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Mitglieder des Bayreuther Stadtrats

Bayreuths Stadtrat Stephan Müller (BG): “Wir brauchen eine vernünftige Diskussionskultur”

Im Interview mit dem bt äußerte sich Stephan Müller unter anderem über die neuen Parteien  im Bayreuther Stadtrat. 

MüIm Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt äußert sich Stephan Müller zu der Wahlniederlage von Brigitte Merk-Erbe, den neuen Parteien im Stadtrat und erklärt, welche Auswirkungen die Coronakrise auf die Bayreuther Politik hat. Außerdem gibt es auch neue Stadträte: Integration und ÖPNV sind zwei zentrale Themen die Filiz Durak (Die Grünen) als neue Stadträtin angehen möchte.

Stephan Müller – Stadtrat für die Bayreuther Gemeinschaft

Seit zwölf Jahren ist Stephan Müller im Bayreuther Stadtrat tätig. Der Bayreuther Gemeinschaft gehört Müller sogar schon gut 29 Jahre an. “Ich möchte Sachpolitik machen – keine Parteipolitik”, erklärt der 54-Jährige die Gründe dafür.

Bei der Kommunalwahl Mitte März schaffte Stephan Müller erneut den Sprung in den Stadtrat. Bayreuths langjährige Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe unterlag ihrem Kontrahenten Thomas Ebersberger allerdings in der Stichwahl. Ein Umstand, den der Fraktionsvorsitzende der BG bedauert: “Ich hätte gerne weiter mit Brigitte Merk-Erbe als Oberbürgermeisterin zusammengearbeitet. In ihrer Amtszeit sind viele gute Entscheidungen gefallen, die für die Zukunft Bayreuths eine erhebliche Bedeutung haben.” Als Beispiele nennt Müller die Erweiterung von Kindergärten mit Krippenplätzen, die Umsetzung des Medizin Campus oder auch den Kauf der Schlossgalerie für die das neue Rathaus II und die Bereitstellung der Flächen für die neue Rehaklinik der Deutschen Rentenversicherung an der Lohengrintherme.

Gespannt auf neuen Oberbürgermeister und neue Parteien

Von Thomas Ebersberger als neuem Oberbürgermeister erwartet sich der Familienvater nun neue Initiativen. “Thomas Ebersberger war 18 Jahren zweiter Bürgermeister und hat diese Funktion bereits bei Dr Dieter Mronz, Michael Hohl und Brigitte Merk-Erbe ausgeübt. Ich bin gespannt, welche neuen Ideen von ihm ausgehen werden.”

Neugierig ist Stephan Müller auch auf die Arbeit der neuen Stadtratsparteien. “Ich bin gespannt, wie die Frauenliste, die sich der Fraktion der FDP/DU angeschlossen hat, die Politik der FDP/DU beeinflusst.” Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt Müller dagegen kategorisch aus.

Auswirkungen der Coronakrise auf die Stadt

Für Müller und die Bayreuther Gemeinschaft werden in den kommenden sechs Jahren der Ausbau von Wohnraum und die Verbesserung von Rahmenbedingungen für Unternehmen die wichtigsten Ziele bleiben. “Wir wollen die Familien- und Kinderfreundlichkeit weiter ausbauen und das Vereinsleben stärken”, so Stephan Müller.

Gerade in der Coronakrise haben Unternehmen und Vereine große Sorgen. Hier müsse man den Betroffenen unter die Arme greifen. “Wir alle wissen, dass sich die Steuereinnahmen der Stadt verändern werden und sich vieles nach der Krise anders darstellen wird. Aber unsere Aufgabe ist es, zu helfen und zu unterstützen.”

Vernünftige Diskussionskultur

Dass es bei der Umsetzung von Zielen innerhalb des Stadtrats immer mal wieder zu größeren Auseinandersetzungen käme, sei nichts ungewöhnliches. “Diskussionen um den richtigen Weg sind völlig in Ordnung”, so Stephan Müller. “Was jedoch viele, zu recht, befremdlich finden, ist der Umstand, dass von Einigen im Stadtrat immer wieder die Sachebene verlassen wurde”, erklärt der 54-Jährige weiter. Wenn man eine vernünftige Diskussionskultur in den sozialen Medien einfordere, müsse das erst recht für Diskussionen in einem Gremium wie dem Stadtrat gelten.

Bayreuther Tagblatt - Susanne Monz

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Susanne Monz