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Freizeit

Nightlife mit Elyas M’Barek: “Kein Grund sich umzubringen”

Letzte Woche hat bt-Filmkritiker Alex Bauer im Film “Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn” einen waschechten Actionfilm gesehen, in dem sich die Hauptdarstellerin durch Gangstermeuten prügelt. Am Mittwoch (12.2.2020) war der bt-Filmkenner nun mit zwei Leserinnen des Bayreuther Tagblatts im Film “Nightlife”. Hier gibt’s die Review von den Dreien.

Vor kurzem hat Kinoexperte Alex Bauer “Die Hochzeit” harsch kritisiert. Die letzte Bestwertung gab es für den Film “1917“.

Nightlife (Trailer)

Sarah und Tamara aus Bayreuth geben ihre Meinung ab

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Überraschung: ‘Nightlife’ ist keine Katastrophe. Kein Til-Schweiger-Humor. Keine Dauerwerbesendung. Keine nervtötender Matthias Schweighöfer.

Zugegeben, ich war skeptisch, als ich den Trailer gesehen habe. Mit Elyas M’Barek stehe ich etwas auf Kriegsfuß, Frederik Lau dagegen finde ich eigentlich immer grandios und von Paulina Rojinski weiß ich nicht, was ich von ihr halten soll als Schauspielerin.

In ‘Nightlife’ spielen M’Barek und Lau die zwei Barkeeper Milo und Renzo, die sich eigentlich vom wilden Nachtleben verabschieden wollen, um “fucking seriös” zu werden, wie Renzo im Film sagt. Blöd nur, dass die beiden vorher noch ordentlich Probleme bekommen, weil sie den falschen Leuten Geld schulden. Joa, klingt jetzt nicht nach dem spannendsten Plot. Ist es auch nicht.

Man kann sich denken, was passiert und wie das Ganze ausgeht. Und dann kommt ja noch eine Lovestory dazu, denn Milo lernt Sunny (Paulina Rojinski) kennen, die eigentlich die Schnauze voll hat von Bad Boys. Tja. Gratulation. Diesen recht unspektakulären Plot handelt Drehbuchautor und Regisseur Simon Verhoeven aber nicht langweilig ab. Zum Glück.

Aber der Herr hat vor vielen Jahren auch ‘Männerherzen’ und ‘Willkomen bei den Hartmanns’ gemacht, die ebenfalls gut waren und sich nicht auf den unlustigen Quatsch von Schweiger und Co. eingelassen haben. Verhoeven inszeniert eine schräge und vor allem lustige Verfolgungsjagd. Auf der Flucht vor der russischen Mafia und den Berliner Assigangstern durchleben Milo, Renzo und später auch Sunny ziemlich witzige Momente. Die Dialoge ziehen, die Action passt, die Gangster sind angenehm absurd gezeichnet voller Klischees. Da kann man wirklich nicht meckern und man vergisst doch relativ schnell den platten Grundplot.

Getragen wird das vor allem vom Zusammenspiel von M’Barek und Lau, auch wenn zweiterer dann doch für die meisten Lacher zuständig ist. M’Barek darf wieder den Sunnyboy, haha, spielen, der seine Traumfrau erobern will. Also wie immer eigentlich. Sogar Rojinski wirkt nicht fehl am Platz in der Geschichte. Und so macht ‘Nightlife’ doch überraschend zwei Stunden lang Laune. Kann man sich anschauen.

3,5 von 5 Sterne