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Rätselhafter Motorradunfall in Oberfranken: Schusswaffe liegt neben Maschine – aber keine Unfallopfer

Ein verunfalltes Motorrad, Kleidung und eine Schusswaffe wurden in einem Maisfeld bei Poppenreuth gefunden: Von verletzten Unfallopfern fehlte zunächst jede Spur.

Rätselhafter Unfall mit Motorrad: Am Samstagmorgen gegen 04:30 Uhr ging über die Einsatzzentrale ein abgebrochener Notruf ein, dass es auf der Bundesstraße 289 auf Höhe Poppenreuth einen Motorradunfall gegeben habe. Das teilt die Polizei am Sonntag (18. Juli 2021) mit.

Nach längerer Suche konnte schließlich in einem Maisfeld ein verunfalltes Motorrad ohne Kennzeichen aufgefunden werden. Außerdem fanden die Einsatzkräfte in der Nähe Fahrzeugteile, Bekleidung, einen beschädigten Helm und eine Schusswaffe. Hinweise auf ein zweites Fahrzeug ergaben sich vor Ort jedoch nicht. Vom Motorradfahrer, sowie vom Anrufer, fehlte jede Spur.

Poppenreuth: Hubschrauber auf Suche nach Unfallopfer

Mehrere Polizisten und Polizeihundeführer aus Hof und Stadtsteinach wurden zur Suche des Areals hinzugezogen. Sogar ein Polizeihubschrauber befand sich im Anflug.

Das könnte Sie auch interessieren: Im Kreis Bayreuth kam es am Sonntag (18. Juli 2021) zu einem schlimmen Unfall – mehrere Menschen wurden dabei verletzt.

Schließlich konnte kurze Zeit später unweit von der Unfallörtlichkeit an einem Feldweg zwischen Unfriedsdorf und Hildbrandsgrün ein leicht verletzter 31-jähriger Mann aus Kirchenlamitz angetroffen werden, der nach Angaben der Polizei unter Drogeneinfluss stand.

Verletzer streitet Fahrt mit Motorrad ab

Die Fahrt mit dem Motorrad stritt er ab, schließlich räumte er jedoch zumindest ein, als Sozius auf dem Motorrad gesessen zu haben. Wie weitere Ermittlungen ergaben, handelte es sich bei dem Kirchenlamitzer auch um den Anrufer, welcher den Notruf absetzte, aber den Namen seines Begleiters nicht nennen wollte.

Ermittlungen der Polizei führten schließlich zu einem 33 Jahre alten Tatverdächtigen aus Münchberg, der an seiner Wohnanschrift nicht angetroffen werden konnte. Der Mann aus Münchberg stellte sich jedoch im Laufe des Vormittages ebenfalls leicht verletzt in der Wache der Polizeiinspektion Münchberg. Er wurde ambulant behandelt und konnte im Anschluss wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Schusswaffe bei Motorrad gefunden: Etliche Verstöße festgestellt

Ihm ist nach Informationen der Polizei auch die Schusswaffe (eine Gaspistole) zuzuordnen, für deren Führen man eine waffenrechtliche Erlaubnis braucht. Diese konnte der Mann jedoch nicht vorweisen. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab noch am Vormittag einen Wert von 0,22 Promille bei dem 33-Jährigen.

Wer nun letztlich das Motorrad führte, so dass es zum Unfall kam, müssen die weiteren Ermittlungen klären. Da jedoch beide Männer als mögliche Fahrzeuglenker in Betracht kommen, wurde gegen beide eine Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Bei beiden wurde eine Blutentnahme angeordnet und durchgeführt. Außerdem sind beide Männer nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis.

Das Motorrad erlitt bei dem Unfall wirtschaftlichen Totalschaden und wurde durch einen Abschleppdienst geborgen. Es war seit 9 Monaten außer Betrieb gesetzt und nicht versichert. Der 33-Jährige aus Münchberg hatte es käuflich erworben, teilt die Polizei mit.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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