Renaturierung muss warten: Hochwasserschutz hat Priorität

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Seit vielen Jahren schon wird über die Gestaltung des Annecyplatzes und die Renaturierung des Roten Mains in der Stadt diskutiert. Anregungen der Stadtratsfraktionen gab es einige, getan hat sich bislang nichts.

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Die Stadtratsmitglieder Stephan Müller und Christine Düreth-Trat forderten für die BG-Stadtratsfraktion im Juni nach dem Vortrag eines Klima-Experten zuletzt die Renaturierung des Roten Mains, um das Stadtklima zu verbessern. Das Thema lag am Dienstag nun erneut dem Bauausschuss zur Beratung vor.

Besonderes Anliegen der Stadt

Die Aufwertung des Annecyplatzes, vor allem im Bereich der Mainüberdachung, sei ein besonderes Anliegen der Stadt, sagte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe in der Sitzung. Seit November 2007 liegen den Fraktionen drei Varianten zur Neugestaltung vor. Laut einem Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2014 soll die Sanierung innerhalb von 15 Jahren bis Juni 2029 abgeschlossen sein, heißt es im Bericht der Verwaltung.

Priorität Hochwasserschutz: Umgestaltung muss warten

Das Referat Planen und Bauen ist der Ansicht, dass mit Umbau des Platzes auch die Renaturierung dieses Rotmainabschnittes sowie der Bereich bis zum Bahnhof einhergehen sollte. Sowohl aus stadtklimatischen Gründen als auch aus Sicht der Naherholung. Allerdings gibt es da ein Problem: Die Neugestaltung muss bis Mitte der 2020er warten. Der Grund: Der vollständige Rückbau des betonierten Umfassungsbauwerks ist nach Angaben der Baudirektorin erst möglich, wenn das Hochwasserschutzkonzept der Stadt umgesetzt wurde, da es ein wesentlicher Bestandteil des Hochwasserschutzes der Stadt ist.

Foto der Graffiti Kunst am Roten Main

Das Rotmain-Becken. Foto: Redaktion

Erst wenn andere Maßnahmen außerhalb der Stadt umgesetzt seien, könne das Bachbett renaturiert werden. Laut dem Wasserwirtschaftsamt Hof sind neben dem bereits bestehenden Rückhaltebecken in der Wilhelminenaue bis zu drei weitere Becken oberhalb der Wilhelminenaue und an der Warmen Steinach nötig. Nur so könne die Stadt vor einem 100-jährigen Hochwasser ausreichend geschützt werden. Die Renaturierung sei deshalb erst nach der Fertigstellung des Schutzes denkbar, sagte die Baudirektorin.

Erstes Rückhaltebecken Bauernhöfen geplant

Zunächst werde das geplante Hochwasser-Rückhaltebecken Bauernhöfen gebaut. Im Herbst 2020 soll das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. “Als frühestmöglicher Baubeginn ist das Jahr 2023 anvisiert”, sagte Urte Kelm.

Auf Vorschlag der Verwaltung stimmte der Bauausschuss zu, Mittel zur Umgestaltung des Annecyplatzes und zur Renaturierung des Mains erst dann in den Haushalt einzustellen, wenn alle Maßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt sind.