Betrug

Falsche Polizisten erbeuten mehrere hunderttausend Euro in Kulmbach: Frau sollte sogar Haus überschreiben

Falsche Polizisten haben in Kulmbach eine Frau um mehrere hunderttausend Euro betrogen. Die Trickbetrüger wollten sogar das Haus der Frau erbeuten.

Falsche Polizisten haben in Kulmbach in Oberfranken mehrere Hunderttausend Euro erbeutet. Die Trickbetrüger waren im Juni 2020 unterwegs. Die Oberfränkische Polizei warnt erneut vor den falschen Polizisten. Denn ebenfalls im Juni haben Falsche Polizisten Zehntausende Euro einer 81-jährigen Kulmbacherin erbeutet.

Falsche Polizisten erbeuten viel Geld in Kulmbach

Das Opfer, eine 72-jährige Kulmbacherin, erhielt Anfang Juni einen Anruf der vermeintlichen Kriminalpolizei Kulmbach. Dabei suggerierten ihr die Trickbetrüger, dass ihr angespartes Geld auf der Bank nicht mehr sicher sei und sie es lieber abheben solle, erläutert die Polizei den Vorfall.

Nachdem sie dieser Anregung nachkam, behauptete der falsche Kommissar, dass es sich bei dem ausbezahlten Geld um Falschgeld handelt und bot die Abholung durch einen Polizisten an. Als dieser erste Versuch der Betrüger geglückt war und sie dadurch eine Zehntausende Euro (fünfstellige Eurosumme) erbeutet hatten, versuchten sie es erneut.

Trickbetrüger wollten Haus überschreiben lassen

Mit gleicher Behauptung gelang es ihnen, die Kulmbacherin zu zwei weiteren Geldübergaben zu bewegen. Insgesamt betrogen sie die Dame um mehrere Hunderttausend Euro (hohen sechsstelligen Eurobetrag). Die Betrüger hatten die Dame in der Folge um ihr gesamtes Erspartes gebracht, teilt die Polizei mit.

Die Dreistigkeit der Anrufer gipfelte darin, dass sie versucht hatten, die Dame zur Überschreibung ihres Wohnhauses zu bringen. Ein Pressebericht über einen ähnlich gelagerten Fall, motivierte die 72-Jährige dazu, Kontakt zur echten Polizei aufzunehmen. Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen gegen die Trickbetrüger aufgenommen.

Tipps von der Polizei Oberfranken

Nach Angaben der Polizei handle es sich bei diesem Fall um keinen Einzelfall. Immer wieder sollen Betrüger mit dieser oder ähnlichen Maschen versuchen, an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Aus diesem Anlass wiederholt die Oberfränkische Polizei folgende Ratschläge:

  • Seien Sie misstrauisch bei Anrufen, die Ihre finanzielle und/oder persönliche Situation betreffen.
  • Lassen Sie sich nicht von einer vertrauenserweckenden Rufnummer auf dem Display in die Irre führen.
  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.
  • Erkundigen Sie sich nach dem Namen des Anrufers, der Adresse und einer Rückrufnummer. Notieren Sie sich diese Angaben.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie auch ältere Verwandte und Nachbarn von dieser Betrugsmasche.
  • Wenn Sie Zweifel haben, sprechen Sie mit Verwandten, dem Ansprechpartner ihres Kreditinstituts oder informieren Sie die Polizei. In dringenden Fällen wählen Sie den Notruf 110.

Gerade an junge Menschen und Bankmitarbeiter ergeht seitens der Polizei die Bitte und der Hinweis, die entsprechende Zielgruppe dahingehend aufzuklären und sich im Zweifelsfall an die örtliche Polizeiinspektion oder Kriminalpolizei zu wenden.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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