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Mitglieder des Bayreuther Stadtrats

Karsten Schieseck (BG): „Das Coronavirus ist ein Thema, das wir alle nicht haben wollen“

Bei der Kommunalwahl im März wurde Karsten Schieseck (BG) zum zweiten Mal in Folge in den Bayreuther Stadtrat gewählt. 

Bei der Kommunalwahl im März wurde Karsten Schieseck (BG) zum zweiten Mal in Folge in den Bayreuther Stadtrat gewählt. Im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt äußert er sich zum Wahlergebnis seiner Partei, dem neuen Oberbürgermeister und den Themen, die ihm in den kommenden Jahren am Herzen liegen.

Stefan Specht (CSU) sprach mit dem Bayreuther Tagblatt über den Ausfall der Festspiele, den neuen Oberbürgermeister Thomas Ebersberger und mehr.

Für die Bayreuther Gemeinschaft im Stadtrat: Karsten Schieseck

Karsten Schieseck sitzt seit 2014 für die Bayreuther Gemeinschaft im Stadtrat. Aktuell ist die Lage dort anders als sonst: Mit dem Coronavirus hätten wir alle ein Thema aufgedrängt bekommen, dass wir alle nicht haben wollten, sagt Schieseck. Dennoch müsse sich jeder Bürger damit befassen. Für den Stadtrat bedeute das Wege zu finden, den Menschen und Unternehmen in Bayreuth zu helfen. 

Um mit den Folgen des Coronavirus fertig zu werden, müssen wir viel Detailarbeit leisten. Ich bin aber fester Überzeugung, dass der Bayreuther Stadtrat bei diesem Thema gut aufgestellt ist und alle an einem Strang ziehen werden.

(Karsten Schieseck, Bayreuther Gemeinschaft)

Der Fokus: Bayreuth voranbringen

In den letzten Jahren sei dies leider nicht immer so gewesen, sagt Schieseck. Insbesondere bei seinem Amtsantritt, im Jahr 2014, habe er darüber sehr gewundert. „In meinen ersten Wochen als Stadtrat habe ich bereits mitbekommen, dass sich einige Kollegen bereits Gedanken darüber gemacht haben, wer der nächste Oberbürgermeister Bayreuths wird. Sie dachten, dass Brigitte Merk-Erbe ihre Amtszeit nicht zu Ende führen wird. Da hatten sie unrecht“, erinnert sich Schieseck. Manchmal sei es ihm so vorgekommen, als sei es manchen Stadträten eher darum gegangen, die Gegenposition einzunehmen anstatt sich wirklich konstruktiv zu beteiligen. 

Dass das nun anders werde, liege auch an der Bayreuther Gemeinschaft. „Unser Fokus liegt darauf, Bayreuth voranzubringen“, sagt Schieseck. Dass die ehemalige Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, nach der verlorenen OB-Wahl, ihr Stadtratsmandat nicht angenommen hat, hält Schieseck für eine kluge Entscheidung. Sie habe damit den Weg frei für die Zukunft gemacht.

„Eine gute Basis geschaffen“

In den nächsten Jahren sollen in Bayreuth große Projekte entstehen. Besonders das Friedrichsforum ist für Karsten Schieseck eine Herzensangelegenheit. Die Weichen hierfür wurden in der letzten Amtsperiode gestellt. Durch die Corona-Pandemie seien die Vorzeichen inzwischen allerdings andere. Dinge müssten neu bewertet werden. Dennoch ist sich Schieseck sicher: „Alles zu ändern wäre falsch. Wir haben in den letzten Jahren eine gute Basis geschaffen“. 

Neben dem Friedrichsforum gebe es in Bayreuth weitere große, wichtige Projekte. Neben dem Klinikum sei auch das Regionale Innovationszentrum (RIZ) eine Notwendigkeit für die Stadt. Nach der Absage der Festspiele und vieler weiterer Veranstaltungen 2020 werde es für Bayreuth aber auch sehr wichtig sein, die anderen Kleinode mehr in den Mittelpunkt zu stellen, denn auch Jugendfestivals und Theater seien für die Stadt wichtig.

Nur, wenn wir auch auf die kleinen Veranstaltungen und Einrichtungen setzen zeigen wir, dass Kultur auch eine Herzensangelegenheit ist.

(Karsten Schieseck, BG)

Gespräche auf dem Wochenmarkt

Dabei möchte Schieseck als Stadtrat weiterhin Akzente setzen. Besonders das Miteinander mit den Bürgern ist ihm dabei sehr wichtig. Gespräche mit den Bayreuthern bei Veranstaltungen oder auf dem Wochenmarkt seien in den letzten Jahren für ihn sehr wichtig gewesen. Durch die Folgen des Coronavirus sei dieser Austausch derzeit nicht wie bisher möglich. Der BG-Stadtrat möchte in Zukunft allerdings nicht auf Anstöße dieser Art und Feedback verzichten, sobald dies wieder möglich ist. 

Über seine Wiederwahl habe er sich auch deshalb sehr gefreut, weil es zeige, dass viele Bayreuther Bürger mit seinem Wirken als Stadtrat zufrieden gewesen sind. Beim Blick auf das Wahlergebnis, freute sich Schieseck auch darüber, dass die Frauenliste einen Sitz im Stadtrat erobert hat. Dies sei ein gutes Zeichen.

„Den Bürgern gegenüber verpflichtet“

Weniger erfreut war der zweite stellvertretende Fraktionsvorsitzende der BG darüber, dass die AfD zwei Sitze gewonnen hat. „Ich habe schon während des Wahlkampfes eine klare Meinung vertreten: Jeglicher Sitz, den die AfD bei der Wahl gewinnt, ist ein Sitz der schmerzt.“, sagt Schieseck. Dabei ist er überzeugt, dass der Bayreuther Stadtrat von Anfang an klare Kante zeigen werde.

Dass im Bayreuther Stadtrat inzwischen zehn Gruppierungen vertreten sind, stellt für Schieseck kein Problem dar. Man müsse dadurch mehr reden, verhandeln und seine Position überdenken, doch genau diese Debatten würden eine Demokratie ausmachen.

Dabei komme es auf jede Stimme an und jeder Stadtrat könne für die Debatten eine Befruchtung sein, wenn er sich denn einbringe. Zu Auseinandersetzungen werde es auch Zukunft im Bayreuther Stadtrat wieder kommen, das sei völlig normal. 

Wenn Sitzungen erst um 22 Uhr beendet sind, ist das auch ok. Wir sind den Bürgern gegenüber verpflichtet, das Beste für Bayreuth erreichen zu wollen.

(Karsten Schieseck, BG)

Bayreuther Tagblatt - Frederik Eichstädt

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Frederik Eichstädt