Symbolfoto zu Feinstaub in Bayreuth

Wie sauber ist die Luft in Bayreuth?

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Stickoxidwerte, Feinstaub, Ökostrom und der Klimawandel. In Bayreuth hat der Umweltausschuss den Bericht der vergangenen zwei Jahre eingesehen. Über 220 Seiten umfasst der Umweltschutzbericht. “Bayreuth macht mehr als seine Pflichtaufgaben”, betitelt Ludolf Tyll vom Umweltamt der Stadt Bayreuth. Außerdem ging es in einer kurzen Diskussion um das Abfeuern von Raketen zu Silvester. Können die Feinstaubwerte dort gesenkt werden?

Stickoxid und Feinstaub in Bayreuth

Als Beispiel für den gelungenen Umweltschutz der Stadt Bayreuth nannte Tyll die Stickoxidwerte in Bayreuth. Die seien “immer wieder ein heißes Thema”. Die Luftmessung in in Bayreuth in den Jahren 2017 und 2018 habe bestätigt, dass “in Bayreuth mit einer Überschreitung der Werte nicht zu rechnen ist”, beschreibt Tyll.

Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. In der Bayreuther Stadt haben die Messungen Werte von 30 Mikrogramm ergeben, präsentiert Tyll.

Auch die Feinstaubwerte wurden im Mittelwert nicht überschritten. Der Grenzwert liegt hier bei 50 Mikrogramm. Dieser Wert ist nach Angaben von Tyll im Jahr 2017 13 Mal und 2018 10 Mal überschritten worden. Damit liegt die Stadt Bayreuth unter der erlaubten Überschreitungsgrenze von 35, erläutert Tyll. “Es geht nicht schlagartig auf Null, aber wir haben die Tendenz, dass es sich fortlaufend verbessert.”

Silvester in Bayreuth

Helmut Zartner (DU) fragte zu diesem Thema: “Ist es möglich den Feinstaubbetrag auch an Silvester zu messen, was an diesem Tag auf uns herunterrießeln muss?” Tyll antwortete ihm, dass er sich darum kümmern werde. Er bestätigte Partner auch: “Dass wir an Silvester eine erhebliche Überschreitung haben, steht außer Frage.”

Wie und was die Stadt gegen das sogenannte Böllern an Silvester unternehmen kann, müsse laut Tyll erst erarbeitet werden: “Die Vernunft des Einzelnen wird nicht so ausreichend sein, das in neue Bahnen zu lenken. Auch das Innenstadtverbot wird nicht ausreichen.” Vor kurzem wurde die Entscheidung gefällt, dass in der Bayreuther Innenstadt kein Feuerwerk gezündet werden darf. Allerdings hat Tyll noch einen ersten Vorschlag parat: “Vielleicht ist es die Lösung, ein Feuerwerk zentral zu steuern.”

Stromsparen für die Umwelt in Bayreuth

Der Eigenstromanteil des Bayreuther Klärwerks ist bei 99 Prozent, beschreibt Tyll. Das sei eine Ersparnis von 320.000 Euro und 700.000 Tonnen CO2.

Das soll auch mit dem neuen Treibstoff der Stadtbusse eingespart werden. Diese laufen seit dem 1. Januar 2019 mit Methangas, erklärt Tyll. Zusätzlich gibt es seit dem 11. April die erste Wasserstofftankstelle in Bayreuth. Dort sei eine Million Euro investiert worden.

Einigkeit im Umweltausschuss Bayreuth

Die Stimmen aus dem Umweltausschuss glichen sich beinahe. Es seien gute Werte und Ansätze, allerdings müsse der Umweltschutz weiter forciert werden. Es gebe viele Probleme, die in Zukunft angepackt werden müssen, stellt beispielsweise Thomas Bauske (SPD) fest.

Klaus Wührl-Struller (Grüne) sagt dazu: Ich bin verwirrt, dass ich meinen Vorrednern nicht widersprechen muss als Grüner.” Er meint, dass die Stadt jedoch noch mehr schaffen könne. Dazu brauche es anspruchsvolle Ziele.