Serie CO2-Fasten: Challenge 4 – Saisonales auf den Tisch

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Die Klimaschutzmanager von Stadt und Landkreis Bayreuth haben sich mit den Kollegen der Metropolregion Nürnberg zusammengetan. Herausgekommen ist die CO2-Fasten-Challenge 2019, ein Blog, der täglich eine neue Herausforderung zum Thema Klimaschutz bereit hält. Challenge 4 lautet: Probiere ein bisher nicht gekanntes, regionales und saisonales Gemüse aus.

Ernährungscoach Reinhard Frederking

Foto: Reinhard Frederking

 

Wir waren mit Ernährungscoach Reinhard Frederking in der Rotmainhalle um regional und saisonal einzukaufen – Rezept-Tipps inklusive. Den Videobeitrag finden Sie hier.

 

Ab auf den Markt oder zum Gemüsehändler ums Eck

Wirsingroulade

Raus aus den Federn und den Gemüsehändler des Vertrauens besuchen! Dort ein regionales Gemüse mitnehmen, das Sie bisher noch nicht probiert und verwendet haben. Wer mutig ist, nimmt das, was optisch am wenigsten ansprechend wirkt.

Anschließend aus Büchern oder im Internet nach einem leckeren Rezept suchen und Schritt für Schritt nachkochen. Tipp: Freunde, Nachbarn oder Verwandte freuen sich bestimmt über eine Einladung zum Testessen.

 

 

CO2 einsparen und von der Frische profitieren? – So geht’s!

Saisonales Gemüse aus der Region nicht importiert werden. Somit fallen lange Transportwege mit LKW, Schiff oder Flugzeug fast vollkommen weg. Außerdem kann Energie gespart werden, da die Produkte nicht über lange Zeit gekühlt oder verpackt werden müssen.

Fakt 1: Je weiter der Transportweg ist, desto mehr CO2 wird ausgestoßen. Gemüse aus Übersee ist daher besonders negativ zu bewerten.

Fakt 2: Entscheidend ist jedoch auch, ob der Anbau in einem beheizten Gewächshaus stattfindet. Denn der Gemüseanbau außerhalb der Saison (auch der regionale) erfolgt oft in beheizten Gewächshäusern, in der Regel unter hohem Einsatz von Energie.

Fakt 3: Der Freilandanbau im europäischen Ausland wäre in diesem Fall klimafreundlicher, kann aber wiederum andere Umweltbelastungen (z.B. Senkung des Grundwasserspiegels in Spanien) mit sich ziehen.

Fakt 4: Das Frischhalten und Einlagern von (regionalem) Gemüse ist mit hohem Energieverbrauch für die Kühlung verbunden. Ob eingelagertes regionales Gemüse eine bessere Klimabilanz hat als frische importierte Ware, wird unterschiedlich bewertet. Hier kommt es u.a. auch auf den eingesetzten Strommix für den Betrieb der Kühlhäuser an.

Beispiel Kopfsalat: CO2-Emissionen bei unterschiedlichen Anbauverfahren

Konventioneller Anbau unter Beachtung der CO2-Emissionen durch Produktion, Transport und Verpackung

Salat

Foto: Pixabay

 

  • regional und saisonal angebaut (temporär beheiztes Gewächshaus): 0,06-0,1 kg CO2-Äquivalente (Wochenmarkt bzw. Einzelhandel)
  • regional aber nicht saisonal (Winter): 0,5 kg CO2-Äquivalente
  • importiert (aus Spanien): 0,24 kg CO2-Äquivalente

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So erleichtern Sie sich die Kauf-Entscheidung

🙂 🙂 🙂 Optimal: Regionales und saisonales Gemüse aus dem Freiland oder unbeheizten Gewächshäusern.

🙂 🙂  Mit gutem Gewissen: Regionales Gemüse außerhalb der Saison, das aus klimafreundlich beheizten Gewächshäusern stammt. Das funktioniert z.B. mit Abwärme.

:-/ Kann man mal machen: Importiertes Gemüse aus nahe gelegenen Ländern, wie Italien, Spanien oder Frankreich, außerhalb der Saison kaufen.

😦 Weniger gut: Regionales Gemüse außerhalb der Saison aus konventionell beheizten Gewächshäusern.

😦 😦 Besser meiden: Aus Übersee importiertes Gemüse.


Links zu weiterführenden Informationen

(Quelle: Sabine Rüskamp)