Bayreuth Tigers

Playdowns: Tigers schlagen in der Verlängerung zu

Neuer Song im Nacken und volles Haus: Voller Zuversicht starten die Tigers in die Playdowns. Es geht es um nicht weniger als den Verbleib in Liga 2. Und das gegen den Angstgegner: Noch nie in dieser Saison konnten die Tigers gegen die Deggendorfer gewinnen.

(Ein Video der Pressekonferenz finden Sie über dem Text)

2308 Zuschauer sehen, wie die Jungs von Petri Kujala den Deggendorfern elf Minuten lang Paroli bieten, dann der Doppelschlag: Erst tritt Andrew Schembri, 40 Sekunde später ist Dani Bindels für Deggendorf zur Stelle. Gleichzeitig der ungläubige Blick auf die Zwischenergebnisse in den anderen Eisstadien. Ja ist das denn der Tag der Außenseiter? Nach dem ersten Drittel führt auch Freiburg, der nach der Hauptrunde Tabellen-Vorletzte, in Bad Tölz. Reden ist angesagt.

Im zweiten Drittel mühen sich die Tigers, kommen aber kaum zum Abschluss. Auch in Überzahl will der Puck nicht ins Tor. Auch Deggendorf kommt nur zweimal zum Abschluss -mehr muss aber auch nicht sein. Stattdessen viele kleine Unsportlichkeiten. Mal ein Stockschlag in Richtung Bayreuther Bande hier, mal ein Kinnhaken gegen einen Deggendorfer da. Auf den Rängen zweigeteilte Stimmung. Während die gut 300 mitgereisten Deggendorfer eifrig einen Tiger an der Angel durch den Fan-Block reichen, ist auf Seiten der Bayreuther eher Kopfschütteln angesagt.

Aus den Boxen dröhnt „Die Tigers werden niemals untergehen“, eine Passage aus dem neuen Tigers-Song. Aber stimmt das auch? Ganz ehrlich: Zum jetzigen Zeitpunkt sieht nicht gut aus für den Klassenerhalt. Auch zwischen Freiburg und Bad Tölz steht es unverändert 0:2.

Im dritten Drittel gehen die Tigers beherzt zur Sache. Erst wird der Deggendorfer Goalie über zu Boden gestreckt, dann schlägt es in der 47. Minute endlich ein. Nach zweimonatiger Verletzungspause ist der Kapitän zur Stelle. Jozef Potac trifft nach Vorarbeit von Michal Bartisch. Die Halle tobt. „Jetzt geht’s los, jetzt geht’s los!“ Keine zwei Minute später legen die Tigers nach. Die Zeitstrafe gegen die Deggendorfer wegen Haltens ist keine zehn Sekunden alt – Powerplay also, im wahrsten Sinne des Wortes – und in der 50. Minute klingelt es erneut: Johan Lorraine ist nach Vorarbeit von Ville Järveläinen zur Stelle. Es steht 2:2!

Dann plötzlich Rudelbildung, Massenschlägerei: Jeder gegen jeden vor dem Deggendorfer Fan-Block. Fünf, sechs, sieben Helme fallen zu Boden. Die Deggendorfer Fans strecken zu dutzenden die Mittelfinger in Richtung Bayreuther Tribüne. „Ihr seid ein Scheiß-Verein“, halten die dagegen. Wer es auf dem Eis nicht schafft, muss sich anderweitig Respekt verschaffen. Vier Minuten sind noch auf der Uhr – minutenlange Spielunterbrechung. Es hagelt etlich Zeitstrafen wegen Schlagens, Beinstellens und übertriebener Härte.

Noch zwei Torschüsse aus der Entfernung haben die Tigers danach noch auf der Pfanne, dann geht es mit 2:2 in die nächste Pause. Verlängerung, Overtime. Wer da als erstes trifft gewinnt. Freiburg hat zu diesem Zeitpunkt bereits in Bad Tölz mit 2:0 gewonnen.

Nicht eine Minute ist die Verlängerung alt, da trifft Kevin Kunz. 3:2!! Die Halle bebt, das Spiel ist aus. Die Tigers gehen in der Abstiegs-Serie mit 1:0 in Führung. Drei weitere Siege müssen folgen um die Klasse zu halten. Am Sonntag geht’s in Deggendorf weiter.

Fotos: Thorsten Gütling