Studie: So bewerten Passanten Rotmain-Center & Innenstadt

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Sauber, sicher und sehenswürdig: Das ist Bayreuth. So beurteilen jedenfalls die Befragten einer aktuellen Studie die Stadt. Bayreuth schneidet in Sachen Attraktivität mit der Note 2,4 ab. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Denn Bayreuth liegt damit knapp über dem Durchschnitt der insgesamt 116 bewerteten Städte in Deutschland.

Unter dem Motto “Wir im Quartier” findet am kommenden Samstag bundesweit der “Tag der Städtebauförderung” statt. Zu diesem Anlass referiert Professor Rolf Monheim von der Uni Bayreuth im RW21 zum Thema “Historischer Haupteinkaufsbereich und Rotmain-Center im Licht der Besucher”. Darin stellt er die Ergebnisse der Befragung vor, die im Rotmain-Center und der Innenstadt durchgeführt wurde.

Diese Befragung ist im vergangenen Jahr in 116 deutschen Städten getätigt worden. Sie ermöglicht es, Trends zu erkennen und das Einkaufsverhalten der Besucher transparent zu machen. Im Folgenden erhalten Sie erste Ergebnisse der Befragung:

Eine optimale Ergänzung

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich das Rotmain-Center und der Einkaufsbereich in der Innenstadt gut ergänzen. Etwa jeder Zweite, der im Rotmain-Center shoppt, kauft zusätzlich in der Innenstadt ein. Von den Besuchern, die direkt in die Innenstadt gehen, kauft wiederum jeder Dritte zusätzlich im Center ein.

Rotmaincenter

Foto: Carolin Richter

Doch im Rotmain-Center sind nicht nur Bayreuther unterwegs. Etwas mehr als die Hälfte kommt von außerhalb. In den vergangenen zwei Jahren ist die Anzahl der Auswärtigen, die im Center shoppen, deutlich gestiegen. Der Tourismus wird damit ebenso angekurbelt.

Raum zum Verweilen

Das Center gibt es seit 1997. Täglich sind darin insgesamt ca. 22.000 Besucher unterwegs, an verkaufsoffenen Sonntagen sogar mehr als doppelt so viele, so Center Managerin Isabel Belka. Auf zwei Etagen findet man insgesamt 80 Geschäfte, Restaurants und Cafés. “Wir legen immer Mehr Wert auf Aktionen im Center. Sie sollen die Besucher zum Verweilen und Bummeln anregen. Neben dem Shopping können die Gäste so auch etwas erleben”, sagt sie. Zudem würde das Center viel Wert auf einen ausgewogenen Branchenmix legen. Alle zehn Jahre wird geschaut, wo die Nachfrage gerade groß ist und so neue Marken und Shops ins Center geholt. Vor zwei Jahren, zum 20-jährigen Jubiläum des Centers, kamen zum Beispiel die Geschäfte Rituals, Mango oder comixart neu im Center dazu, so Belka.

Parkhausbrücke-Rotmaincenter

Foto: Carolin Richter

Durch den hohen Anteil an auswärtigen Gästen, kommt durchschnittlich knapp die Hälfte der Besucher mit dem Auto zum Center. Für sie stehen 1.200 Parkplätze in der Tiefgarage und im Parkhaus nebenan zur Verfügung, das durch eine Brücke mit dem Rotmain-Center verbunden ist.

Bayreuth? Durchaus attraktiv.

Bayreuth erhält für die Gesamtattraktivität eine Note von 2,4 bei den Befragten und liegt damit knapp über dem Gesamtdurchschnitt der 116 Städte. Im Rahmen der Städtequalität wurden in Bayreuth vor allem Sauberkeit, Sicherheit und die Sehenswürdigkeiten gelobt. Mit “sehr gut” schneiden zum Beispiel die Optiker oder der Bereich Körperpflege & Gesundheit ab. Auch 2016 hat Bayreuth solch eine Befragung in der Innenstadt und im Center schon durchgeführt. Seither wurden zwei Drittel der Punkte heute sogar besser als damals bewertet.

Isabel Belka Rotmaincenter

Center-Managerin Isabel Belka, Foto: rotmain-center.de

Wir haben uns sehr intensiv mit den Ergebnissen der Befragung beschäftigt und uns die Wünsche der Besucher angesehen. 2020 wird es ein Update im Rotmain-Center geben: Es werden zum Beispiel die Toiletten und die Tiefgarage modernisiert. Außerdem möchten wir mehr Sitzgelegenheiten schaffen. Einige Punkte hatten wir auch schon vorher geplant. Aber die Befragung war ein guter Impulsgeber für künftige Entwicklungen.

(Center-Managerin Isabel Belka)

Die Befragten im Rotmain-Center bewerteten beinahe alle Punkte der Befragung positiver, als die Befragten in der Innenstadt. Auf direkte Nachfrage antworteten 35 Prozent der Besucher in der Innenstadt, dass man ihrer Meinung nach auf das Center besser verzichtet hätte.

Maxstraße

Foto: Carolin Richter

Weitere Informationen zum Zusammenspiel von Innenstadthandel und Rotmain-Center gibt es am Samstag, 11. Mai 2019, um 11 Uhr beim Vortrag von Professor Rolf Monheim in der Black Box des RW21. Doch am Tag der Städtebauförderung ist noch mehr in Bayreuth los, insbesondere im Gassenviertel, dass sich zwischen Stadtkirche, Maxstraße, Kanzleistraße und Dammallee erstreckt. 

Tag der Städtebauförderung: Das ist im Gassenviertel geboten

Zentraler Veranstaltungsort für den Tag der Städtebauförderung ist in Bayreuth die Kämmereigasse 9 1⁄2. Gemeinsam mit dem Verein Neuneinhalb hat die Stadt Ausstellungen, Kurzvorträge und Rundgänge im Gassenviertel organisiert. Um 14 Uhr erhalten Interessierte die Gelegenheit, gemeinsam mit Stadtbaureferentin Urte Kelm Ergebnisse der Untersuchung „Kommunales Denkmalkonzept (KDK) für das Gassenviertel“ einzusehen.

Forum-Phoinix

Kämmereigasse 9 1/2 , Foto: Carolin Richter

Außerdem werden Arbeiten aus dem Workshop zur Umgestaltung des Platzes vor dem Rathaus im Forum Phoinix gezeigt. Das Gebäude soll nach einer grundlegenden Sanierung als Kunst- und Kulturhaus mit Kino genutzt werden: Der Trägerverein stellt am Samstag konkrete Ideen zur Zukunft des Hauses vor. Im sogenannten “Pocket Garden”, im Hof des Hauses, können eigene Ideen zum Projekt besprochen werden. Außerdem läuft ab 18 Uhr die Dokumentation des Filmemachers Thomas Haemmerli, “Die Gentrifizierung bin ich – Beichte eines Finsterlings”: ein Impuls zu den Themen Wohnen, Stadtentwicklung und Architektur.