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Spende

Pizzeria im Kreis Bayreuth spendet Essen an Arztpraxen und Stationen – „Einfach mal Danke sagen“

Die Pizzeria San Marino in Bindlach will trotz der schweren Zeit für die Gastronomiebranche etwas Gutes tun und spendet Pizzen, Pasta & Co. an Arztpraxen, Krankenhausstationen und andere Einrichtungen.

Gabriele Posteraro und Tamara Retsch betreiben die Pizzeria San Marino in Bindlach. Durch den Lockdown haben sie viel Zeit zum Nachdenken. Dann kam Retsch die Idee, einfach mal Danke zu sagen und etwas Gutes für die Corona-Helden zu tun.

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Bindlacher Pizzeria spendet Essen

„Die Idee zu dieses Aktion kam mir ehrlich gesagt spontan“, erzählt Tamara Retsch. Während sich ihr Freund Gabriele Posteraro um die Zubereitung der Speisen in der Pizzeria San Marino kümmert, ist die 23-Jährige für den ganzen restlichen Ablauf zuständig.  „Wir haben überlegt ob wir in irgendeiner Weise auch was dazu beitragen können.“

Bereits seit Beginn des Lockdowns läuft in der Pizzeria San Marino eine Aktion für Firmenkunden. Im Zuge dieser kosten die Pizzen nur sechs Euro. Nun wollten sie auch anderen Menschen etwas spendieren. Allerdings nicht in Form von Geld, denn das ist den beiden in der jetzigen Zeit unmöglich.

„Wir möchten wenigstens den Menschen danken, die täglich ihre eigene Gesundheit riskieren, eine enorme Mehrbelastung haben und für uns zahlreiche Überstunden leisten.“

(Tamara Retsch, Pizzeria San Marino)

Zahlreiche Überstunden in Corona-Zeiten

Deswegen haben sie sich dazu entschlossen, Praxen, Stationen und Einrichtungen mit einer warmen Mahlzeit „Danke“ zu sagen. So wollen sie den Menschen eine kleine Freunde machen und ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

„Wir denken, es ist wichtig mit Herz zu arbeiten, wenn man eine Pizzeria besitzt und nicht nur so viel Profit wie möglich daraus zu ziehen.“
(Gabriele Posteraro, Pizzeria San Marino)

Die Auswahl welche der Praxen, Stationen und Einrichtungen diesen Dank erhalten, wurde nicht wahllos nach dem Zufallsprinzip getroffen. „Wir haben uns für die entschieden, bei denen wir durch Gespräche oder private Erfahrungen mitbekommen haben, wie es zur Zeit läuft“, sagt Retsch.

Pizzen aus dem Landkreis Bayreuth

Das Paar hat seinen Fokus vor allem auf die Einrichtungen gelegt, die seit vielen Jahren Weihnachten, Silvester oder andere Feiertag nicht mit ihrer Familie verbringen, sondern arbeiten. „Für diese Menschen ist es dieses Jahr überhaupt keine Diskussion wert, dass man Weihnachten und Silvester nur eingeschränkt feiern darf“, sagt Retsch.

„Leider können wir nicht allen Einrichtungen Pizzen spendieren. Aber wir möchten damit ein Statement setzen“, sagt sie. Jeder Unternehmer und jede Privatperson könne etwas beitragen. Deshalb rufen die Betreiber der Bindlacher Pizzeria San Marino auch zu folgendem auf:

„Unterstützt wenn möglich geschwächte Betriebe, Menschen die für uns täglich um unsere Gesundheit kämpfen und jegliche sonstige Menschen, die es momentan nicht einfach haben.“

(Gabriele Posteraro und Tamara Retsch, Pizzeria San Marino)

Schwere Zeiten für Kinder im Lockdown

Aber nicht nur Arztpraxen, Einrichtungen und Krankenhausstationen bekommen eine Lieferung von Retsch und Posteraro. Eine Essenslieferung wird auch an einen Kindergarten gehen. „Die Kinder sind momentan die, die am meisten darunter leiden, weil sie nicht raus dürfen und mit Freunden spielen können“, sagt Retsch.

Anstatt aber den Kopf in den Sand zu stecken, würde die Kinder vielen Erwachsenen vormachen, wie es funktioniere, sich an die Regeln zu halten. Aber den Gastronomen liegen nicht nur die Kinder, sondern auch die Landwirte am Herzen.

Ein Landwirtschaftlicher Betrieb ist ihnen dabei besonders ins Auge gefallen und wird von ihnen eine kleine Spende erhalten. „Ich glaube, Landwirten wird es nur selten gedankt was sie tagtäglich für uns machen – ohne Pause und Rücksicht auf Feiertage“, erklärt Retsch.

Corona-Testzentrum in Bayreuth

Am Mittwoch (23.12.2020) überreichten Retsch und Posteraro schon die erste Spende. Diese ging an das Corona-Testzentrum an der Lohengrin Therme. „Gestern haben wir fünf große Familienpizzen, drei normale Pizzen und eine große Schale Salat übergeben“, erzählt sie. „Die haben sich total gefreut und sich tausendmal bedankt.“

Am 1. Weihnachtsfeiertag ist dann die Intensivstation der Hohen Warte in Bayreuth dran. Dort seien es dann um die 15 Personen. „Die können sich dann selbst aussuchen, was sie gerne essen möchten.“ Das Testzentrum habe sich dagegen Familienpizzen gewünscht.

Anonymer Spender beteiligt sich an Aktion

Die Aktion läuft noch solange, bis die Arztpraxen aus ihrem Weihnachtsurlaub zurück sind und bedacht werden können. Besonders freut sich das Paar über einen Gast. Dieser hatte die Idee, die Wohngruppe in der Leuschnerstraße in Bayreuth zu beschenken.

Die Bewohner gehören zu den Menschen, die von dem Brand in der Werkstatt für Behinderte im Sommer betroffen waren. „Er übernimmt die Kosten für die Pizzen, möchte aber anonym bleiben“, erzählt Retsch.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler