Sendelbach Radweg

Vorfahrt für Radler: Abbiegeverbot bleibt, Unterführung kommt

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Der Bauausschuss hat am Dienstag zwei Entscheidungen für den Bayreuther Radverkehr gefällt. Die Teststrecke, die am Sendelbach eingerichtet war, bleibt bestehen und wird nun baulich realisiert. Das Rechtsabbiegeverbot für Fahrzeuge, die vom Hohenzollernring kommen, bleibt somit bestehen. Außerdem soll an der Sandsteinbrücke an der Kulmbacher Straße eine Unterführung für den Fußgänger und Radfahrer entstehen. Sie soll für mehr Sicherheit sorgen.

Vorrang für Radler

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe betont, dass diese Schritte ein Signal an alle Bayreuther Radfahrer seien, dass dem Verkehrsmittel Rad der Vorrang gewährt wird. Der Radverkehr, der sich aus dem Bayreuther Süden und Westen ins Stadtzentrum bewegt, soll im Rahmes des Radverkehrskonzeptes attraktivere und sichere Wege nutzen können.

Sendelbach Radweg

Foto: Susanne Jagodzik

Haarscharfe Entscheidung

In einem Testbetrieb wurde Ende 2018 ein Abbiegeverbot für Fahrzeuge in die Straße Am Sendelbach eingeführt. Dort stehen seither rot-weiße Pfosten, die auf das Einfahrverbot hinweisen. Im September und Oktober wurden dort auch Verkehrszählungen durchgeführt und der Bereich via Videoaufzeichnung überwacht, um nun Schlüsse ziehen zu können. Mit dem Fazit: Die Radstrecke am Sendelbach wird in dieser Form benötigt. Am Abend wurden dort 370 Radquerungen in drei Stunden gezählt. Der Stadtrat hat die bauliche Umsetzung der bisher gelb markierten Teststrecke am Dienstag mit acht Gegenstimmen bei 17 Anwesenden beschlossen.

Eine Ampel am Sendelbach für Radfahrer zu installieren sei an dieser Stelle jedoch nicht möglich und auch nicht zielführend für den Verkehrsablauf, so Srtadtbaureferentin Urte Kelm.

Die Teststrecke wurde sehr gut angenommen und hat sich positiv bewährt. Einer Realisierung steht demnach nichts entgegen.

(Urte Kelm, Stadtbaureferentin)

Es ist gut, dass es die Testphase gab. Denn es braucht immer Zeit, um sich an neue Situationen zu gewöhnen und sich hineinzudenken.

Das ist außerdem ein deutliches Signal an alle Radfahrer und Radfahrerinnen. In Bayreuth gibt es Vorrang für das Verkehrsmittel Rad.

(Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin)

Von allen Varianten, die vorgestellt wurde ist diese Variante am praktikabelsten, wenn auch nicht optimal.

(Georg Kämpf, Bayreuther Gemeinschaft)

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Der Bereich am Sendelbach ist sicherer für Radfahrer und Fußgänger geworden, was uns wichtig war. Das ist ein gutes Zeichen.

(Thomas Bauske, SPD)

Die Teststrecke ist eine derart gut funktionierende Lösung. Sie ist hervorragend.

(Klaus Whürl-Struller, Grüne)

Unterführung als zusätzliches Angebot

Unter der Sandsteinbrücke in der Kulmbacher Straße soll eine Unterführung realisiert werden.

Unter der Sandsteinbrücke in der Kulmbacher Straße soll eine Unterführung realisiert werden. Foto: Carolin Richter

Das Bauamt der Stadt Bayreuth gibt die Strecke an der Sandsteinbrücke an der Kulmbacher Straße für eine Rad- und Fußweg-Unterführung frei. Die hydrotechnische Prüfung spreche dem nicht entgegen. So soll der Radverkehr, der sich seit Ende letzten Jahres vom Sendelbach in die Kulmbacher Straße verlagert hat, sicher umgeleitet werden. Eine Überquerung der Kulmbacher Straße ist dann nicht mehr nötig. Ausgenommen sind allerdings die Wochen, in denen es dort an der Mistel Hochwasser gibt. Dann wird die neue Strecke gesperrt bleiben. Die Unterführung sei, laut Bauamt, ein zusätzliches Angebot für Fußgänger und Radfahrer.

Bau einer neuen Rampe

Die Unterführung soll an den bestehenden Rad- und Fußweg angebunden werden. Dazu möchte die Stadtverwaltung in einem nächsten Schritt den Grund an der Mistel erwerben und auf der südlichen Seite der Sandsteinbrücke eine neue Rampe von 32 Metern Länge anlegen. Allerdings kann diese aufgrund der erhöhten Neigung, nicht vollkommen barrierefrei umgesetzt werden. 172.000 Euro soll das Projekt kosten. Oberbürgermeisterin Merk-Erbe betont, dass die Unterführung auch eine gute Lösung sei, damit Kinderwägen oder Menschen mit Handicap sicher auf die gegenüberliegende Seite der Straße kommen.

Der Antrag für die Unterführung ist ein sinnvoller. Diese 172.000 Euro oder auch mehr sollten wir immer in die Hand nehmen, um allen Menschen, vor allem Kindern und Radfahrern, das Leben so leicht wie möglich zu machen. Das Geld ist hier sehr gut angelegt.

(Halil Tasdelen, SPD)

Danke für den Antrag und dass die Planung nun hier vorliegt. In der Tat war die Überquerung dort an der Kulmbacher Straße eine kritische Stelle. Dass die Barrierefreiheit hier nicht zu 100 Prozent erreicht wird, ist zu verschmerzen.

(Stefan Schuh, Junges Bayreuth)