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Mitglieder des Bayreuther Stadtrats

Andreas Zippel im Bayreuther Stadtrat: „Als Bayreuths Oberbürgermeister war ich einigen Leuten vielleicht noch zu jung“

Bei der Kommunalwahl 2020 ging Andreas Zippel für die SPD als Oberbürgermeisterkandidat in Bayreuth ins Rennen. Nun sitzt er im Bayreuther Stadtrat.

Bei der Kommunalwahl 2020 ging Andreas Zippel für die SPD als Oberbürgermeisterkandidat in Bayreuth ins Rennen. Dabei hat der heute 28-Jährige die Stichwahl nur knapp verpasst. Ab Mai sitzt Zippel nun für die Sozialdemokraten im Bayreuther Stadtrat. Auch Stefan Schuh (JB) ist wieder im Bayreuther Stadtrat: Es wird seine letzte Amtszeit für das Junge Bayreuth sein.

Andreas Zippel: Für die SPD im Bayreuther Stadtrat

Der Wahltag sei für Andreas Zippel ein Besonderer gewesen. Mit nur 28 Jahren ging der SPD-Mann als Kandidat in die Oberbürgermeisterwahl. „Ich war den ganzen Tag völlig aufgeregt und habe nach jeglicher Art von Ablenkung gesucht“, erinnert sich Zippel. Am Ende landete der Sozialdemokrat mit 24,3 Prozent auf dem dritten Platz. Damit lag er nur 1,2 Prozent hinter Amtsinhaberin Brigitte Merk Erbe. Die Stichwahl verpasste er damit knapp.

Ich bin mit dem Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl völlig zufrieden. Für jemanden, der zum ersten Mal antritt, ist das ein super Ergebnis. Das zeigt, dass viele Leute Lust auf neue Inhalte und einen neuen Politikstil hatten.

(Andreas Zippel, SPD)

Die meisten Stimmen bei der Stadtratswahl

Noch besser lief es für Zippel in der Stadtratswahl. Hier holte er mit 22.091 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidaten. Für Zippel war das sehr motivierend, denn das habe gezeigt, dass die Leute ihm vertrauen. „Als Oberbürgermeister war ich einigen Leuten vielleicht noch zu jung“, sagt Zippel. In den nächsten Jahren möchte Zippel im Stadtrat auf dieses Ergebnis aufbauen.

Als Stadtrat möchte Zippel nun bei den Themen ansetzen, die er auch im Wahlkampf bereits behandelt habe. Natürlich gehe nicht alles zur gleichen Zeit. Denn anstatt als Oberbürgermeister nun selbst entscheiden zu können, müsse Zippel seine Anträge und Ideen mit den anderen Fraktionen im Stadtrat diskutieren und dann in die Verwaltung bringen.

Digitalisierung, Wohnraum und Verkehr

Seine Schwerpunkte liegen in der Digitalisierung, beim Thema bezahlbarer Wohnraum und der Verkehrspolitik. Im Wahlkampf habe sich Zippel häufig anhören müssen, dass besonders die Digitalisierung ein „Wohlfühlthema“ sei. Die Coronakrise habe nun das Gegenteil bewiesen. Hätte die Stadt Bayreuth das Thema früher angepackt, wären die Folgen des Coronavirus heute einfacher zu bewältigen, zum Beispiel im Bereich Homeschooling. 

Die Parteien bilden die Basis der Politik

Als neuer Stadtrat möchte Zippel mit allen Vertretern demokratisch gesinnter Gruppierungen sprechen und niemanden in die Ecke stellen. Dabei sei ihm ganz wichtig, dass man sich gegenseitig kennen lerne und miteinander arbeite. Persönliche Angriffe und verhärtete Fronten hätten im Bayreuther Stadtrat nichts zu suchen. 

Zippel selbst sieht sich als echten Sozialdemokraten. Parteien und Gruppierungen seien wichtig, auch in der Kommunalpolitik.

Wir Stadträte haben uns alle einer Gruppierung angeschlossen, weil wir hinter deren Werten und Idealen stehen. Die Parteien bilden die Basis unserer Politik.

(Andreas Zippel)

Natürlich müsse man auch mit Stadträten anderen Parteien sprechen, denn auch da gebe es viele Gemeinsamkeiten. Beim Thema Verkehrspolitik vermutet Zippel, dass die Grünen für ihn ein guter Ansprechpartner werden könnten. Beim Thema Wirtschaft hält er die CSU für sehr kompetent. Eckhard Sabarth (Die Linke) hat sich der SPD-Fraktion angeschlossen. Auch ihn hält Zippel für einen sehr sachbezogenen Menschen, der ein starkes umwelt- und klimabezogenes Profil hat. Er könne die Fraktion weiterbringen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt Zippel kategorisch ab.

Herausforderungen durch das Coronavirus

Derzeit beherrscht das Thema Coronavirus das Leben in Deutschland. In Bayern gelten Ausgangsbeschränkungen und eine Maskenpflicht beim Einkaufen im öffentlichen Nahverkehr. Auch die Arbeit im Stadtrat leidet durch die Pandemie. So sei es, aufgrund der Ausgangsbeschränkungen, sehr schwierig, den Kontakt zur Bevölkerung so gut aufrechterhalten zu können wie vorher. Zwar sei Zippel selbst auf allen sozialen Netzwerken präsent, doch das sei nicht jeder Stadtrat. Das mache es für sie in der Krisenzeit noch schwerer. 

Man kann in Zeiten des Coronavirus per E-Mail oder Facebook nicht so nah an den Bayreuthern sein wie sonst.

(Andreas Zippel)

Ein weiteres großes Problem: Alle Ideen aus dem Wahlkampf wurden vor der Corona-Pandemie getroffen. Nun müsse jede Gruppierung erstmal prüfen ob diese Themen jetzt überhaupt noch aktuell oder umsetzbar seien. 

Die Folgen des Coronavirus werden unsere Kommune finanziell stark treffen. Der neue Oberbürgermeister Thomas Ebersberger wird vermutlich noch viel höhere Schulden aufnehmen müssen als prognostiziert.

(Andreas Zippel)

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt