Wheelmap – Wie rollstuhlgerecht ist Bayreuth?

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Die geplante Unterführung in der Kulmbacher Straße sorgt für Diskussionen. Man könne nicht garantieren, dass diese vollkommen barrierefrei sei, so das Bauamt der Stadt Bayreuth. Rollstuhlfahrer wie Bastian Beekes fordern deshalb ein Umdenken der Stadt. Doch wie rollstuhlfreundlich ist Bayreuth wirklich?

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“60 bis 80 Prozent der Bayreuther Läden sind nicht rollstuhlgerecht”

Bastian Beekes aus Bayreuth kennt die Probleme der Stadt. Die Unterführungen seien allesamt nicht barrierefrei, außerdem wären viele der Gehwege zu schmal für Rollstuhlfahrer, so Beekes. Auch bei vielen Läden haben Menschen im Rollstuhl Probleme. Oft gebe es zwar Rampen, diese seien aber wiederum zu steil.

Steigungen bis zu 7 Prozent sind für Rollstuhlfahrer machbar. Ab dann wird es schwierig. Foto: Susanne Jagodzik

Wheelmap als Orientierung

Um anderen Rollstuhlfahrern in Bayreuth zu helfen, ist Bastian Beekes deshalb Teil des Projekts Wheelmap. Bereits 2010 startete der Berliner Verein “Sozialhelden” das Projekt. Dabei können Freiwillige auf der ganzen Welt öffentlich zugängliche Orte markieren und nach vier Kategorien der Rollstuhlfreundlichkeit bewerten.

Ausschnitt der Wheelmap Bayreuth. Foto: wheelmap.org

Beekes, der in Bayreuth studiert hat, kennt inzwischen die Wege und weiß wo er als Rollstuhlfahrer an seine Grenzen stößt. Damit auch andere Rollstuhlfahrer wissen, wo sie in Bayreuth auf Barrieren treffen, testet Beekes Bayreuth auf seine Rollstuhltauglichkeit. Dies wird dann auf der Wheelmap hinterlegt.

Inzwischen kenne ich mich in Bayreuth gut genug aus und weiß welche Wege ich nutzen kann und welche nicht. Andere haben damit aber Probleme. Deshalb gibt es die App Wheelmap. Siesoll dabei helfen, sich in der Stadt zurecht zu finden.
(Bastian Beekes)

Vier Kategorien

Mit Hilfe einer App oder über die Website Wheelmap kann man auf die hinterlegten Informationen zurückgreifen. Getestet werden dabei Geschäfte, Cafés, Toiletten und anderen Einrichtungen. Unterschieden wird dann in vier Kategorien von “nicht rollstuhlgerecht” bis zu “voll rollstuhlgerecht”.

Für die Größe von Bayreuth ist die Stadt schon ganz gut ausgerichtet. Man findet immer Wege. Auch wenn man manchmal dafür Umwege in Kauf nehmen muss.
(Bastian Beekes)