Trauerbegleitung für Kinder: Bayreuth sucht einfühlsame Ehrenamtliche

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Wenn ein Elternteil, ein Bruder oder eine Schwester stirbt, leiden Kinder und Jugendliche besonders und vor allem anders unter dem Verlust. Lacrima, die Trauerbegleitung der Johanniter, hilft Betroffenen bei der Bewältigung der Trauer. Ehrenamtliche kümmern sich vor Ort um die Kinder, aber auch um die Eltern.

Lacrima gibt es in Oberfranken bislang allerdings nur in Bamberg und Kulmbach. Doch das soll sich nun ändern. Damit Familien aus Bayreuth nicht mehr so weit fahren müssen, wollen die Johanniter einen Standort in Bayreuth aufbauen. Anfang 2020 soll die Gruppe eröffnet werden. Dafür sucht Lacrima einfühlsame Ehrenamtliche.

Der Serviceclub Round Table 98 Bayreuth will Starthilfe geben und das Projekt unterstützen. Deshalb findet nun am 22. August um 19 Uhr im Restaurant „Sudpfanne“ in Bayreuth ein Infoabend statt.

Diese Eigenschaften sollten die Ehrenamtlichen mitbringen

Simone Goppert hat selbst ehrenamtlich für Lacrima gearbeitet und leitet noch immer Gruppen. Mittlerweile ist sie stellvertretende Leiterin des Zentrums für trauernde Kinder und Jugendliche. Sie erklärt, was Interessierte für das Ehrenamt mitbringen sollten:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • keine akute eigene Trauer
  • psychische Stabilität und Belastbarkeit
  • Kreativität, Flexibilität, Teamfähigkeit
  • Offenheit, Kommunikationsfreudigkeit
  • Beobachtungs- und Wahrnehmungsgabe
  • eventuell pädagogische Vorkenntnisse im Umgang mit Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen

Aufgaben der Trauerbegleiter

Alle zwei Wochen leiten die Ehrenamtlichen eine Gruppe mit Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren oder mit Jugendlichen bis 18 Jahren. “Wir haben einen intensiven Betreuungsschlüssel von 2:1”, erklärt Simone Goppert.

Ein Trauerbegleiter kümmert sich um maximal zwei Kinder.

(Simone Goppert, stellvertretende Leiterin von Lacrima)

Jeder Gruppentag steht unter einem anderen Motto. Die Kinder können, je nachdem wie sie sich gerade fühlen, toben, kreativ sein oder Ruhe finden und eine Kerze für den Verstorbenen anzünden.

Ob spielen, toben oder ruhen: Die Trauerbegleiter machen mit den Kindern genau das, was sie gerade brauchen. Symbolfoto: Pixabay

Die Ehrenamtlichen unterstützen auch die Eltern. Selbst von Schmerz umfangen, wollen sie ihren Kindern in der Trauer helfen. Doch das ist oft schwer. An dieser Stelle kommen die Trauerbegleiter ins Spiel.

Die Ausbildung

Kinder trauern anders. Für die Ehrenamtlichen ist es wichtig zu wissen, dass Kinder im einen Moment schrecklich traurig oder wütend sein können, im anderen aber wieder fröhlich. “Sie lernen, was eine normale Trauerreaktion ist”, sagt Simone Goppert.

Und zwar an drei Wochenenden: “Im ersten Block, vom 27. bis zu 29. September, geht es um eine intensive Selbsterfahrung”, sagt die stellvertretende Leiterin von Lacrima.

Die Teilnehmer sollen sich selbst hinterfragen: Wie geht es mir, wenn ich ein ganzes Wochenende lang intensiv mit den Themen Tod und Trauer konfrontiert bin? Danach könnten die Ehrenamtlichen entscheiden, ob die Trauerbegleitung wirklich etwas für sie ist.

(Simone Goppert)

Wenn sie sich für die Ausbildung entscheiden, geht es im zweiten Block vom 11. bis zum 13. Oktober mit der Theorie und dem Konzept weiter. Praktischer geht es dann im dritten Block zu. Vom 8. bis zum 10. November lernen die angehenden Trauerbegleiter, wie sie den Kindern bei der Bewältigung ihres Schmerzes helfen.

Ehrenamtliche werden nicht alleine gelassen

Auch nach der Ausbildung können sich die Trauerbegleiter bei Fragen stets an Simone Goppert wenden. Zudem gibt es regelmäßig Supervisionen im Team und Fortbildungen bei denen sich die Ehrenamtlichen austauschen können.


Wer helfen möchte, kann sich bei Simone Goppert unter der Telefonnummer 0951/20879874 melden.