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Umwelt

Wichtige Daten fehlen: So steht es um die Klimaziele des Landkreises Bayreuth

Das Klima ist aktuell neben Corona quasi Dauerthema. Das wird sich auch in der nahen Zukunft kaum ändern. Auch der Ausschuss für Klima, Umwelt und Landwirtschaft des Landkreises Bayreuth hat sich in seiner jüngsten Sitzung am Montag (23.11.2020) erneut damit beschäftigt.

In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Ausschuss für Klima, Umwelt und Landwirtschaft des Landkreises Bayreuth mit der Überprüfung und Einhaltung der 2017 selbst gesteckten Klimaziele befasst. Da hapert es aber. Denn es fehlt an Basisdaten für eine vernünftige Bilanz von Energieströmen und Treibhausgas-Emissionen. Auf dieser Sitzung fragte sich der Ausschuss auch: Wie viel “Regional ist optimal” ist bei den Einrichtungen des Landkreises Bayreuth möglich?

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Wichtige Daten werden nicht erfasst: So steht es um die Klimaziele des Landkreises Bayreuth

„Eine aussagekräftige Bilanz der Energieströme und Treibhausgasemissionen für den Landkreis Bayreuth ist die unerlässliche Grundlage für die Überprüfung der Einhaltung der Klimaziele und des Klimapaktes der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN), die der Kreisausschuss am 07.11.2017 einstimmig beschlossen hat“, heißt es zum Sachverhalt.

Diese „aussagekräftige Bilanz“ verlangt nach Daten: Wieviele Autos, wieviele Öl-, Gas- oder Pellet-Heizungen gibt es, wer verbraucht wieviel Strom und wo kommt der her? All diese Dinge und noch mehr braucht es für eine aussagekräftige Klimabilanz des Landkreises Bayreuth.

Bisher wurde diese Bilanz nach einem veralteten Muster erstellt, quasi wie eine Excel Tabelle mit unzureichenden Spalten. Das soll nach dem Wunsch der Verwaltung jetzt anders werden. Mit 30.000 Euro soll eine Grundlage für weitere Berechnungen geschaffen werden.

Lange Diskussion: 30.000 Euro für fundierte Daten eine Klimabilanz des Landkreises Bayreuth nach aktuellem Stand – ja oder nein?

Im Verlauf der Aussprache im Ausschuss für Klima, Umwelt und Landwirtschaft des Landkreises Bayreuth zu dieser Frage gingen die Meinungen auseinander. Drei Punkte waren dabei wesentlich:

    • Welches Jahr gilt für zukünftige Auswertungen als Referenz-Jahr: 2019 oder 2020? Hintergrund: Mit den 30.000 Euro soll die Basis geschaffen werden für die Berechnung Klimabilanz des Landkreises. Was bisher fehlte oder zu ungenau war, wird mit dem Geld quasi zugekauft. Es gab sowohl Stimmen für 2019, weil dies das Jahr vor Corona war, als auch welche für das Pandemie-Jahr 2020.
    • Was ist mit einer Auswertung für die Gemeinden im Landkreis? Die können sich nach den Ausführungen der Verwaltung in eine Aufschlüsselung einkaufen. Die Kosten sollen sich auf weniger als 3.000 Euro bewegen. Doch hier gibt es ein Problem. Denn die Gremien der Kommunen müssen das Jahr – ob sie wollen oder nicht – in ihren eigenen Gremien entscheiden.
    • Ist es überhaupt sinnvoll, 30.000 Euro für Daten auszugeben und wäre es nicht besser, dieses Geld direkt in Klimaschutz-Projekte zu investieren? Die Verwaltung des Landkreises Bayreuth machte unmissverständlich deutlich: Ja.

Am Ende sprach sich das Gremium mehrheitlich dafür aus, dass neue Daten für die Berechnung der Klimabilanz „angeschafft“ werden.

Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß