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Politik

Probleme beim neuen Feuerwehrhaus: massiver Unmut in Gemeinde bei Bayreuth

Beim Bau des neuen Feuerwehrhauses in Bindlach treten noch vor Baubeginn Probleme auf. Der Bürgermeister sprach am Montag (5. Juli) von einer „bitteren Pille“.

Es rumpelt beim Bau des neuen Feuerwehrhauses in Bindlach. Erst im Boden bei der Gründung des Feuerwehrhauses – und dann im Gemeinderat. In der Gemeinderatssitzung im Mai hat Bürgermeister Christian Brunner eine hochmoderne Ausstattung des neuen Feuerwehrhauses angekündigt.

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Neues Feuerwehrhaus in Bindlach – technische Probleme vor Baubeginn sorgen für Unmut

Schlechte Nachrichten vom neu geplanten Feuerwehrhaus in Bindlach:  Eine Änderung bei der Gründung des Baus ist notwendig. Die kostet Geld. Und das sorgt im Gemeinderat für deutlichen Unmut.

Die Gründung müsse nun mit Bohrpfählen erfolgen, wie Bürgermeister Christian Brunner (CSU) dem Gemeinderat eröffnete. Der Vortrag von Architekt Günter Lenk und Ingenieur Helmut Raps war sehr technisch geprägt. Aber die wesentliche Botschaft ist angekommen. Es seien Fehler in der frühen Planung aufgetreten. Und es kommen Mehrkosten in Höhe von rund 160.000 Euro auf die Bärengemeinde zu.

Bereits im letzten Jahr hat der Gemeinderat Bindlach Einsparungen zum Feuerwehrhaus zugestimmt.

Neues Feuerwehrhaus Bindlach – Bohrpfähle statt Brunnenringe

„Wir haben eine Bodenschürfe auf Gründungstiefe in rund zwölf Metern Tiefe vorgenommen. Die Bohrpfahlvariante ist am wirtschaftlichsten. Mit den erkannten und vorhandenen Erdstoffen ist sie die einzig richtige Variante.“ Trotz der Erhöhung der Auftragssumme um 160.000 Euro sorge die geänderte Gründung langfristig für eine Einsparung, so Lenk. Statiker Helmut Raps ergänzte: „Wir haben Auflagen von Wasserrechtsverfahren einzuhalten. Das Grundwasser muss abgesenkt werden.“

An die bisher angedachte Brunnenring-Gründung ist nicht mehr zu denken. Die Brunnenringe seien ungeeignet um den Druck des Feuerwehrhauses im Untergrund gleichmäßig zu verteilen. Das Erdreich hätte bei ihr nur eine „provisorische Schalung“ dargestellt, so Raps. Letzten Endes gehe es darum, ein Bauwerk herzustellen, das den Erfordernissen der Feuerwehr gerecht werde, resignierte Brunner dazu.

Genau vier Wochen vor der Gemeinderatssitzung stürzte ein Hochwasser Bindlach in einen „Ausnahmezustand“, wie es die Freiwillige Feuerwehr Bindlach neulich formuliert hat.

„Absolut unbefriedigender Job“ von Architekt und Ingenieur

Die Meinungen der Bindlacher Gemeinderäte ließ nicht lange auf sich warten. Wenn Fehler gemacht würden, dann könnten „wir als Gemeinderäte das in der aktuellen Situation nur durchwinken“, stellte Florian Eagan (CSU) mit Unverständnis fest. In Richtung von Architekt Lenk und Ingenieur Raps sagte er: „Es ist ein absolut unbefredigender Job, der hier geleistet wird.“

Werner Fuchs (CSW) nannte das Gebaren „ein starkes Stück“. Er richtete eine Aufforderung an die beiden, auch wenn er sie als elegantes Angebot deklarierte:  den Verzicht auf den Teil des Honorars, das der Gemeinde Bindlach Mehrkosten verursachen würde. „Wenn Sie ein Ehrenmann sind, dann nehmen Sie an“, sagte er direkt an Lenk gerichtet.

Bürgermeister: „Bittere Pille“ für Bindlach

Eine direkte Antwort blieb dieser freilich schuldig. Doch zu seiner „Verteidigung“ sagte Lenk, er hätte dem Gemeinderat bereits im Jahr 2018 Bohrpfähle zur Gründung empfohlen, doch sei auf ihn nicht gehört worden. Das mag zwar so gewesen sein, so Brunner, als er sich wieder einschaltete. Er sprach von einer „bitteren Pille“, die Bindlach nun zu schlucken habe. „Ich glaube nicht, dass wir dieses Jahr den Bau noch beginnen werden.“

Zugleich hoffte er, dass es die letzte Pille dieser Art gewesen sei. Jedoch wäre bei der notwendigen Bohrpfahlgründung auch die Beheizung des Bindlacher Feuerwehrhauses mit Geothermie wieder im Bereich des Möglichen. Das lehnten die Gemeinderäte jedoch einstimmig ab.

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit