Freizeit

Rocketman

Kinokritiker Alex Bauer war fürs bt wieder im Einsatz. Dieses Mal hat er sich schon am Mittwoch auf den Weg ins Kino gemacht und mit einer Leserin den Film „Rocketman“ angesehen. Diese Woche bewerten er und Nina Zenkel den Kinostreifen über das Leben von Elton John.

Der Trailer zum Film:

Nina Zenkel sagt:

Und bt-Kritiker Alex Bauer findet:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

Da haben die Filmemacher aus Elton Johns Leben also wirklich einen Musicalfilm gemacht. Gleich zu Beginn: Muss man mögen. Wer sowas nicht kann, sollte die Finger von „Rocketman“ lassen.

Die verfilmte Lebensgeschichte von Elton John ist nämlich ziemlich überdreht. Da glitzert es am laufenden Band, da ist alles bunt, schrill und schräg. Da gibt es die obligatorischen Musical-Tanzeinlagen, die auf Dauer ziemlich nerven. Da singen die Darsteller die Lieder selbst, wobei wirklich nur John-Darsteller Taron Egerton positiv auffällt. Gut, sollte er auch, hat er doch den wichtigsten Part.

Zwischen dem ganzen Glammer-Klimbim werden dann die wichtigsten und einschneidensten Ereignisse in Elton Johns Leben erzählt, die zeigen, dass hinter dieser Rampensau ein doch schüchterner Mensch steht. Einer, der den Druck, ein Star zu sein, mit Alkohol und Drogen betäubt hat und daran fast zu Grunde ging.

Genug Stoff eigentlich, um daraus einen Film zu machen, der an so großartige Filme wie „Walk the Line“ oder „Bohemian Rapsody“ hätte rankommen können. Kann er nicht. Denn durch den ganzen Musical-Kram verkommt Elton Johns Geschichte leider zu einer belanglosen Showeinlage, die den Zuschauer nicht annähernd mitnimmt. Außer vielleicht man ist Elton-John-Fan oder steht darauf, wenn Menschen sinnbefreit durch die Straßen tanzen.

Und doch: Es gibt auch wirklich gute Momente in „Rocketman“. Beispielsweise wenn der junge und noch unbekannte Elton John die Melodie von „Candle in the Wind“ am Klavier anspielt und dann davon spricht, dass sie ihm gerade einfach so eingefallen ist. Mehr dieser Momente und „Rocketman“ wäre ein Film geworden, den man nicht gleich nach dem Abspann wieder vergisst.

2 von 5 Sterne