Protest: Müllberg vor Rewe – und wer macht das weg?

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Am Samstag, den 13. Juli, soll sich vor dem Rewe-Markt in der Bayreuther Spinnerei ein großer Müllberg auftürmen. Die Initiatoren: die Bewegung Extinction Rebellion. Die Gruppe will damit ein Zeichen gegen den verschwenderischen Einsatz von Plastik in der Lebensmittelindustrie setzen. Auf Social Media wirft die Aktion Fragen auf: Wer macht den Müll weg? Werden Kunden durch die Aktion gestört? Warum erlaubt Rewe den Protest? Das Bayreuther Tagblatt hat mit der Organisatorin und mit der Pressestelle des Einzelhändlers gesprochen.

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Anfrage per E-Mail

Die Zusammenarbeit zwischen Rewe und der Protest-Gruppe verlief gut, wie beide Seiten versichern. Der erste Kontakt entstand per E-Mail. Direkt nachdem die Gruppe Extinction Rebellion von Protest-Aktionen in England, Belgien und Bremen erfahren hatte, fassten sie den Entschluss, auch in Bayreuth eine Aktion umzusetzen. Kurz darauf wandten sich die Initiatoren dann an Rewe. Wenig später war die Sache abgemacht.

„Wir hatten ein sehr konstruktives Gespräch mit den Organisatoren. Da wurde uns zugesichert, dass der Protest ordentlich abläuft und unsere Kunden nicht gestört werden. Wir vertrauen den Organisatoren dabei natürlich auch.“
(Rosmarie Daubenmerkel, Unternehmenskommunikation Rewe Süd)

Was passiert mit dem Müll?

Das Wohlwollen des Einzelhändlers liegt auch daran, dass die Protestierenden versichert haben, sich selbst darum zu kümmern, den Müll einzusammeln. Danach würde die Gruppe den Abfall dann bei Rewe abgeben und in das dortige Recycling-System einführen.

Plastikflaschen

Plastikflaschen. Symbolfoto: Pixabay.

Ein höherer Zweck

Mit der Aktion möchte Organisatorin Katharina Blaurock der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Denn ihrer Meinung nach würden die Leute im Alltag gar nicht merken, wie viel unnötigen Verpackungsmüll sie Tag für Tag benutzen. Der Plastikmüll eines ganzen Wocheneinkaufs auf einem Haufen könnte anderen Konsumenten jedoch die Augen öffnen. Dafür nehmen sie es in Kauf, dieses Mal in Plastik verpackte Produkte kaufen zu müssen.

Eigentlich spricht das Erzeugen von Plastikmüll ja gegen unsere Werte. Bei dieser Aktion dient es aber dem höheren Zweck.
(Katharina Blaurock, Extinction Rebellion)

Kaum Alternativen

Obendrein gibt es in normalen Supermärkten häufig keine Alternativen zu Plastikverpackungen. Während Obst und Gemüse dort eigentlich immer auch plastikfrei gekauft werden kann, sieht es bei Produkten wie Linsen, Reis oder Nudeln schwieriger aus, erklärt Blaurock.

Plastikmüll im gelben Sack. Foto: Redaktion.

Aufmerksamkeit: Ja! Stören: Nein!

Mit ihrer Aktion wollen die Protestierenden möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen. Denn je mehr Menschen davon erfahren, desto mehr würden den Sinn der Sache begreifen können. Wichtig sei dabei aber auch, dass die normalen Kunden nicht gestört werden, betonte sowohl Daubenmerkel von Rewe als auch die Vertreterin der Protest-Aktion.

Unser Ziel ist klar: Aufmerksamkeit generieren: Ja! Stören: Nein!
(Katharina Blaurock, Extinction Rebellion)