Bayreuth Tigers

Playdowns: Zweiter Krimi, zweiter Sieg

Und täglich grüßt das Murmeltier: Zum zweiten Mal an diesem Wochenende mussten die Bayreuth Tigers und der Deggendorfer SC im Abstiegskampf in die Verlängerung. Zum zweiten Mal behielten die Tigers in der Overtime die Oberhand. Und zum zweiten Mal verspielte eine der beiden Mannschaften einen sicher geglaubten Vorsprung.

Beide Male Führungen verspielt

Lagen die Tigers am Freitag zum Auftakt der Playdowns noch in eigener Halle mit 0:2 zurück, bevor sie im dritten Drittel aufholten und schließlich mit 3:2 siegten, waren sie am Sonntag noch im zweiten Drittel mit 3:0 in Front, bevor sie das Zepter wieder aus der Hand gaben.

Nach Toren von Johan Lorraine, Ivan Kolozvary, Kevin Kunz und Ville Järveläinen hieß es nach genau 64 Spielminuten und 49 Sekunden: Sieg für Bayreuth. In der Best of seven-Serie steht es nun 2:0 für die Tigers. Zwei Siege noch und der Klassenerhalt in Liga zwei ist geschafft. Partie Nummer drei findet am Freitag, 22. März, um 20 Uhr im Eisstadion Bayreuth statt. Wer sich in der Serie durchsetzt, spielt auch nächstes Jahr in der DEL2. Wer verliert, muss in die Abstiegs-Endspiele gegen Freiburg oder Bad Tölz.

Freiburg baut Führung gegen Tölz aus

In zweiten Abstiegskrimi haben sich am Abend übrigens die Freiburger zuhause mit 3:2 durchgesetzt, benötigten dafür aber auch einen Treffer in der Overtime. Auch Freiburg führt damit nach dem 2:0-Auswärtserfolg vom Freitag mit 2:0 Siegen in den Playdowns.


Die Stimmen zum Spiel

Wir haben gut angefangen und die erste halbe Stunde clever gespielt. Danach haben wir mit zwei/drei blöden Strafzeiten Deggendorf wieder ins Spiel gebracht. Und wir hätten den Sack zumachen können bei der 5-minütigen Überzahl. Letztendlich ist es aber dann egal, ob in Overtime oder in der regulären Spielzeit der Sieg zustande kommt. Die 5 Tage Pause tun uns jetzt ganz gut, da wir einige Kranke im Team haben.

(Petri Kujala, Trainer Bayreuth Tigers)

 

Wir haben im ersten Drittel nicht schlecht gespielt, haben aber nicht die nötige Intensität gehabt. Später, als wir von vier auf drei Reihen gestellt haben, haben wir deutlich besser gespielt. Das erste Tor hat uns dann auch Schwung gegeben. Mit dem Ausgleich kurz vor Schluss haben wir Charakter gezeigt. Verlängerung ist dann etwas Pech gewesen.

(Kim Collins, Trainer Deggendorfer SC)

Die Aufstellungen

Deggendorf: Bacashihua, Brenner – Vavrusa, A. Gawlik, Reinig, Wiederer, Kasten, Gläßl, Roach (4) –Deuschl, Gibbons, Leinweber, Brittain, Bindels, Wolframm, Chr. Gawlik (25), Kiefersauer (2), Stern, Schembri, Litesov, Röthke (2)

Bayreuth: Jaeger, Herden – Mayr (4), Martens, Veisert, Heider, Mannes, Karlsson, Potac – Rajala (2), Busch (2), Kolozvary, Järveläinen, Richter, Lorraine (2), Heatley (4), Kunz, Gläser

Die Torschützen

Tore: 0:1 (13.) Lorraine SH, 0:2 (19.) Kolozvary (Mayr), 0:3 (28.) Kunz (Gläser, Kolozvary), 3:1 (35.) Gläßl (Gawlik A., Gawlik Chr.), 2:3 (40.) Röthke (Leinweber, Vavrusa), 3:3 (58,) Brittain (Bindels), 3:4 (65.) Järveläinen (Rajala, Karlsson)

Der Spielbericht des Tigers-Sprechers

Ohne die bereits am Freitag fehlenden Kirchhofer und Kronawitter und die am Wochenende erkrankten Bartosch und Gams fehlten den Tigers insgesamt vier Stürmer in der zweiten Playdown- Partie in der Best of Seven-Serie gegen Deggendorf. Da im Laufe der Partie auch noch Richter passen musste, der nach einem Bandencheck von Chr. Gawlik nicht mehr spielfähig war, musste Bayreuth mit nicht einmal mehr drei Sturmreihen zu Ende spielen.

