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Vandalismus in der Wilhelminenaue: Bayreuther Parteien bieten Lösungen an

Die Wilhelminenaue in Bayreuth steht aktuell im Blickpunkt: Grund sind Müll, Zerstörung und Vandalismus von Feiernden. Die Bayreuther Politik schaltet sich ein.

Die nächtlichen Ausschreitungen in der Wilhelminenaue in Bayreuth beschäftigen die Politik. Auf Anfrage des bt erklärte Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU), die Kontrollen weiter auszubauen. Auch über ein Alkoholverbot werde diskutiert. Einige Bayreuther Parteien haben nun ebenfalls Statements veröffentlicht.

Hintergrund: Das wird an der Wilhelminenaue angerichtet

Müll, Dreck, Verwüstung und Zerstörung: Das sollen Hinterlassenschaften Feiernder in der Wilhelminenaue sein. Das Stadtgartenamt bestätigt auf Nachfrage, dort täglich Müll beseitigen zu müssen. Am Sonntag erregte dann ein Facebook-Post des Geschäftsführers des Kulturkiosks Aufsehen: ein Hilferuf an die Politik.

Update vom 29. Juli: CSU Bayreuth lehnt generelle Verbote ab

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse am Kulturkiosk in den Wilheminenauen fordert die CSU in der Stadt Bayreuth die Kontrollen durch Sicherheitsdienste und gegebenenfalls auch durch die Polizei auf dem Gelände auszuweiten. Hier steht der Kreisverband klar an der Seite des Oberbürgermeisters, der sich schon deutlich zu den aktuellen Vorkommnissen geäußert hat.

Vor allem an Wochenenden und an Feiertagen, insbesondere nach den Schulabschlüssen und in den Ferienzeit müsse die Stadt mehr und länger Präsenz zeigen. Generelle Verbote lehnt die CSU jedoch ab. Hier würden zwar auch die Täter, vor allem aber die vielen friedlichen Besucher des Geländes getroffen.

„Es braucht ein Konzept, bei dem die friedlichen Besucher weiterhin ihre Zeit in der Wilhelminenaue genießen können, Randalierer aber keine Chance haben.“ so die CSU-Kreisvorsitzende Dr. Silke Launert, MdB. Auch beim Thema Abfall braucht es für die Wilhelminenaue künftig ein besseres Konzept.

Das sagt die SPD Bayreuth zum Thema Wilhelminenaue

Am Dienstagabend (28. Juli 2020) veröffentlichte die SPD Bayreuth folgende Stellungnahme zum Thema Wilhelminenaue: Der Ruf nach mehr Polizeikontrollen und einer strengen Parkordnung wurde laut. Für den Vorsitzenden der SPD Bayreuth, Roland Keil, sind diese Schritte jedoch allenfalls die letzte Möglichkeit – man müsse nach geeigneteren Alternativen suchen, zum Beispiel einen Ausbau des Street-Worker-Programms der Stadt.

“Klar ist: Vandalismus, Müll und Gewalt können wir nicht tolerieren. Jedoch müssen wir auch erkennen, dass der Ruf nach mehr Polizei zu kurz gedacht ist und die bestehenden Probleme nicht lösen wird”, erklärt Roland Keil. Eine stärkere Polizeipräsenz würde das Geschehen nur verlagern. Dies hätte man in der Vergangenheit bereits am Geschehen im Hofgarten sehen können, schreibt die SPD.

Festzustellen sei auch, dass eine Großzahl der Jugendlichen, die sich in den Abendstunden in den Wilhelminenauen aufhalten, dort friedlich feiern. “Viele wollen einfach eine gute Zeit verbringen – ohne Randale und ohne mutwillige Zerstörungen. Leider gibt es aber – wie immer – einige schwarze Schafe, die nicht wissen, wie man sich anständig verhält und die friedlichen Jugendlichen mit ihren Aktionen mit in ein schlechtes Licht rücken”, sagt Keil.

Es sei wichtig, nicht mit Verboten und mehr Polizei zu reagieren, sondern mit pädagogischer Intervention. Deshalb regt die SPD Bayreuth den Ausbau des Streetworker-Programms in Bayreuth an. “Wir müssen uns mit den Jugendlichen auseinandersetzen und dürfen nicht den Fehler machen, alle pauschal zu kriminalsieren.”

Junge Union Bayreuth fordert Bußgelder in Bayreuth

Auch die Junge Union hat auf die Berichte am Dienstagabend eine Stellungnahme veröffentlicht: “Bei den Tätern handelt es sich dabei in den meisten Fällen um Jugendliche und junge “Erwachsene” – wobei “Volljährige” die treffendere Bezeichnung wäre”, heißt es in dem Statement.

Dabei stellt die Junge Union ihre Haltung zu möglichen Alkoholverboten klar: “Diese Idee lehnen wir als Junge Union klar ab, da man damit nicht nur die tatsächlichen Täter trifft, sondern leider auch all die Besucher, die den Abend dort in zivilisierter und entspannter Weise verbringen möchten.”

Als Lösung schlägt die Junge Union Bayreuth vor: “Stattdessen bitten wir den Stadtrat, zu prüfen, inwiefern man eine bewehrte Satzung erfassen kann, die das Vermüllen und die Störung der Nachtruhe mit einem empfindlichen Bußgeld bestraft. Durchzusetzen wäre diese Satzung, indem man dort regelmäßig zivile Beamte des Ordnungsamts oder besser noch der Polizei patrouillieren lässt.”

Stadtratsfraktion DU/FDP/FL stellt Anfrage an Verwaltung

Die Stadtratsfraktion der FDP/DU/FL hat bereits eine Anfrage an die Stadtverwaltung eingereicht. Das teilt die Partei DU auf ihrer Facebookseite mit. “Ziel ist es, zu erfahren, wie die Stadt und Polizei die Lage vor Ort einschätzen und welche Maßnahmen insbesondere in der Nacht ergriffen werden können und sollen, damit die Lage sich entspannt”, heißt es in der Nachricht.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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