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Hygiene

Neuer Lebensmittelskandal in oberfränkischer Mälzerei? Schimmel und Dreck – Behörde meldet Vorfälle nicht

Ein neuer Hygiene-Vorfall in einer fränkischen Mälzerei wurde nun aufgedeckt. Doch die zuständige Kontrollbehörde hat die Vorfälle nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt. Ein Skandal – findet die SPD.

Massiver Schimmelbefall an Decken, Wänden und Türen: Die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) hat schwere Hygienemängel in einer Malzfabrik entdeckt – soll das allerdings über Monate verschwiegen haben. „Die Zustände sind unglaublich ekelerregend. Schon wieder stehen bayerische Lebensmittel am Pranger“, erklärt der bayerische SPD-Fraktionsvorsitzende Florian von Brunn.

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Das zeigt ein geheimer Kontrollbericht, den die Verbraucherorganisation foodwatch am Donnerstag (27. Mai 2021) öffentlich gemacht hat. Fotos habe die bayerische SPD-Fraktion gesehen – diese kritisiert deshalb die zuständige Kontrollbehörde scharf.

Ekelerregende Zustände in oberfränkischer Mälzerei: Kein Bußgeld

Demnach dokumentierten Mitarbeiter der Kontrollbehörde bei einer Betriebsbegehung Anfang Februar 2021 massiven Schimmelbefall in der Fabrik, die nach eigenen Angaben bundesweit 50 Brauereien, darunter auch Augustiner, beliefert. Trotz der schwerwiegenden Mängel verhängte die Behörde jedoch kein Bußgeld und informierte nicht die Öffentlichkeit. Dies ist laut foodwatch und der bayerischen SPD-Fraktion ein schweres Versäumnis.

„Offenbar wurde nur deshalb kein Bußgeld verhängt, damit diese krassen Verstöße gegen die Lebensmittelhygiene nicht veröffentlicht werden müssen. Es ist völlig inakzeptabel, mit solchen Tricks geltendes Recht zu umgehen. Offenbar herrscht zumindest in Teilen der Behörde die Auffassung, man müsse die Hand sogar über schwarze Schafe halten. Der Verbraucherschutz wird so mit Füßen getreten“, teilt der SPD-Fraktionsvorsitzende Florian von Brun mit.

„Schimmel, wohin das Auge reicht in einer Malzfabrik für das berühmte Bayerische Bier – ein Hygiene-Skandal der Superlative. Der größere Skandal ist jedoch, dass die Kontrollbehörde die katastrophalen Zustände verschwiegen hat. Die Bayerische Staatsregierung muss Konsequenzen aus dem Fall ziehen und für vollständige Transparenz sorgen: Alle Ergebnisse der Bayerischen Lebensmittelkontrollen müssen künftig veröffentlicht werden“, forderte Oliver Huizinga, Kampagnendirektor bei foodwatch.

Konsequenzen für bayerische Behörde?

Behörden sind nach den Vorgaben des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches dazu verpflichtet, bei „nicht unerheblichen“ oder „wiederholten“ Hygienemängeln die Öffentlichkeit zu unterrichten, sofern ein Bußgeld von „mindestens 350 Euro“ zu erwarten ist. Der Fall Zeitler zeige, dass die Behörden die Veröffentlichungspflicht einfach umgehen könnten, indem sie kein Bußgeld verhängen, kritisierte foodwatch.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende hat diesbezüglich auch eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung gestellt: „Ich will wissen, warum die Kontrolleure hier so zahm waren. Es muss auch geklärt werden, ob durch die Arbeit in komplett verschimmelten Räumen nicht die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unverantwortlicher Weise gefährdet wurde.“

Die bayerische KBLV erklärte in einem Interview beim Bayerischen Rundfunk, dass Teile des Betriebes gesperrt seien. Das Malz, das sich zum Zeitpunkt der Kontrolle in der Mälzerei befand, durfte nicht in Umlauf gebracht werden.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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