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Mitglieder des Bayreuther Stadtrats

Frank Hofmann (BG): “Barrierefreiheit ist mir wichtig”

Die Bayreuther haben im März den neuen Stadtrat gewählt. Für die Bayreuther Gemeinschaft (BG) wird auch Frank Hofmann Teil des Stadtrates sein.

Die Bayreuther haben im März den neuen Stadtrat gewählt. Für die Bayreuther Gemeinschaft (BG) wird auch Frank Hofmann Teil des Stadtrates sein. Auch Altoberbürgermeister Dr. Michael Hohl sitzt wieder mit ihm Stadtrat. Die Abwahl 2012 war für ihn die härteste Negativerfahrung seines Lebens. 

Einsatz für andere

Der Immobilienmakler ist zwar schon lange Mitglied bei der Bayreuther Gemeinschaft, aber im Stadtrat zu sein ist völlig neu für ihn. “Ich bin seit 16 Jahren bei der BG, seit acht Jahre deren 1. Vorsitzender,” sagt Hofmann. Über Stephan Müller kam er mit der BG in Berührung und durch viele Mitglieder, wie Bernd Mayer, habe er sich so wohl gefühlt, dass er auch Teil der BG sein wollte. “Ich habe mich schon immer dafür interessiert, wie ich mich für andere einsetzen kann.” In der Schule war es noch der Posten des Klassensprechers und Schülersprechers, zwischen seinen Ausbildungen dann der Zivildienst. “Erst habe ich Bankkaufmann gelernt, dann Immobilienkaufmann. Dazwischen war ich beim Zivildienst.”

Barrierefreiheit liegt ihm am Herzen

Dort ist er auch mit dem Thema Barrierefreiheit in Berührung gekommen. “Ich habe einen querschnittsgelähmten Mann im Rollstuhl betreut. Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, was für eine große Herausforderung das Busfahren oder Bordsteine sein können.” Gerade deswegen liegt ihm das Thema Barrierefreiheit auch so am Herzen. “Die Gesellschaft wird immer älter und so auch Menschen mit Gehhilfen wie Rollatoren.” Barrierefreiheit gibt es aber auch in anderer Form, zum Beispiel digitale Barrierefreiheit. Auch für diese will er sich einsetzen. Er möchte sich aber auch noch für andere Themen einsetzen. “Wir brauchen unbedingt andere Verkehrskonzepte und Mobilitätsformen.” Hofmann denkt da vor allem an Fahrradfahrer, den öffentlichen Nahverkehr und E-Mobilität.

Sorgen wegen der AfD

Auf die Arbeit im Stadtrat freut er sich. Jedoch macht er sich auch Sorgen wegen der AfD. “Ich glaube keiner der anderen Gruppierungen ist glücklich darüber.” Er könne jedoch nicht einschätzen, wie das Demokratieverständnis der AfD im Bayreuther Stadtrat dann sei. Deswegen sei es umso wichtiger, dass die restlichen 42 Mitglieder des Stadtrates zusammenhalten und gut zusammenarbeiten.

Herausforderung Corona

Aufgrund des Coronavirus werden auf Bayreuth viele Herausforderungen zukommen. “Ich denke, dass sich die Gewerbesteuereinnahmen verringern werden”, vermutet Hofmann. Außerdem werde sich wohl die generelle Einnahmesituation der Stadt verschlechtern, da es auch keine Veranstaltungen geben wird. Er findet es aber wichtig nach vorne zu blicken. “Wir müssen nach diesem Jahr dann wieder an die Zeit vor Corona anknüpfen. Es muss für alle vernünftige Möglichkeiten geben.” Dabei denkt der Immobilienmakler auch an die Gastronomie. “Ein befreundeter Gastronom hat mir am Telefon gesagt, dass die Situation momentan katastrophal ist.” Deswegen hofft er, dass diese Branche bald Licht am Ende des Tunnels sieht.

Auswirkungen auf Beruf

Auch privat spürt er den Einfluss der Pandemie. “Als Immobilienmakler konnte ich in den letzten fünf Wochen keine Objektbesichtigungen machen.” Auch Notarverkäufe fielen teilweise aus, Entscheidungen von Banken verzögerten sich. “Inzwischen habe ich 60 Mund-Nasen-Masken anfertigen lassen für die Zeit, in der Objektbesichtigungen wieder möglich sind. Außerdem habe ich ein mobiles Handdesinfektionsgerät angeschafft”, erzählt Hofmann. Er hofft, dass bald wieder Objektbesichtigungen möglich sind. Aber diese können dann auch nur unter Einschränkungen stattfinden. “Wenn ein Haus noch bewohnt ist, kann es aktuell nicht besichtigt werden. Das ist zu gefährlich.”

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler