”. Das Stadtbad bleibt aktuell geschlossen. Wenn der Schwimmunterricht wieder beginnt, könnte sich dies ändern.

Hotels an der Lohengrin Therme?

Die Lohengrin Therme öffnete am 31. Juli 2020 mit strengen Hygienevorschriften. Der Nachteil dabei sei, dass die Räumlichkeiten eher klein seien. Bei kleinen Räumen seien die Hygienevorschriften problematisch. Hier dürften pro Raum nur ein bis zwei Gäste hinein.

Deshalb hatten sich die Stadtwerke beschlossen den Sauna- und Wellnessbereich nicht zu öffnen. Für die nächsten Jahre sei geplant, nahe der Lohengrin Therme Hotels zu errichten. Dies könne für die Zukunft der Therme wichtig sein.

Weniger Kurzparker

Vor kurzem haben die Stadtwerke Bayreuth angekündigt, die Preise für das Parken zu erhöhen. Im Kurzparkerbereich habe sich Corona nicht ausgewirkt, sagte Bayer. “Wenn die Leute nicht einkaufen gehen, parken sie natürlich auch nicht in der Stadt.” Im Dauerparkerbereich habe es keine großen Auswirkungen gegeben. Inzwischen sei die Situation aber wieder normal.

Telekommunikation und Glasfaser

Die Stadtwerke wollen Telekommunikation und Glasfaser fortan noch stärker forcieren. Dabei sollen Geschwindigkeiten von bis zu 10.000 MBit/s ermöglicht werden und in weiten Teilen des Stadtgebiets verfügbar sein.

Wasser für die kommenden Generationen

Der Wasserabsatz der Stadtwerke Bayreuth sank im Jahr 2019 auf 5.260.000 Kubikmeter. Im Vorjahr hatte dieser noch 5.320.000 Kubikmeter betragen. Wasserprobleme gebe es in Bayreuth keine, sagte Bayer. Die Reaktionszeiten seien hier sehr lang. “Ein Rohrnetz bauen Sie nicht mit einem Fingerschnippen auf. Wir müssen unsere Wasserversorgung auch enkelsicher machen. Unsere Kindeskinder müssen auch auf eine gute Wasserversorgung zurückgreifen können.” Die Stadtwerke haben die Wasserpreise 2020 erhöht.

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt