Oliver Gerhards ist tot

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Der CSU-Politiker, frühere Stadtrat und bekannte Bayreuther Arbeitsrechtler Oliver Gerhards ist tot.

Der 42-Jährige verstarb am Sonntagnachmittag, nachdem er auf dem Sportgelände des TSV Obernsees wegen eines Herzinfarktes zusammengebrochen war.

Kollaps am Fußballplatz

Als Zuschauer verfolgte Gerhards dort offenbar ein Fußballspiel zwischen dem TSV Obersees und dem SV Schreez. Verantwortliche beider Vereine berichten auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts, dass Gerhards gegen Ende des Spiels hinter einem Fangnetz am Boden liegend entdeckt worden sei. Wie lange er dort lag, ist unklar. Wegen des heftigen Winds, der am Sonntagnachmittag aus dieser Richtung gekommen sei, hätten sich die Blicke der Zuschauer eher in die andere Richtung gerichtet.

Spieler des TSV Obernsees hätten versucht, den 42-Jährigen vor Ort zu reanimieren. Erst ein hinzugezogener Notarzt habe Gerhards wiederbeleben und dessen Kreislauf stabilisieren können. In der Notaufnahme des Klinikums ist er gegen 18:30 Uhr schließlich nach einem weiteren Infarkt verstorben.

Freunde und Bekannte haben in den sozialen Medien bereits Abschied von dem zweifachen Familienvater genommen.

Sechs Jahre im Stadtrat

Gerhards war von 2008 bis 2014 einer von zwei Politikern der jungen Liste BT go!, die gemeinsam mit der CSU eine Fraktion im Bayreuther Stadtrat bildete. Der Versuch, 2014 über die Liste der CSU nochmal in den Stadtrat einzuziehen, scheiterte aber.

Gerhards hatte zuletzt auf sich aufmerksam gemacht, als er die am Klinikum fristlos entlassenen Oberärzte der Neurologie im Prozess gegen das Klinikum erfolgreich vertrat.

Stadtrat Harald Rehm nennt sich einen Freund Gerhards. Auf die Nachricht vom Tod des 42-Jährigen reagiert er schockiert. Die Kanzlei habe floriert, Gerhards sei ein kämpferischer Mann gewesen, der seine Meinung immer offen vertreten habe.

Von Lüdenscheid nach Bayreuth

Gerhards ist 1976 in Lüdenscheid (Sauerland) geboren und dort aufgewachsen. Nach Abitur und Grundwehrdienst studierte er an den Universitäten Erlangen-Nürnberg sowie Bayreuth. Im Januar 2008 erfolgte die Zulassung als Rechtsanwalt. Anschließend war Gerhards zunächst knapp fünf Jahre in einer größeren Bayreuther Sozietät tätig. Im Jahr 2013 machte er sich schließlich selbständig und gründete die Verkehrs- und Arbeitsrechtskanzlei Bayreuth.

Auf seiner Website schrieb Gerhards, dass er Mitglied in verschiedenen Vereinen gewesen sei, unter anderem bei FC Schalke 04, dem ASV Oberpreuschwitz, dem Motorsportclub Bayreuth und dem Förderverein der Stadtbibliothek Bayreuth. Gerhards war Vorsitzender des Motorsportclubs und Medienbeauftragter des Nachwuchsleistungszentrums der SpVgg Oberfranken Bayreuth.

Er hinterlässt zwei kleine Kinder und eine Frau.