Petition: Kindergarten statt Kita

Im Internet gibt es eine Petition, die die Rückkehr des Wortes Kindergarten fordert.

Initiator Frank Persike sagt, das deutsche Wort sei in mehr als 40 Sprachen weltweit übernommen worden, stehe im Deutschen aber vor dem Aus. Hier hätten sich im öffentlichen Sprachgebrauch stattdessen die Begriffe “Kindertagesbetreuung”, “Kindertageseinrichtung” oder kurz “Kita” durchgesetzt.

Kulturelles Erbe bewahren

Wie im Text der Petition steht, habe sich damit “weitgehend ein Verwaltungsbegriff für Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung etabliert”. Persike und seine Mitstreiter sehen die Gefahr, dass damit auch “die humanistische Idee von Kindheit” verloren gehe. Dabei verstünden sich Kindergärten doch grundsätzlich als Einrichtungen, in denen Bildung, Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung spielerisch und “behütet wie in einem Garten”, statt durch Belehrung vonstatten gehen sollten. Das kulturelle Erbe Kindergarten gelte es schließlich zu bewahren.

7000 Unterzeichner

Seit Oktober 2018 haben fast 7000 Menschen, überwiegend aus Thüringen, die Petition unterschrieben. Jetzt beschäftigt sich der thüringische Landtag mit der Sache.

Von Thüringen in die Welt

Warum gerade Thüringen? Das erklären die Initiatoren der Petition auf ihrer Website. Demnach gilt Thüringen als Ausgangspunkt einer internationalen Kinderbewegung. Gegründet 1840 von Friedrich Fröbel in Bad Blankenburg, galt der Kindergarten als Gegenentwurf zu den Kinderbewahranstalten jener Zeit und als Ergänzung zur häuslichen Erziehung in der Familie. Begleitend bildete er pädagogisches Fachpersonal – Kindergärtnerinnen und Mütter in Bad Liebenstein, Keilhau und Bad Blankenburg – aus, die mit dem Kindergartenverbot 1851 in Preußen emigrierten und damit die Idee des Kindergartens in die Welt trugen.

Mehr Infos unter www.dieweltsprichtkindergarten.de