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Stadtentwicklung

Widerstand gegen Neubau von Brauhaus in Bayreuth: Initiative mit Vorwürfen an Oberbürgermeister

Eine Bayreuther Bürgerinitiative blickt skeptisch auf das geplante Brauhaus in Oberobsang – und richtet einen Offenen Brief an den Oberbürgermeister. Der hat umgehend geantwortet.

In Oberobsang im Bayreuther Westen will die Brauerei Gebrüder Maisel ein neues Brauhaus errichten. Das ruft nun Anwohner auf dem Plan.

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Eine Bürgerinitiative hat einen Offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) geschrieben. Diese Vorwürfe stehen in dem Papier und so reagiert der Oberbürgermeister darauf.

Widerstand gegen neues Brauhaus in Bayreuth

Die Brauerei Gebrüder Maisel möchte in Oberobsang ein neues Brauhaus bauen. Der Stadtrat stimmte im Juli einem Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren zu. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger hatte in einer Mitteilung vom 21.09.2021 um mehr Sachlichkeit in der Debatte um die Bayreuther Stadtentwicklung gebeten.

Doch es gibt Widerstand: die Initiative Oberobsang. Das Handeln von Oberbürgermeister Ebersberger kann die Initiative nicht nachvollziehen. Eine Sprecherin der Initiative Oberobsang wirft Ebersberger vor, die Anwohner zu stigmatisieren, „ohne mit diesen jemals persönlich vor Ort gesprochen zu haben.“

Außerdem stellt die Sprecherin die Wohnqualität in Oberobsang in Frage, wenn eine „überdimensionierte Industrielandschaft unmittelbar in den Vorgärten“ entstehen solle.

Weiter bemängelt die Initiative Oberobsang fehlende Transparenz bei der Trinkwasserversorgung. Dazu antwortet Ebersberger: Die Stadt Bayreuth hatte die Liefermenge der Fernwasserversorgung Oberfranken „erst jüngst um eine Million Kubikmeter Trinkwasser reduziert.“ Er teilte zudem mit: „Der Wasserbedarf der Stadt ist gesichert.“

Bayreuth: Oberbürgermeister antwortet Initiative Oberobsang

Noch am gleichen Tag antwortete der Oberbürgereister der Initiative Oberobsang. Dass die Anliegen der Nachbarn unberücksichtigt blieben, wies er dabei zurück. „Selbstverständlich wird auch im Laufe des Verfahrens ein direktes Gespräch erfolgen“, antwortete Ebersberger in einem Schreiben, das dem bt ebenfalls vorliegt.

Er relativierte zudem, dass die konkreten Pläne der Brauerei Maisel noch gar nicht vorlägen, sondern lediglich „grob umrissen“ seien.

Auch die Sorge vor einer „überdimensionierten Industrielandschaft“ wies er zurück.

Wichtige Gewerbesteuern für Bayreuth

Weil Bayreuth bei der Trinkwasserversorgung „breit aufgestellt“ sei, wurde die bestellte Menge zurückgefahren. Im Fall der Fälle wäre ein Anschluss an die Juragruppe für weiteres Trinkwasser denkbar, schreibt Ebersberger.

Auch einem Mehrverbrauch durch ein neues Bayreuther Brauhaus schob Ebersberger einen Riegel vor – und bezog sich auf ein anderes Unternehmen: „Allein die Verminderung der Wassermenge eines großen Betriebes in Bayreuth, der seine Produktion aufgegeben hat, würde in etwa den Mehrbedarf abdecken, der durch die weitere Brauerei benötigt würde.“

Zudem wirke sich die geplante Ansiedlung eines neuen Maisel-Brauhauses auf die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Bayreuth aus. Vor Jahren haben diese Einahmen laut Ebersberger mal bei 109 Millionen Euro gelegen. 2020 waren es noch 79 Millionen. Im laufenden Jahr seien das bisher nur 43 Millionen Euro gewesen. Vor diesem Hintergrund sei zu berücksichtigen, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt voranzutreiben.