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Ob Hofgarten oder Eremitage: Warum sich die Bienen hier wohl fühlen

Karl-Heinz Breitzmann aus Bayreuth ist Hobbyimker und hat inzwischen knapp 30 Bienenvölker in der Stadt: In der Eremitage, im Hofgarten, am Oschenberg und am Goldaxer See. bt-Redakteurin Carolin Richter hat mit ihm darüber gesprochen, warum den Bienen das städtische Leben gut tut. Das Video finden Sie über dem Text.

Vorteile des Stadtlebens

Alle zwei bis drei Tage fährt Breitzmann zu seinen verschiedenen Bienenstöcken, um nach dem Rechten zu sehen. Die Bienenvölker in der Eremitage und im Hofgarten hält er schon seit etwa vier Jahren. Bis zu 40.000 Bienen gehören zu einem Volk, wenn es sich gut entwickelt, erklärt er. „Die beiden Standorte in den Parks sind super, weil es zum einen viel Wasser und außerdem viele unterschiedliche Pflanzen, also keine Monokulturen, gibt“, sagt Breitzmann.

Bienenvölker in der Bayreuther Eremitage
Bienenvölker in der Bayreuther Eremitage, Foto: red

Gefahr Monokultur

Das Kritische bei Monokulturen: Schädlinge oder Krankheiten können sich schnell unter den Planzen ausbreiten, was zur Folge hat, dass die Pflanzen bei Befall flächendeckend mit Pestiziden gespritzt werden. Diese wiederum sind jedoch giftig für Insekten. Eine Gefahr für die Bienen. In der Stadt entstehe überwiegend Blütenhonig. Im Hofgarten gäbe es zum Beispiel eine große Obstbaum-Plantage, wo die Bienen verschiedene Pollen sammeln können. Aber auch in Schrebergärten, Friedhöfen oder auf Balkonen, fänden die Bienen eine Vielzahl davon.

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Umsiedeln ans Wasser

Der Goldaxer See bei Bayreuth,
Der Goldaxer See bei Bayreuth, Foto: red

Imker Hans Neuner aus Creußen hat in diesem Jahr viel Bienenzuwachs bekommen. Deswegen hat er zwei Völker am Mittwoch an Karl-Heinz Breitzmann abgegeben. Die neuen Bienen stehen nun direkt am Goldaxer See bei Bayreuth, ein Gelände mit einer Größe von 30.000 Quadratmetern, zu dem auch Angler regelmäßig kommen. Optimal für die Bienenstöcke, weil im Halbschatten und mit viel Wasser in der Nähe – vor allem bei den derzeit heißen Temperaturen. Das Grundstück am See gehört Breitzmann schon länger. Ursprünglich hat er es zu Erholungszecken erworben.

„Die Bienen benötigen Wasser, um den Nektar verarbeiten zu können“, sagt Breítzmann. Drei seiner Bienenvölker stehen gerade noch am Oschenberg, nicht weit entfernt. Aber auch sie würden in den kommen Wochen mit an den See umsiedeln. „Bei der Hitze muss ich den Bienen am Oschenberg doch immer frisches  Wasser hinstellen“ erklärt er. Die Bienen an einen Ort umzusiedeln wo ohnehin Wasser ist – eine logische Folgerung.

Blick von oben in den Bienenstock.
Blick von oben in den Bienenstock. Foto: red

 

Abkühlung für die Bienen

„Wird der Bienenstock zu heiß, können Waben und Honig schlimmstenfalls zerschmelzen. Das wäre der Tod für die Bienen“, sagt Breitzmann. Deswegen sei es dann wichtig, die Fluglöcher zu öffnen und auch die sogenannte Windel, eine Bodeneinlage ganz unten, aus dem Stock zu nehmen, sodass sich die warme Luft nicht staut und damit die Bienen schnell wieder nach draußen können.

Ein Abdeckgitter trennt die Waben, die die Königin mit Eiern füllt, von jenen die ausschließlich mit Honig befüllt werden. Denn durch die Lücke im Gitter passt die Königin – im Gegensatz zu allen anderen Bienen – nicht hindurch.
Ein Abdeckgitter trennt die Waben, die die Königin mit Eiern füllt, von jenen oberhalb, die ausschließlich mit Honig befüllt werden. Denn durch die Lücke im Gitter passt die Königin – im Gegensatz zu allen anderen Bienen – nicht hindurch. Foto: red

 

Mehr Bienen für Bayreuth

Karl-Heinz Breitzmann möchte, dass seine Bienenvölker größer werden. Deswegen hat er in die Mitte des Bienenstocks ein Absperrgitter aus Metall gelegt. „Die Lücken sind gerade so groß, dass alle Bienen außer der Königin hindurch passen. So bauen die Bienen eine Etage darüber an der Wabe weiter und lagern Honig ein“, sagt Breitzmann. Der Vorteil sei, dass sich in den Waben oben ausschließlich Honig befinde, und die Eier der Königin nur im unteren Teil wären.

Wer die Königin beherrscht, beherrscht das Volk.

(Karl-Heinz Breitzmann, Hobby-Imker aus Bayreuth)

Die Waben mit den Eiern lassen sich anschließend auf verschiedene Bienenstöcke aufteilen, damit neue Völker heranwachsen können. Denn: „Die Bienen lassen ihre Jungen nie alleine und ziehen im neuen Stock dann wieder eine Königin heran“, sagt er. Seine Bienenstöcke bekommt Breitzmann auf Maßanfertigung von der „Integration durch Arbeit Bayreuth“, zu der eine Holzwerkstatt gehört.

Was die Bienen nicht mögen

„Als Imker hat man immer Respekt vor der Biene. Sie ist schließlich ein wildes Tier“, sagt Breitzmann. Mit Angst sei das aber nicht gleichzusetzen. So sei die Biene ein harmloses Tier. „Nur, wenn sie denken, man nimmt ihnen etwas weg, werden sie aggressiv“, erklärt er. Vermeiden sollte man außerdem Parfums oder Deo, wenn man sich in der Nähe von Bienenschwärmen aufhält. Auch starken Wind, Gewitter oder Erschütterungen bringen die Bienen auf.