Die ersten Minuten gehörten Deggendorf, die die Freitags-Partie vergessen machen wollten und Jaeger zu Anfang der Partie mehrfach auf die Probe stellten – jedoch war die Energie nach wenigen Minuten verpufft und die Tigers besannen sich darauf, ihr Spiel aufzuziehen. Nach 13 gespielten Minuten – die Tigers mit einem Mann weniger auf dem Eis – vertändelte Gläßl die Scheibe in der neutralen Zone, die Lorraine aufnahm und mit einem Shorthander die Tigers in Führung brachte. Kurz vor Ablauf des Drittels nahm sich Kolozvary ein Herz, der über die rechte Seite ins Drittel zog und aus halbrechter Position abzog, damit Bacashuhia überraschte und zum 0:2 für seine Farben stellte. Drei Möglichkeiten bei nummerischer Überlegenheit ließen die Deggendorfer in diesem Abschnitt sträflich liegen, da das Powerplay der Gastgeber – wie auch über die gesamte Partie – bis zu diesem Zeitpunkt eher harmlos wirkte.

Zum zweiten Drittel kam Brenner für Bacashuhia ins Tor der Niederbayern – doch das hinderte die Tigers nicht daran, ihr Spiel aufzuziehen. Ein Powerplay, das nach einem Foul an Gläser durch Röthke auf dem Plan stand, verlängerten die Tigers bei fünf gegen fünf gefühlt noch ein/zwei Minuten, nachdem der „Sünder“ zurück war – ohne jedoch daraus Kapital schlagen zu können. Nach der ersten nennenswerten Chance für die Gastgeber durch Kiefersauer, die Jaeger parieren konnte, fiel schon das dritte Tor der Tigers. Bei einer stark herausgespielten „Ko-Produktion“ von Gläser und Kunz, bei der Gläser, statt selbst zu schießen, noch einmal uneigennützig kurz vor dem Tor zu Kunz legte, konnte der Vorsprung noch einmal erhöht werden. Eine unnötige, weil vorher den Puck verloren, Strafe nahm kurz darauf Mayr. Die anschließende Unterzahl konnten die Tigers schadlos überstehen– allerdings, noch im PP-Modus, nutzten die Deggendorfer die überlegene Phase trotzdem noch zum Anschluss. Ziemlich vermeidbar, aus Bayreuther Sicht, war dann noch der 3:2 Anschlusstreffer der Gastgeber, der nach einem Bully in der Deggendorfer Zone, und nachdem nur noch wenigen Sekunden zu spielen waren in diesem Abschnitt, durch Röthke, der sich allerdings stark durchsetzte, fiel und mit welchen man die Deggendorfer zurück ins Spiel holte.

Die Möglichkeit, das Heft wieder in die Hand zu nehmen, gewährte man den Tigers kurz nach Beginn des letzten Drittels als Chr. Gawlik – nach einem Bandencheck an Richter, der im Anschluss nicht mehr am Spiel teilnehmen konnte – eine fünfminütige (+Spieldauer) Strafe nahm, die jedoch nichts Zählbares für Bayreuth auf die Anzeigentafel brachte. Mit einer starken Einzelaktion gelang Brittain, erneut kurz vor Ablauf des Spielabschnitts, in der 58. Minute der Ausgleich. Und erneut, wie bereits am Freitag gegen den gleichen Gegner, musste die Overtime herhalten. Nach Kunz am Freitag, war es dieses Mal Järveläinen, der die sich bietende Chance eiskalt nutzte und nach 65 Minuten mit dem Gamewinner zum 3:4 die Partie beendete.

(Alex Vögel)