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Bayreuth

Vor dem Tod misshandelt? Mahnwache in Bayreuth soll an Tod von Oury Jalloh erinnern

Eine Mahnwache in Bayreuth am Donnerstag (7.1.2021) soll ein Zeichen für Aufklärung und Gerechtigkeit setzen. Die Initiatoren erinnern an den Todestag Oury Jallohs

Am Donnerstag (7.1.2021) findet in Bayreuth eine Mahnwache statt. Sie soll an den Tod von Oury Jalloh erinnern. Im Herbst 2020 fand in Bayreuth nach dem Brand in einem überbelegten Flüchtlingslager eine Demonstration statt.

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Mahnwache in Bayreuth soll an Tod von Oury Jalloh erinnern

Oury Jalloh war ein Mann aus Sierra-Leone, der als Asylbewerber in Deutschland lebte. Am 7. Januar 2005 wurde er in einer Zelle des Polizeireviers Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt tot aufgefunden. Die Feuerwehr fand den Leichnam stark verbrannt. Die genauen Todesumstände sind bis heute unklar.

In mehreren Gerichtsverfahren wurde versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen: ohne Erfolg. Dabei haben juristische Experten in einem Bericht Vorwürfe gegen Polizei, Justiz und die Regierung von Sachsen-Anhalt erhoben, berichtete unter anderem die Tagesschau im August 2020. Im Zusammenhang mit dem Fall sollen auch Informationen gezielt verschwiegen worden sein.

Mehrere Polizisten gerieten dabei ins Visier der Justiz. Im Jahr 2019 stellte ein Gutachten heraus, dass Jalloh vor seinem Tod misshandelt worden war, berichtete unter anderem der Focus. Das Verfahren war im Jahre 2017 bereits eingestellt worden. Die genauen Umstände des Todes sind immer noch ungeklärt. Das prangern Aktivisten seit Jahren an. Sie sprechen von einer Vertuschung des Mordes.

Aktion in Bayreuth will ein Zeichen für Aufklärung und Gerechtigkeit setzen

Am Donnerstag (7.1.2021) soll nun in Bayreuth zum Jahrestag des Todes an das Ableben des Mannes erinnert werden. Dazu hat eine Gruppe von Einzelpersonen eine Mahnwache organisiert. Sie findet von 16 bis 18 Uhr in vor dem Karstadt in der Maximilianstraße statt.

Wegen der Corona-Situation wird es keine Kundgebung geben. Stattdessen sind Menschen eingeladen, vorbeizukommen und im Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt eine Kerze anzünden und deren Namen mit Kreide auf die Straße zu schreiben.

„Mit unserer Mahnwache wollen wir ein Zeichen setzen gegen die Vertuschung des Mordes an Oury Jalloh und für Aufklärung und Gerechtigkeit.“

(Organisatoren der Mahnwache für Oury Jalloh)

Die Mahnwache solle auch all den anderen gedenken, die weltweit durch „rassistisch motivierte Gewalt umgebracht werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bewegung.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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