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Coronavirus

Viele Mitglieder verloren: Die Corona-Situation im Active Fitness-Club in Bayreuth

Seit 20 Jahren gibt es den Active Fitness-Club in Bayreuth. Das bt hat mit Inhaber Uwe Hickel über die Situation seines Unternehmens in der Corona-Pandemie gesprochen.

Fitnessstudios in der Corona-Krise: „Es fehlt die Planungssicherheit“, sagt Uwe Hickel, des Active Fitness-Club in Bayreuth im Gespräch mit dem bt. „Ohne Planungssicherheit fehlt die Perspektive.“ Sei der erste Lockdown in der Corona-Pandemie schon hart gewesen, gehe es in der gesamten Branche jetzt ans Eingemachte. Als die Fitnessstudios zwischen den Lockdowns öffnen durften, war sogar das ZDF im Active Fitness-Club in Bayreuth.

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Viele Mitglieder verloren: Warum der zweite Lockdown die Fitnessstudios besonders hart trifft

November, Dezember und Januar: Das seien die stärksten Monate für die Branche und natürlich auch im Active-Fitnessclub in Bayreuth, so Uwe Hickel. In diesen Monaten würde das Geschäft brummen. Tut es im Moment wegen des Lockdowns nicht – im Gegenteil. „Wir haben seit 2. November zu.“

Er habe Rücklagen gebildet, so Hickel. Seinen Fitness-Club gibt es schließlich auch schon seit 20 Jahren. „Trotzdem: Die Fixkosten müssen bezahlt werden.“ Darüber hinaus würden Stundungen laufen. „Geld, das ich wie einen Kredit zurückzahlen muss.“ Die staatlichen Finanzhilfen dagegen seien dagegen mau „und die Januarhilfe – obwohl alles so einfach, schnell und unbürokratisch gehen soll – kann ich noch nicht beantragen.“

Kommt nach Corona die nächste Finanzkrise?

„Ich will immer der Erste sein“, sagt Uwe Hickel zu den beiden Plasma-Luftreinigungsmaschinen, die er gekauft hat. Aus der Medizin sollen sie stammen und üblicherweise in OP-Sälen stehen. 6.000 Euro kostet das Stück: 1.000 Kubikmeter Luft reinigt eine Maschine pro Stunde.

Dann aber ging es auch für seinen Fitness-Club in den zweiten Lockdown. Alles, was er jetzt geschäftlich mache, sei vergleichbar mit einem Wetten an der Börse. „In diesem Fall wetten wir gegen Corona.“ Er sehe seine Luftreinigungsmaschinen dennoch für eine gute Investition, so Hickel.

„Wie wird es sein, wenn wir wieder öffnen dürfen?“, fragt Hickel und gibt sich selbst die Antwort. „Wir wissen es nicht.“ Je länger die Pandemie gehe mit all ihren Maßnahmen und der Berichterstattung mit Aussagen von Fachleuten und Politikern, desto mehr befürchte er, dass Betriebe wie seiner leiden waren. Warum? „Weil sich die Angst vor Menschenansammlungen in das kollektive Gedächtnis brennt.“

„Weil es weiter gehen muss“: Das bietet der Active Fitness-Club in Bayreuth an

Uwe Hickel versucht mit seinen Ideen und Maßnahmen alles, was ihm möglich ist, seine Mitglieder zu halten. Seit Dezember zieht er keine Mitgliedsbeiträge mehr ein. Es gibt keine hochwertigen Badetücher oder Gutscheine als Ersatz. Wer nach dem Lockdown wieder kommen will, sei herzlich willkommen. Darüber hinaus gibt es aktuell kostenlose online Fitnesskurse.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß