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Panoramaweg: Luftballons statt Häuserfront

Die Bürgerinitiative Eichelberg macht weiter mobil. Sie will das große, 70 Meter vom Panoramaweg entfernt geplante Neubaugebiet verhindern. 120 Wohnhäuser sollen zwischen Panoramaweg und der Straße Am Eichelberg gebaut werden.

Blick vom Panoramaweg auf die Stadt. Foto: red

Die Stadt sagt, dass dringend Wohnraum geschaffen werden müsse, weil die Wirtschaft in Bayreuth brummt und die Zahl der Einwohner stetig wächst. Außer dem Naherholungsgebiet am Panoramaweg hat die Stadt aber kaum noch Flächen in ihrem Besitz.

Panoramaweg statt Panorama weg

Um zu verdeutlichen, welche Folgen der Bau von bis zu neun Meter hohen Häusern dort hätte, haben die Mitglieder der Bürgerinitiative am Samstag Ballons steigen lassen. Bis zu 80 Interessierte waren dabei, als die mit Helium gefüllten Ballons an neun Meter langen Schnüren befestigt wurden und aufstiegen. Deutlich machen wollte Initiative damit vor allem eines: Werden Häuser dieser Größe wie geplant 70 Meter westlich des Panoramawegs gebaut, dann war es das mit dem Ausblick auf die Stadt und folglich mit dem Panorama, das dem Weg seinen Namen gab. Tatsächlich plant die Stadt sogar nur einen Teil der Fläche zu bebauen, auf der Baurecht besteht. Geschaffen haben dieses Baurecht die Stadträte schon vor Jahren.

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Auf Schildern warnten die Mitglieder der Initiative auch vor der Profitgier möglicher Investoren und davor, das Neubaugebiet nur über eine Straße an die Königsallee anzuschließen. Aussagen der Baureferentin Urte Kelm zufolge, hätten Verkehrszählungen ergeben, dass die Straße Am Eichelberg dem Mehrverkehr gewachsen wäre. Die Mitglieder der Bürgerinitiative bezweifeln das und kritisiere, dass der Verkehrs gezählt wurde, als wegen Straßenbauarbeiten nur wenig los war. Die CSU-Fraktion im Stadtrat fordert zumindest eine Ampel.

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Die Argumente im Stadtrat

220 Wohneinheiten werden künftig über eine Zufahrt auf die Königsallee eingespeist. Die CSU stimmt zu, wenn die Einmündung noch einmal untersucht und eine Ampel geplant wird. (Stefan Specht, CSU)

 

Ob es umweltfreundlich ist, wenn die, die hier arbeiten sieben oder acht Kilometer aus dem Landkreis einreisen müssen? (…) Wir brauchen diese Flächen für die Lebensqualität in unserer Stadt. (Ernst-Rüdiger Kettel, Bayreuther Gemeinschaft)

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Gutachten schön und gut. Wer aber zu gewissen Zeiten aus der Straße herauszufahren versucht, kommt zu anderen Erkenntnissen. (Thomas Bauske, SPD)

 

60 Häuser sind am Hühlweg entstanden, am Heisenbergring sind es 38 Häuser. Wir leben in Eigenheimen und wollen es anderen verwehren. (Halil Tasdelen, SPD)

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Auch diese Flächen werden irgendwann weg sein, dann kommen die nächsten Familien. Irgendwann ist die Grenze des Wachstums erreicht. Ich wäre so ehrlich, und würde das den Bürgern auch so sagen. (Sabine Steininger, Grüne)

 

Mit welcher Arroganz wir über 100 Familien verbieten wollen, sich hier anzusiedeln. (…) Jeder Häuslebauer investiert 300.000 Euro in sein Haus. (…) Wir werden in Bayreuth das Weltklima nicht retten. (Helmut Zartner, DU)

 

Bei so vielen Bedenken macht es keinen Sinn, diese Planung derzeit voranzutreiben. Keine gute Planung, keine Zustimmung. (Christopher Süss, Junges Bayreuth)

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Ich weiß, wie sensibel der Bereich ist, in den wir da eingreifen. Dass da ein Wohngebiet entstehen soll, hat der Stadtrat schon vor sehr langer Zeit entschieden. (…) Wenn der Plan jetzt stirbt, müsste es bei künftigen Anfragen heißen: Wir haben nichts, und es ist auch nichts in Aussicht. (Urte Kelm, Stadtbaureferentin)

 

Wir nehmen Richtung Osten/Panoramaweg sogar Möglichkeiten der Bebauung aus dem Flächennutzungsplan raus. Das Gebiet ist gut angebunden an Fuß- und Radwegenetz. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass jetzt so geredet wird, als müsste an dieser Stelle jeder Weg mit dem Auto zurückgelegt werden. (Ulrich Meyer zu Helligen, Leiter des Stadtplanungsamtes)