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Porzellan statt Plastik: Verband will Gasthaussterben verhindern

Wirtshäuser gehören zu Oberfranken einfach dazu. Doch das könnte bald nicht mehr so sein. Wie eine Studie zeigt, könnte die letzte Kneipe bereits in 15 Jahren verschwunden sein. Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband möchte nun mit einer Petition dem Gasthaussterben entgegenwirken.

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Wie der Bundesverband der Regionalbewegungen mitteilte, habe sich die Anzahl an Gastwirtschaften in den letzten 20 Jahren knapp halbiert. Gehe die Entwicklung in diesem Tempo weiter, so müsse das letzte Wirtshaus bereits 2034 schließen.

Forderung nach gleichen Steuern

Geht es nach dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband, sei daran vor allem die steuerliche Ungleichheit beim Essen ein ausschlaggebender Grund.

Es ist doch grotesk: Ein gemütliches, gesundes Essen im Sitzen kostet 19% Mehrwertsteuer, im Gehen und Stehen 7%.

(Auszug aus der Online-Petition der DEHOGA Bayern)

Der Verband fordert daher gleiche Steuern für Essen. Die Gastronomie sei arbeitsintensiv und würde vielen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bieten. Durch einen niedrigeren Steuersatz könnten die Gastronome mehr Lohn zahlen und attraktivere Angebote bereitstellen.

Das Gasthaussterben hat ein Maß erreicht, das strukturpolitisch zu denken geben sollte.

(Auszug aus der Online-Petition der DEHOGA Bayern)

Ökologie statt Plastik

Gravierend seien außerdem die Auswirkungen auf die Umwelt. Durch die To-Go-Bereiche und Lieferdienste nehme der „Plastik und Pappe-Wahnsinn“ immer weiter zu, heißt es weiter in der Online-Petition.

Thematik sorgt für Diskussion

Die Debatte sorgt dabei für allerlei Zündstoff. Auf der Seite der Online-Petition heißt es unter anderem:

Contra

Das ist eine scheinheilige Petition um mehr Profit auf Kosten der Gemeinschaft zu generieren.

Pro

Eine vernünftige sowie gerechte Besteuerung auf Umsatz / Mehrwertebene für das Gastgewerbe fördert nicht nur die lokale Wirtschaft und die gesunde regionale Kapitalretention sonder auch die ganz eigene Kultur und Lebenswertigkeit der Region.


Die Petition läuft noch fünf Monate. Dann hofft der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband genug Unterschriften gesammelt zu haben, um beim Deutschen Bundestag seine Petition einreichen zu können. Die Online-Petition findet man hier.