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Tiere

Tierheim Bayreuth: Schlimme Befürchtung mit Lockdown-Hunden

Was werden die Menschen wohl tun, wenn der Lockdown vorbei ist? Verschiedene Tierheime befürchten, dass vor allem eines getan wird: In der Corona-Zeit angeschaffte Hunde ins Tierheim abzugeben. Auch das Bayreuther Tierheim teilt diese Befürchtung.

Die Corona-Pandemie hat die Menschen seit einem Jahr fest im Griff. Damit gehen auch viele Einschränkungen einher, wie unter anderem Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen. Was also tun gegen die Langeweile oder Einsamkeit? Genau: Ein Hund muss her.

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Bayreuther Tierheim befürchtet Rückgabe von Lockdown-Hunden

Was passiert aber mit dem Tier, wenn die Beschränkungen gelockert werden? Einige Tierheime vermuten, dass viele Hunde abgegeben werden. Auch Tierpflegerin Ivonne Schug vom Tierheim Bayreuth teilt diese Mutmaßung. „Wir hatten schon drei oder vier Anfragen wegen Problemhunden“, erzählt Schug.

Die Problematik bei den Tieren ist vielfältig. Kommen die Hunde aus dem Ausland über eine Hilfsorganisation, handelt es sich oft um verängstigte Tiere. Und mit so einem muss man erst mal klar kommen, vor allem dann, wenn alle Hundeschulen zu sind.

Im Tierheim Bayreuth wartet bereits ein Hund auf einem Menschen, dem er sein Herz schenken kann.

Hundeschulen sollten trotz Corona öffnen

Gerade die können aber bei Problemhunden eine wertvolle Unterstützung sein. „Hundeschulen sollten öffnen“, findet Schug. „Mit genügend Abstand, Maske und an der frischen Luft könnten sie ja wenigstens Einzelstunden geben.“ Die Tierpflegerin sieht auch ein Problem bei den Menschen, die vorher noch nie einen Hund hatten und sich einen Welpen angeschafft haben.

„Wenn der dann ins Rüpelalter kommt, sind die Leute oft überfordert“, sagt sie. Auch hier könnte eine Hundeschule Abhilfe schaffen. Da es diese Möglichkeit jedoch aktuell nicht gibt, könnte es sein, dass die Tiere ins Tierheim gegeben werden. Oftmals fehlen dem Welpen einfach die Sozialkontakte, aber durch den Lockdown bekommt er diese auch nicht.

Ansturm auf Tierheime befürchtet

Die Pflege eines Hundes sollte nämlich nicht auf die leichte Schulter genommen werden, rät Schug. Denn selten gerät man an einen Bilderbuchhund, der von Anfang an absolut perfekt ist und aufs Wort hört. Ein weiterer Abgabegrund könnte auch sein, dass so mancher nicht mehr im Homeoffice arbeitet.

„Wenn der Hund dann den ganzen Tag alleine ist, könnte es Probleme mit den Nachbarn geben“, sagt die Tierpflegerin. Das seien natürlich alles nur Vermutungen, aber diese seien durchaus realistisch. Vielleicht bleibt der Befürchtete Ansturm auf die Tierheime aber auch aus.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler