Holzkisten mit Bügelverschlussflaschen

Umdenken gefragt: Bayreuther zeigen Alternativen zu Plastik

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Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union hatten sich Mitte Dezember 2018 darauf geeinigt, Einweg-Pastik-Produkte vom Markt zu nehmen. Das schließt Produkte wie Wattestäbchen, Trinkhalme oder Plastikbesteck ein. Grund dafür ist, dass diese Einweg-Produkte 49 Prozent der Plastikabfälle ausmachen, die im Meer landen – derzeit sind das über 150 Millionen Tonnen. Auch die menschliche Gesundheit nimmt Schaden, wenn chemische Stoffe durch die Nahrungskette aufgenommen werden. (Quelle: ec.europa.eu / Europäisches Parlament)

Doch was hat das mit uns in Oberfranken zu tun? Die Plastikteilchen gelangen nicht nur ins Meer. Auch in heimischen Feldern haben Forscher der Universität Bayreuth inzwischen Spuren von Mikroplastik gefunden, wie die Uni im Dezember mitteilte. Welche Möglichkeiten es gibt, Plastik im Alltag zu meiden bzw. zu reduzieren, zeigen uns hier drei Bayreuther:

Schülerin untersucht Papier als Verpackungsalternative

Die 17-jährige Miriam Neuber, Schülerin am Graf Münster Gymnasium in Bayreuth, hat sich im Zuge des  diesjährigen Regionalwettbewerbes “Jugend forscht” mit Alternativen zu Plastikverpackungen beschäftigt: Dabei  hat sie untersucht, in welchen Bereichen der Rohstoff Papier Plastik ersetzen kann und welches Holz dafür nötig ist. Mehr dazu im Video-Interview:

Alternativen zur Plastiktüte bei Edeka Schneider

Auch EDEKA Schneider, der im Raum Bayreuth ansässig ist, reagierte auf die Plastikdebatte und hat deswegen Anfang Februar das Tütensortiment angepasst:

Wir haben vor Kurzem aus Eigeninitiative in der Obst- und Gemüseabteilung Papiertüten und Mehrwegnetze eingeführt. Diese sind nun in allen EDEKA Schneider Märkten im Raum Bayreuth verfügbar. Wir bemühen uns sehr, dass wir dem Kunden Alternative zu Plastik bieten. Allerdings führen wir im Moment weiterhin auch Plastiktüten, da wir dem Kunden die Mündigkeit nicht nehmen möchten.

(Hans-Peter Schneider, Inhaber EDEKA Schneider).

Plastikfrei durch den Alltag

“Ich werde beim Einkaufen nicht müde zu sagen, ich möchte keine Plastiktüte”, erzählt Gisela Leinberger. Sie ist  Dozentin an der VHS und referiert zu Umwelt-Themen. Am 30. März gibt sie in Bayreuth ein Seminar zum Thema “Weinger ist mehr – weg mit Plastik im Haushalt”. Wir haben vorab mit ihr über Tipps gesprochen, wie man Plastik im Alltag und in den eigenen vier Wänden meiden kann.

Leinberger rät, Schritt für Schritt auf Alternativen umzustellen, ohne sich zu sehr zu überfordern.

Die Entscheidung plastikfrei zu leben verändert den Blick auf das eigene Leben. Und die Umstellung bringt auch wahnsinnig viel Spaß mit sich, wenn man sich selbst an neuen Dingen ausprobiert.

(Gisela Leinberger, Umwelt-Referentin).

Plastik beim Einkauf meiden

Wir haben die Bayreuther via Facebook gefragt, wo man plastikfrei einkaufen kann. Neben der Rotmainhalle, wurden auch lokale Bioläden oder Obst-und Gemüsehändler in der Innenstadt empfohlen. Die nächsten offiziellen Unverpackt-Läden gibt es allerdings in Nürnberg oder Bamberg. Wer dort einkauft, bringt eigene Jutebeutel, Gläser oder Gemüsenetze von zuhause mit. Im Laden selbst lagern die Produkte offen in Holzkisten, Kanistern oder Glasgefäßen. Alle Verpackungsmittel werden mehrmalig verwendet, was die Umwelt schont. So das Konzept.