So lief der 1. Mai in Bayreuth

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Nachdem in den letzten Jahren am 1. Mai vor allem in Mistelbach von Wanderern große Saufgelage veranstaltet wurden, sollte dieses Jahr alles anders werden. Das Bayreuther Tagblatt hat sich an den Hot Spots umgesehen.

In die andere Richtung unterwegs

Eine Gruppe Wanderer ist mit einem Bollerwagen zwischen Bayreuth und Mistelbach unterwegs. In der Geigenreuth treffen sie auf eine große Gruppe Polizisten. Die Beamten haben sich dort mit fünf Polizeiwagen in einer Abzweigung postiert. Es kommt zu einem kurzen Gespräch. Dann dürfen die Wanderer passieren. Obwohl sie in ihrem Wagen Alkohol dabei haben. Der Grund: Sie sind in Richtung Bayreuth unterwegs. In die andere Richtung würde das schwerer werden, denn der Gemeinderat Mistelbach hat für den 1. Mai eine Generalverfügung erlassen. Die gilt nur heute und besagt, dass niemand, der entweder schon betrunken ist oder Alkohol bei sich hat, in die Gemeinde hinein oder durch sie hindurch wandern darf. In die andere Richtung ist der Weg jedoch frei.

Ruhe am Festplatz in Mistelbach am 1. Mai. Foto: Frederik Eichstädt.

Zur selben Zeit formieren sich in der Innenstadt die Gewerkschafter und erinnern daran, dass der 1. Mai der Tag der Arbeit ist. Traditionell ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum Marsch durch die Innenstadt, der wie jedes Jahr auf dem Herzogkeller endet. Fast 200 Teilnehmer zählt der Zug.

Treffen der Gewerkschafter im Herzogkeller am 1. Mai. Foto: Halil Tasdelen

Vorher wird mit wehenden Fahnen durch die Hindenburgstraße gezogen.

Marsch der Gewerkschafter am 1. Mai. Foto: Halil Tasdelen

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Fußball statt Saufgelage in Mistelbach

In Mistelbach selbst ist die Lage ruhig. Auf den Straßen sieht man kaum jemanden. Am Festplatz, an dem in den letzten Jahren am Tag der Arbeit große Saufgelage stattfanden, ist ebenfalls wenig los. Ein Einsatzwagen der Polizei steht alleine hinter einer Absperrung. Weiter hinten spielen Erwachsene mit Kindern auf dem Bolzplatz Fußball. Von Feierlichkeiten gibt es keine Spur.

Auf dem Bolzplatz in Mistelbach wird heute…gebolzt. Foto: Frederik Eichstädt.

Die Lage an der Wilhelminenaue

Fährt man durch Bayreuth, sieht man dort vereinzelt Wandergruppe durch die Stadt spazieren. In der Wilhelminenaue ist um die Mittagszeit auch nicht viel los. Neben einigen Spaziergängern und Fahrradfahrern gibt es auch hier nicht viel zu sehen. Auf dem Parkplatz hat sich eine Gruppe eingefunden und spielt Beer Pong. In einem Bollerwagen haben sie insgesamt drei Kästen Bier dabei. Von einem Alkoholverbot auf Grünflächen wissen die jungen Herren nichts, zudem stünden sie auch nicht auf einer Grünfläche. Vorhin sei die Polizei schon zwei bis drei Mal vorbeigefahren erzählt einer der Beer Pong Spieler und zuckt mit den Schultern. Stören würden sie hier ja sowieso keinen. Und daneben würden sie sowieso bald weiterziehen.

Beer Pong bei der Wilhelminenaue. Foto: Frederik Eichstädt.

Später am Nachmittag ist ordentlich was los, vor allem vor dem Kiosk an der Seebühne. Bei phasenweise strahlendem Sonnenschein spielt die Black Rose Blues Band.

Viel los ist am Nachmittag unter anderem auch in Sanspareil, im Festspielpark, im Hofgarten und an den Siegestürmen in Bayreuth und Eckersdorf. Viel los ist auch vor dem Gasthaus “Auf der Theta”, obwohl dieses infolge der Sperrung des Mistelbacher Festplatzes für besoffene Mai-Wanderer ebenfalls geschlossen hat.

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Die Polizei ist in der Stadt auffallend viel unterwegs.

Die Polizei hat sich zwischen Bayreuth und Mistelbach postiert. Foto: Frederik Eichstädt.

Zurück in die Innenstadt: Dort spielen vier Musiker aus dem Bayerischen Wald. Was ihnen die Bayreuther in den Hut werfen, wird in den Kampf gegen Leukämie investiert. Die Musiker spielen an sieben Tagen in sieben verschiedenen Städten in Bayern und Bayreuth ist die fünfte Station ihrer Tour. Gestern Würzburg, morgen Regensburg.

Foto: Warum ned Spendenaktion

Anfangs war noch eher wenig los in der Stadt, aber ab 15 Uhr ist es richtig voll geworden und auch super bei den Leuten angekommen. Es hat uns auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht in Bayreuth zu spielen.

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Die Bilanz in Oberfranken

In ganz Oberfranken sind die ersten 12 Stunden des 1. Mais relativ ruhig verlaufen. Insgesamt gab es 270 Einsätze bei der Einsatzzentrale Oberfranken, darunter 18 Körperverletzungen und vier Sachbeschädigungen. Das ist ein leicht höherer Wert als an einem normalen Tag, aber eben nicht auffallend mehr. Die kurioseste Meldung kam dabei aus Rattelsdorf in der Nähe von Bamberg, da wurde in der Nacht auf Mittwoch der Maibaum umgesägt. In Bayreuth ist davon keine Spur. Und wenn sich heute Abend die Wandergruppe aus Mistelbach wieder auf den Heimweg macht, dann wird auch ihnen, trotz Bollerwagen, Einlass geboten, denn die Polizisten könnten die Wanderer ja schlecht davon abhalten, nach Hause zu kommen.