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Tierschutz

„Schluss mit dem Katzenelend“ in Bayreuth: Das Tierheim warnt – Gefahr auch für Kinder

Es gibt ein Problem mit wilden Katzen in der Region Bayreuth. „Es gibt dringenden Handlungsbedarf“, heißt es vom Tierheim.

„Schluss mit dem Katzenelend!“ Das fordern auch die Mitarbeiter des Tierheims Bayreuth. Experten gehen von mehr als zwei Millionen Tieren deutschlandweit aus, die ausgezehrt und meistens krank wild durch unsere Städte und Gemeinden streunen. Tiere, die niemandem gehören und zum Problem werden können: auch für das Tierheim Bayreuth. Das bt hat nachgefragt.

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Wilde Katzen in Bayreuth: Das Tierheim warnt

Von Jägern erschossene Katzen, erschlagene Tiere oder ertränkte Kater: Immer wieder gibt es Berichte mit teils stark verstörenden Bildern. Dabei wäre das Problem in den Griff zu bekommen, so Karin Stranzel und Melanie Manner vom Tierheim in Bayreuth.

Die Lösung: „Katzenschutz durch Kastration, Kennzeichnung und Registrierung.“ Sie fordern: „Schluss mit dem Katzenelend!“ Das Problem: „Wilde Katzen in dieser Zahl sind auf Nachkommen von behüteten Katzen mit Freigang zurückzuführen.“

Das heißt: Jeder nicht kastrierte Freigänger vermehrt sich. Die Vermehrung nur eines solchen Tieres geben Experten mit 33 weiteren Tieren innerhalb nur eines Jahres an. „Jede unkastrierte Katze mit Freigang trägt entscheidend zur weiteren Verelendung der Katzenpopulation bei.“

Wilde Katzen in Bayreuth: Die Zahlen steigen und damit die Gefahr

Es sei ein zyklisches Phänomen, so Karin Stranzel vom Tierheim in Bayreuth. Durchschnittlich müsse pro geschlechtsreifer Katze mit zwei Würfen pro Jahr gerechnet werden. Das exponentielle Wachstum von wilden Katzen ergebe sich aus der Tatsache, dass die Tiere bereits mit sechs Monaten geschlechtsreif werden. Mit der „Katzenschwemme“ aus 2020 sei die Lage derzeit extrem.

Wo genau das mit den wilden Katzen angefangen hat und warum, sei nicht eindeutig klar. Ein Treiber sei mit Sicherheit die Landwirtschaft aber eben nicht nur. So würde jede nicht kastrierte Freigängerkatze dazu beitragen, also auch die von Menschen, die sie sich mit Tierliebe halten, aber eben nicht kastrieren lassen.

Von wilden Katzen gehe auch Gefahr aus, denn sie seien meist in einem sehr schlechten Gesundheitszustand würden Krankheiten nicht nur auf ihresgleichen, sondern auch auf den Menschen übertragen. Beispiel Sandkasten auf dem Kinderspielplatz: „Der Kot einer kranken, wild lebenden Katze kann Kinder krank machen.“

Tierheim Bayreuth: Wilde Katzen in der Region – „Das ist die einzig sinnvolle Lösung“

„Jede nicht kastrierte, frei laufende Katze wird sich früher oder später vermehren“, machen Stranzel und Manner vom Tierheim Bayreuth deutlich. „Sie müssen kastriert werden!“ Bei bereits wild lebenden Katzen mache es aber keinen Sinn, sie aus ihrem Territorium zu entfernen. Genau wie viele andere Tierschützer setzen Stranzel und Manner bei den wild lebenden Katzen auf eine Kastration vor Ort: einfangen, kastrieren, wieder aussetzen. So bleibe das Tierwohl gewahrt und das Problem unter Kontrolle.

„Wild lebende Katzen gibt es auch bei uns in der Stadt“, erzählen die beiden. „Teilweise sind diese Kreaturen auf beiden Augen blind.“ Das Tierheim Bayreuth beteilige sich an solchen Kastrations-Aktionen, soweit es das zugewiesene Budget hergibt. Doch dieses „könnte größer sein.“

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß