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Coronavirus

Was kann man tun, um Künstlern, Beschickern und Gastronomen in Bayreuth zu helfen?

Wie geht es Bayreuther Gastronomen, Beschickern und Künstlern in der Corona-Pandemie? Um das herauszufinden haben die Unabhängigen (DU) ein Video-Meeting organisiert. 

Die Unabhängigen (DU) in Bayreuth haben ein Video-Meeting organisiert, um verschiedenen Branchen die Möglichkeit zu bieten, ihre Situation durch die Corona-Pandemie zu schildern. Dabei sollte zudem ein Ideenaustausch stattfinden, wie die Lage der Branchen verbessert werden könne.

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Lockdown in Bayreuth

„Die Frage ist wie wir mit dem Lockdown umgehen“, sagt Stadtrat Gert-Dieter Meier (DU). „Es geht um Hilfen, Möglichkeiten und Ideen.“ Die Gastronomen, Marktbeschicker und die Kulturszene trifft der Lockdown besonders hart. „Zum einen ist es so, dass die Hilfen nicht ganz so schnell und einfach ankommen“, erklärt Gastronom Engin Gülyaprak.

Probleme der Gastronomen

Zum Thema finanzielle Probleme stellt er eines klar: „Die Banken sind nicht deine Partner, sondern die, die dir den Teppich unter den Füßen wegziehen.“ Denn die Banken nähmen keine Rücksicht darauf, ob gerade Corona ist oder nicht. Er habe alle seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

„Viele Kollegen sind finanziell am Ende. Für mich war der Sommer gut, aber für andere nicht.“ Die Stadt Bayreuth habe sich wunderbar verhalten. „Die haben mit uns gearbeitet.“
Was schade ist, dass wir in der Gastronomie ein bisschen als Sündenbock dargestellt wurden. Es gab kaum Ansteckungen in der Gastronomie und trotzdem müssen wir schließen. „Ich bin der Ansicht, dass viele Branchen ihre Sache gut machen“, sagt er.

Appell an die Bayreuther Bürger

„Kauft in der hiesigen Gastronomie, egal welche Angebote die machen“, appelliert er an die Bayreuther. Ihm ist es sehr wichtig, dass nicht im Internet gekauft wird, sondern vor allem lokale Geschäfte unterstützt werden. Und das Branchenunabhängig.

Probleme der Marktbeschicker

Heiko Oklmann ist der „Messermo“ und einer der Marktbeschicker, der regelmäßig auf den Märkten in Bayreuth zu finden ist. „Das grundsätzliche Problem das wir haben ist, dass wir uns eigentlich immer da hinstellen, wo der Publikumsverkehr ist. Es müssten Plätze geschaffen werden, wo wir anständig arbeiten können“, sagt Oklmann.

Dafür sei inzwischen aber kaum noch Zeit. „Ich kann jetzt auch keinen Onlineshop aufbauen, weil ich nicht ortsansässig bin.“ Im Gegensatz zu Gastronomen. „Mein Geschäft ist nicht zu vergleichen mit anderen. Was soll der Sockenverkäufer vor dem Edeka-Markt?“ Oklmann fragt sich ob es Sinn macht, dass sich die Beschicker über den Marktplatz verteilen. Er denkt dabei an diejenigen seiner Kollegen, die Sachen verkaufen, die es auch woanders gibt. Wie eben Socken, Mützen oder Handschuhe.

Leerstand in Bayreuth für Beschicker nutzen?

Der Messermo stößt an, ob für diese nicht leerstehende Geschäfte kurzfristig genutzt werden können. Statt Stände aufzubauen, die darauf ausgelegt sind an bestimmten Standorten zu stehen, könnten die Waren so in einem Ladengeschäft angeboten werden.

Das Problem der Beschicker sei auch, dass diese nicht einfach kurzfristig ihre Stände umbauen können, um diese dann einfach an irgendeinem anderen Ort auf dem Bayreuther Marktplatz aufzubauen.

Kulturszene ist von Corona schwer getroffen

„Der komplette Kultursektor ist momentan geschlossen“, sagt Matthias Meyer von Neuneinhalb e.V. und Sübkültür. Lokal müsse man schauen, dass sich genügend ehrenamtliche Mitarbeiter finden, damit die Kulturszene auch weiter erhalten bleibt.

„Eines der größten Probleme die wir haben ist, dass wir es gewöhnt sind, viele Menschen um uns zu haben“, sagt Gülyaprak und spricht für alle betroffenen Branchen. Das Ziel muss werden, dass Veranstaltungen und Geschäfte mit passenden Hygienekonzept öffnen dürfen, findet Gülyaprak.

Keine Konzerte im Zentrum Bayreuth

„Vielleicht geht es im Herbst 2021 aufwärts. Vorher habe ich wenig Hoffnung“, sagt Cedric Hofmann vom Zentrum. „Unsere Umsätze sind weg. Wenn wieder Konzerte stattfinden können, werden die Menschen kaum dreimal die Woche auf ein Konzert zu rennen.“ Viele der Menschen seien in Kurzarbeit und müssten, sobald alles wieder normal laufe, schauen, dass sie ihre eigenen Finanzen wieder in Ordnung bringen.

Optimismus trotz Corona

„Man kann nichts für ewig konservieren, auch nicht das Schlechte. Ich sehe positiv in die Zukunft“, bleibt Engin Gülyaprak trotz der aktuellen Lage optimistisch. „Eine Idee in der Runde war ja auch, dass eine kostenfreie Plattform für Künstler, Gastronomen und den Einzelhandel geschaffen werden könnte“, sagt Gert-Dieter Meier abschließend. Auch der Idee leerstehende Geschäfte in Bayreuth für Marktbeschicker zu nutzen, könne nachgegangen werden.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler