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Coronavirus

Wegen Goldgräberstimmung Betrug bei Corona-Tests? Nachgefragt in Bayreuth

Medienberichten zufolge gibt es Betrugsfälle im Zusammenhang mit den Corona-Schnelltestzentren. Das bt hat bei einem Fachmann nachgefragt. 

In der jüngsten Ausgabe des Nachrichten-Satiremagazins „heute show“ (ZDF) im Fernsehen geht es unter anderem um Betrug in den Corona-Schnelltestzentren. „Jeder kann mit nur drei Dingen ein Testzentrum eröffnen und weil es keine Kontrollen gibt, werden Kriminelle angelockt“, so der Vorwurf. Das bt hat in Bayreuth nachgefragt. Hier gibt es alle wichtigen Informationen rund um Covid-19 in Bayreuth und der Region.

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Betrug bei Corona-Tests? Das bt hat in Bayreuth nachgefragt

„Wir alle haben gemeckert wegen zu viel Bürokratie im Pandemie-Management“, sagt heute show-Moderator Oliver Welke in der jüngsten Ausgabe des Nachrichten-Satiremagazins im ZDF. Keiner habe das mit dem Testen kontrolliert „und sowas lockt natürlich Kriminelle an.“ Fragwürdige Anbieter würden teilweise bei weitem mehr Tests zu je 18 Euro abrechnen, als tatsächlich sie gemacht hätten.

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Der Bayreuther Wolfgang Bauer betreibt selbst vier Apotheken. Im Zusammenschluss mit drei weiteren Apothekern bieten er und seine Mitstreiter Corona-Schnelltests an. Als Apotheker würden sie es sich gar nicht leisten können, bei der Abrechnung zu manipulieren. „Die Regeln fehlen“, mahnt Bauer vor dem Hintergrund, dass im Prinzip jeder eine Teststation betreiben könne.

„Goldgräberstimmung“: Fragwürdige Abrechnungsmodalitäten bei Corona-Schnelltestzentren

Der Betrug solcher Anbieter sei aus zwei Gründen möglich:

  • Damit der Datenschutz gewahrt bleibt, müssen sämtliche Aufzeichnungen von negativ Getesteten vernichtet werden. Somit gibt es keinen Nachweis, wie viele Testungen so eine Station tatsächlich vorgenommen hat.
  • „Sie müssen noch nicht einmal nachweisen, wie viele Tests sie gekauft haben. Da kann schon mal Goldgräberstimmung aufkommen“, erklärt Wolfgang Bauer weiter.

Betrügerische Abrechnungen für falsche Corona-Schnelltests würden aber nicht ewig unentdeckt bleiben. „Bei den Finanzämtern wird es früher oder später auffallen.“ Außerdem sagt der Apotheker: „Ab ersten Juli wird gekürzt. Dann gibt es weniger Geld pro Test.“ Natürlich würden die Apotheker auch dann noch weiter testen. „Wir machen so lange weiter, wie es eben nötig ist.“

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß