Sozialhilfe: Mieten steigen, Obergrenze nicht

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Die Höchstbeträge für Mieten, die für Sozialleistungsempfänger übernommen werden, bleiben unverändert. Wer also Unterstützung vom Staat und seine Miete bezahlt bekommt, muss eine Wohnung finden, die innerhalb der Mietobergrenze liegt. Und die bleibt in Bayreuth wie sie ist. Obwohl die Mieten in den vergangenen Jahren gestiegen sind und die Nachfrage nach günstigem Wohnraum groß ist werden die Mietobergrenzen nicht erhöht.

Mietobergrenzen bleiben

Die Stadt Bayreuth hatte zur Prüfung der Mietpreisobergrenzen die Firma Koopmann Analytics beauftragt. Jörg Koopmann, Gründer des Unternehmens, trug nun die Ergebnisse der Erhebung dem Sozialausschuss der Stadt vor. Demnach seien die bisherigen Obergrenzen ausreichend und hätten auch vor dem Sozialgericht Bestand. Auf dem Wohnungsmarkt seien genug Wohnungen vorhanden, die für den zur Verfügung stehenden Betrag zu haben sind.

Konkret bedeutet das, dass die Miete inklusive Nebenkosten, aber ohne Heizkosten, für Alleinstehende nicht mehr als 351,50 Euro betragen darf. Zwei-Personen-Haushalte bekommen 428,35 Euro, Drei-Personen-Haushalte 516 Euro, Vier-Personen-Haushalte 603 Euro und Fünf-Personen-Haushalte 620,50 Euro. Für jede weitere Person im Haushalt darf die Miete 87,15 Euro höher sein.

Große Wohnungen sind Mangelware

Koopmann berücksichtigte für seine Erhebung Wohnungen von bis zu 50 Quadratmeter für Singles bis hin zu großen Wohnungen zwischen 90 und 105 Quadratmetern für Familien – sowohl Bestandsmieten, als auch Angebote auf dem Wohnungsmarkt flossen in das Konzept ein. Zu den genannten Preisen sind zumindest bei den Einzimmer-Appartements bis hin zu Wohnungen bis 75 Quadratmeter rund ein Drittel der berücksichtigten Wohnungen auch tatsächlich zu haben. Doch gerade Familien mit mehreren Kindern haben Probleme, eine große Wohnung zu finden. Für 620,50 Euro Kaltmiete sind lediglich 14 Prozent der berücksichtigten Wohnungen zu haben. Doch auch das ist ausreichend und liegt im Rahmen, sagt Koopmann. Denn: Laut Rechtsprechung genügt es, wenn zwischen 10 und 20 Prozent der Wohnungen verfügbar sind.

Ausnahmen im Einzelfall

Können Wohnungssuchende nachweisen, dass keine Unterkunft zu den vorgegebenen Kosten auf dem Markt ist und sie intensiv gesucht haben, kann von den Höchstbeträgen abgewichen werden. In begründeten Einzelfällen wird also auch eine höhere Miete bezahlt.